Hessische Hoteliers fürchten «Zickzackkurs» bei Öffnungen

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Übernachtung mit Frühstück in Bayern, aber nicht in Hessen? Angesichts der Öffnungspläne für touristische Angebote in einigen Nachbarländern dringt der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga auf eine baldige Perspektive für hessische Betriebe. Anrainerländer gingen voran, Hessen dürfe dem nicht nachstehen, sagte Julius Wagner, der Hauptgeschäftsführer des hessischen Dehoga, der Deutschen Presse-Agentur. «Weil wir sonst ungleiche Verhältnisse schaffen zulasten der Unternehmer, aber auch zulasten der Menschen, die Urlaub im eignen Land machen möchten.»

Der Verband setzt darauf, dass es bei den anstehenden Beratungen des hessischen Corona-Kabinetts auch um mögliche Öffnungsschritte für den Gastronomie- und Tourismusbereich in der Pandemie geht. Ein Konzept sollte am besten im Gleichklang mit den Nachbarbundesländern stehen, so Wagner. Denn wenn eine Übernachtung für Touristen in dem einen Bundesland möglich sei, jenseits der Grenze aber nicht, «wäre das bizarr und den Menschen nicht vermittelbar».

Der Dehoga-Hauptgeschäftsführer betonte, dass der Verband dort für Öffnungen sei, wo es die Corona-Infektionszahlen zuließen. Für die gesamte Branche sei aber eine Perspektive wichtig. Befürwortet werde ein Lockerungskonzept mit Weitsicht. «Wir brauchen eine stabile und dauerhafte Öffnung.» Ein Zickzackkurs von Öffnen und wieder Schließen «wäre eine wirtschaftliche Katastrophe für die Betriebe und auch mental kaum zu stemmen».

Nach Monaten des Lockdowns benötigten die Hoteliers zudem eine Vorlaufzeit, um ihre Häuser wieder hochzufahren, Dienstpläne zu erstellen oder Mitarbeiter aus der Kurzarbeit zu holen. «Das heißt: Politik hilft der Hotellerie dann, je früher sie uns jetzt sagt: "Dann und dann geht es los".»

Die hessische Hotellerie verzeichnete nach Dehoga-Angaben im zurückliegenden April einen Umsatzrückgang von 71 Prozent im Vergleich zum coronafreien Monat 2019. Entsprechend angespannt sei die finanzielle Lage. Ohne die Wirtschaftshilfen sei die Situation für die Betriebe nicht zu stemmen, sagte Wagner.

Touristische Übernachtungen sind in Hessen derzeit nicht möglich. Einige Nachbarländer haben mittlerweile aber Lockerungen angekündigt. So soll in Bayern zu Beginn der Pfingstferien in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen Urlaub wieder möglich sein. In Rheinland-Pfalz können ab Mittwoch - und bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 - beispielsweise wieder Ferienwohnungen vermietet werden. (dpa)


 

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