Hessen kündigt Entlastungen bei Corona-Soforthilfen an

| Politik Politik

Nach Kritik am Rückmeldeverfahren für die Corona-Soforthilfen hat Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) Erleichterungen für etwa 62.000 offene Fälle angekündigt. Es werde die Verwaltungspraxis geändert, kündigte er in Wiesbaden an. Unter anderem sollen Darlehenstilgungen als förderfähige Ausgaben gewertet werden. Mit dieser geänderten Praxis würden die Unternehmen um etwa 57 Millionen Euro entlastet.

Das Regierungspräsidium Kassel hatte flächendeckend überprüft, ob die Corona-Soforthilfen für Betriebe und Freiberufler im Rahmen waren. Die Empfänger mussten über ein Online-Portal mitteilen, ob die Subvention ihren 2020 vermuteten Liquiditätsengpass einst überschritten hat. Eine etwaige Differenz muss zurückgezahlt werden. 

Seit Ende 2025 galt Moratorium

Nach Angaben des Ministeriums sind zwischen März und Juni 2020 Corona-Soforthilfen mit einem Volumen von knapp 960 Millionen Euro ausbezahlt worden. Das Geld für die rund 106.000 Bewilligungen stammte vom Bund und vom Land. Ende September 2025 hatte das Wirtschaftsministerium für das Rückmeldeverfahren ein Moratorium verhängt. Es wurden keine Bescheide mehr verschickt und die Vollstreckung von Rückforderungen ausgesetzt.

In rund 3.260 Fällen, bei denen sich Corona-Soforthilfen mit der Überbrückungshilfe 1 überschnitten, kündigte Mansoori Entlastungen für die Unternehmen von insgesamt zusätzlich rund 9 Millionen Euro an. Der Minister bekräftigte aber auch, dass «wer ins Blaue hinein» oder sogar «wider besseres Wissen» Hilfen beantragt habe, diese auch zurückzahlen müsse. Für alle anderen Fälle gelte ein lebensnäherer und pragmatischer Umgang. 

Verhaltenes Lob von den Verbänden

Robert Mangold, Präsident des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga Hessen, erklärte: «Wir sind nicht glücklich, aber zufrieden.» Im hessischen Wirtschaftsministerium habe es offene Ohren für die Sorgen der Betriebe gegeben. Der Handelsverband begrüßte die Änderungen grundsätzlich, hätte sich jedoch mehr gewünscht. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ein Pariser Gericht hat eine Immobiliengesellschaft zu einer Geldstrafe von 585.000 Euro verurteilt, weil ein Gebäude im 9. Arrondissement ohne Genehmigung in Touristenunterkünfte umgewandelt wurde. Wie die Stadt Paris laut Mitteilung erklärte, handelt es sich um die bislang höchste verhängte Strafe in einem solchen Fall.

Die Bundesregierung plant die Einführung einer «Zuckerabgabe». Zur Konsolidierung des Haushalts ist daneben eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

Mehr Transparenz auf der Speisekarte – oder mehr Bürokratie in der Küche? Die geplante Tierhaltungskennzeichnung spaltet die Branche. Zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Realität geht es um mehr als nur ein Label. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Rheinland-Pfalz ist gegen die Einführung einer Bettensteuer. Der Verband plädiert dagegen für einen zweckgebundenen Gästebeitrag.

Die Europäische Union hat sich vorläufig auf eine Reform der Koordinierung der Sozialversicherungssysteme verständigt. Wie aus einer Mitteilung des Geschäftsreiseverbades BT4Europe hervorgeht, betrifft die Einigung insbesondere die Abschaffung der A1-Bescheinigung für kurzfristige grenzüberschreitende Geschäftsreisen.

Caroline von Kretschmann äußert sich zur Entlastungsprämie und nennt eine Beispielrechnung: Für die Auszahlung an alle Mitarbeiter wären 3,3 Millionen Euro zusätzlicher Umsatz erforderlich. Auch der DEHOGA Hessen kritisiert das Maßnahmenpaket der Bundesregierung.

Als Reaktion auf gestiegene Kosten durch den Iran-Krieg ermöglicht die Koalition eine steuerfreie Krisenprämie für Arbeitnehmer. Die Wirtschaft hat aber schon verhalten reagiert.

Der Kanzler hat mit einer Äußerung zur gesetzlichen Rente für Empörung gesorgt. Auf dem CDA-Kongress versucht er, die Gemüter zu beruhigen. Und er hat eine Botschaft für den Koalitionspartner.

Sollten Steueraufschläge für Cola und Limo kommen, um Anreize für gesündere Ernährung zu setzen? Die Gesundheitsministerin ist dafür. Doch das letzte Wort in der Regierung ist noch nicht gesprochen.

Ein Verbändebündnis warnt vor einer Ausweitung der Kennzeichnung der Tierhaltung auf verarbeitete Lebensmittel und die Gastronomie. Die Verbände befürchten steigende Preise für Verbraucher und einen bürokratischen Mehraufwand für die Betriebe.