Hotellerie zu Gast in der Hauptstadt

| Politik Politik

Von Alltagsfrust bis Zukunftsthemen standen beim Jahreskongress des Hotelverbandes Deutschland (IHA) im Hotel Maritim Berlin die aktuellen Herausforderungen der deutschen Hotellerie auf der Agenda. Mehr als 250 hochkarätige Hoteliers aus den Reihen der Privat- wie Markenhotellerie kamen zum Branchentreff in der Hauptstadt zusammen und diskutierten Lösungsansätze, Marktpotenziale und Perspektiven. Mit dem FDP-Vorsitzenden Christian Lindner, den Bestsellerautoren Marc Friedrich und Matthias Weik sowie Wirtschaftshistoriker Prof. Dr. Klemens Skibicki und GCB-Geschäftsführer Matthias Schultze standen namhafte Referenten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf der Hotelverbands-Bühne. 

„Die Hotellerie setzt 2018 ihren Erfolgskurs fort“, erklärte Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes, zur Eröffnung des öffentlichen Teils des IHA-Kongresses am Dienstag beim „Forum der Hotellerie“. Doch gute Zahlen seien kein Selbstläufer. „Die Branche befindet sich im Spannungsfeld zwischen rigidem Arbeitszeitrecht, unfairen Wettbewerbsbedingungen und immer neuen Reglementierungen wie Datenschutzgrundverordnung oder Pauschalreiserichtlinie. Der Umfang der politischen Agenda des Hotelverbandes ist gewaltig“, so der IHA-Vorsitzende. Mehr denn je käme es darauf an, sich gemeinsam kraftvoll und selbstbewusst zu positionieren. Zudem müsse die Hotellerie Antworten finden auf neue Wettbewerber, die Digitalisierung und die sich rasant wandelnden Ansprüche der Gäste. 

Top-Referenten mit wegweisenden Statements
Die großen Themen der Zeit wie Digitalisierung, Migration, Sicherheit, die Rolle des Staates und die Entwicklungen in Europa im Blick hatte der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Kritisch wie pointiert lieferte er in seinem Vortrag eine politische Bestandsaufnahme. Unter dem Titel „Zeitenwende. Eine neue Generation Deutschland“ hielt Lindner ein Plädoyer für eine Erneuerung des Landes und präsentierte sein Konzept geprägt durch Entbürokratisierung, Steuerentlastungen, einen liberaleren Arbeitsmarkt, fairen Wettbewerb, mehr Tempo bei der Digitalisierung und ein starkes Europa.
Für Diskussionsstoff sorgten Marc Friedrich und Matthias Weik, Querdenker und Bestsellerautoren verschiedener Wirtschaftsfachbücher wie „Sonst knallt´s“, die ein radikales Umdenken von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft forderten und dazu aufriefen, „mehr Menschlichkeit zu wagen.“
Über die Digitalisierung auch als mentale Herausforderung sprach der Kölner Wirtschaftshistoriker, Politikberater und Geschäftsführender Gesellschafter der PROFSKI GmbH, Prof. Dr. Klemens Skibicki. Matthias Schultze, Geschäftsführer des GCB German Convention Bureau, ging der Frage nach, wie Meetings und Veranstaltungen in der Zukunft aussehen werden und erläuterte
Entwicklungen und Chancen von Future Meeting Spaces 

Praxisrelevante Workshops liefern Informationen aus erster Hand
Um konkrete Anregungen für die betriebliche Praxis ging es in den Workshops. Branchenexperten und Top-Entscheider aus der Hotellerie tauschten sich in konzentrierter wie offener Atmosphäre über die Chancen und Herausforderungen neuer digitaler Technologien wie Blockchain und MICE-Portalökonomie aus, diskutierten relevante Branchenfragen zu Datenschutz, Reiserecht und Sicherheit und setzten sich mit zeitgemäßen Ansätzen zur Mitarbeiterführung auseinander.

Mitgliederversammlung stellt Weichen für die Verbandsarbeit
Am Morgen des 26. Juni fand die IHA-Mitgliederversammlung statt, die die Weichen für eine weiterhin erfolgreiche Verbandsarbeit stellte. Durch das Ausscheiden der langjährigen Mitglieder Markus Keller und Gerhard Prochaska wurden Nachwahlen fällig. Von den Mitgliedern neu in den Vorstand gewählt wurde Marcus Smola, Geschäftsführer der Best Western Hotels Central Europe. Den Beirat komplettieren Jutta Braun, Kongresshotel Potsdam Am Templiner See, und Alexandra von Oven-Batsch, Strandhotel Miramar in Timmendorfer Strand.
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

McDonald's Deutschland setzt das Format Burger Dialog fort. In Kooperation mit dem Musiker Eko Fresh und Vertretern aus der Bundespolitik thematisiert das Unternehmen zum Auftakt der neuen Runde das Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement.

Die Gewerkschaft NGG droht in Hessen mit den "größten Streiks, die diese Branche in der Bundesrepublik jemals erlebt" habe. Vorabankündigungen wie bei der Bahn werde es laut NGG nicht geben.

Ein Pariser Gericht hat eine Immobiliengesellschaft zu einer Geldstrafe von 585.000 Euro verurteilt, weil ein Gebäude im 9. Arrondissement ohne Genehmigung in Touristenunterkünfte umgewandelt wurde. Wie die Stadt Paris laut Mitteilung erklärte, handelt es sich um die bislang höchste verhängte Strafe in einem solchen Fall.

Die Bundesregierung plant die Einführung einer «Zuckerabgabe». Zur Konsolidierung des Haushalts ist daneben eine Erhöhung der Alkohol- und Tabaksteuer sowie der Abbau von Finanzhilfen geplant, wie es aus Kreisen des Finanzministeriums hieß. 

Mehr Transparenz auf der Speisekarte – oder mehr Bürokratie in der Küche? Die geplante Tierhaltungskennzeichnung spaltet die Branche. Zwischen politischem Anspruch und betrieblicher Realität geht es um mehr als nur ein Label. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Rheinland-Pfalz ist gegen die Einführung einer Bettensteuer. Der Verband plädiert dagegen für einen zweckgebundenen Gästebeitrag.

Die Europäische Union hat sich vorläufig auf eine Reform der Koordinierung der Sozialversicherungssysteme verständigt. Wie aus einer Mitteilung des Geschäftsreiseverbades BT4Europe hervorgeht, betrifft die Einigung insbesondere die Abschaffung der A1-Bescheinigung für kurzfristige grenzüberschreitende Geschäftsreisen.

Caroline von Kretschmann äußert sich zur Entlastungsprämie und nennt eine Beispielrechnung: Für die Auszahlung an alle Mitarbeiter wären 3,3 Millionen Euro zusätzlicher Umsatz erforderlich. Auch der DEHOGA Hessen kritisiert das Maßnahmenpaket der Bundesregierung.

Als Reaktion auf gestiegene Kosten durch den Iran-Krieg ermöglicht die Koalition eine steuerfreie Krisenprämie für Arbeitnehmer. Die Wirtschaft hat aber schon verhalten reagiert.

Der Kanzler hat mit einer Äußerung zur gesetzlichen Rente für Empörung gesorgt. Auf dem CDA-Kongress versucht er, die Gemüter zu beruhigen. Und er hat eine Botschaft für den Koalitionspartner.