HOTREC: Digitalstrategie der EU kann Unternehmen und Gemeinden stärken

| Politik Politik

HOTREC begrüßt die ehrgeizigen Ankündigungen der Europäischen Kommission zur Digitalpolitik. Maßnahmen, die sich mit der Verantwortung von Online-Plattformen, der starken Marktmacht einer begrenzten Anzahl von Akteuren, der besseren gemeinsamen Nutzung von Daten und der kooperativen Wirtschaft befassen, stellen einen positiven Schritt für kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen in der Europäischen Union dar.

In den letzten 20 Jahren haben Online-Plattformen die Art und Weise, wie Verbraucher Unterkunft und Reisen buchen, grundlegend neu gestaltet. HOTREC ist der Ansicht, dass sich ihre Schlüsselrolle in der heutigen Tourismuslandschaft in den EU-Vorschriften widerspiegeln muss, um ausgewogenere und fairere Märkte in Europa zu gewährleisten, die Interessen der Einheimischen und Bürger zu schützen und die Tourismusströme besser zu steuern.

Markus Luthe, Vorsitzender der HOTREC-Arbeitsgruppe Vertrieb und Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA), erklärte hierzu: „Es ist nun Konsens, dass die EU-Vorschriften mit der rasanten Entwicklung der Plattformwirtschaft nicht Schritt gehalten haben und nun einer grundlegenden Überarbeitung bedürfen. Was offline illegal ist, muss heute auch online illegal sein. Wenn es um die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Tourismus geht, muss sichergestellt sein, dass die lokalen Behörden reguleirende Maßnahmen festlegen, Steuern einziehen und Verkehrsströme lenken können müssen. Hierfür benötigen sie mehr als einen nur arg begrenzten Zugang zu den Plattform-Daten und einen lückenhaften Rechtsrahmen. Die digitalen Regeln der EU müssen Reiseziele und lokale Unternehmen unterstützen: Sie sind der Grund, warum die Verbraucher überhaupt online gehen, um Reisen und Unterkünfte zu buchen“.

Die Mitteilung der Europäischen Kommission mit dem Titel „Europa fit für ein digitales Zeitalter: Auf dem Weg zu einer wahrhaft europäischen digitalen Gesellschaft“ legt einen ehrgeizigen Plan mit politischen Vorschlägen für die kommenden zwei Jahre fest, der folgende Maßnahmen umfasst:

  • Ein Gesetzespaket zu digitalen Diensten, um die Verantwortung von Online-Plattformen zu stärken und die administrative Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden zu fördern. Das Paket könnte eine Bewertung und mögliche Anpassung der EU-Wettbewerbsregeln beinhalten.
  • Ein gesetzlicher Rahmen für die Datenverwaltung und ein Datengesetz, das sich mit dem Datenaustausch zwischen Unternehmen und Behörden befassen könnte, sowie Klarstellungen zu B2B-Datenaustauschszenarien.
  • Ein Aktionsplan für digitale Bildung, um junge Menschen effektiv auf das digitale Zeitalter vorzubereiten und die Zahl der Absolventen mit fortgeschrittenen digitalen Fähigkeiten zu erhöhen.
  • Eine KMU-Strategie, um kleinen und mittleren Unternehmen zu helfen, wettbewerbsfähiger und innovativer zu werden, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und von der Digitalisierung zu profitieren.
  • Eine Initiative zur digitalen Besteuerung unter Berücksichtigung der im Rahmen der OECD bereits erzielten Fortschritte.

 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Sekt oder Bier bei der Konfirmationsfeier oder der Jugendweihe: Das war seit Generationen üblich. Doch die Gefahren durch Alkohol werden inzwischen viel ernster genommen. Der Gesetzgeber reagiert.

Seit dem 12. August gelten erste Vorgaben der europäischen Verpackungsverordnung PPWR verbindlich. Für Hotels und Gastronomiebetriebe kann die eigene Marke auf Verpackungen zusätzliche Verantwortlichkeiten auslösen.

Deutschlands Arbeitgeber pochen auf eine Arbeitszeit-Reform. Sie wollen - aus ihrer Sicht endlich - eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Der DGB warnt vor einem Rückfall ins 19. Jahrhundert.

Höhere Steuern und damit höhere Preise für Brot, Butter und Obst: Darauf zielt ein Vorschlag von Ökonom Clemens Fuest. Er will Einheitlichkeit bei der Mehrwertsteuer und im Gegenzug manche entlasten.

Ab 2027 plant Duisburg die Einführung einer Bettensteuer von drei Euro pro Nacht. Während die Stadt mit Einnahmen zur Haushaltskonsolidierung rechnet, kritisiert die Hotelbranche den zusätzlichen Aufwand und warnt vor Abwanderungseffekten.

Die Europäische Kommission will Mitgliedstaaten und Kommunen mit dem geplanten Affordable Housing Act zusätzliche Instrumente gegen Wohnungsdruck an die Hand geben. Ein Schwerpunkt des Vorhabens sind Maßnahmen im Zusammenhang mit Kurzzeitvermietungen wie Airbnb.

Die geplante stärkere Besteuerung alkoholischer Getränke stößt einer Umfrage zufolge bei einer großen Mehrheit der Bürger auf Zustimmung. Knapp zwei Drittel gaben in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa an, dass sie diesen Vorstoß der Bundesregierung für sinnvoll halten.

Die Bundesregierung plant, die Mittel für die Tourismusförderung im Bundeshaushalt 2027 um 449.000 Euro zu reduzieren. Die Grünen kritisieren die Kürzung und fordern Änderungen im weiteren Haushaltsverfahren.

Was steht oben, wenn Nutzer WM-Spiele, Hotels oder Routen googeln? Zu oft nur Googles eigene Angebote, urteilt Brüssel. Die Millionenstrafe könnte US-Präsident Donald Trump verärgern. Der Hotelverband freut sich, dass die Kommission Zähne zeige.

Die EU hat den Weg für die Destillation von Rot- und Roséweinen freigemacht. Damit kann aus Wein Industriealkohol werden. Der wird unter anderem für Reinigungsmittel verwendet.