Jérôme Bocuse verurteilt Krawalle und Angriff auf die Statue seines Vaters – Kritik an Frankreichs Regierung

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Jérôme Bocuse hat die Beschädigung der Statue seines Vaters Paul Bocuse sowie Brandstiftungen und Plünderungen verurteilt und der französischen Regierung Versagen vorgeworfen. In einem auf Facebook veröffentlichten offenen Brief vom 17. Oktober 2026 schreibt er, die Statue sei von Randalierern vom Sockel gerissen und verwüstet worden. Er fordert, die Verantwortlichen zu identifizieren, festzunehmen und zu verurteilen.

Bocuse beschreibt seine Reaktion als Wut und Abscheu. Eine Statue lasse sich reparieren. Die Scham, die er an diesem Abend für das von ihm geliebte Land empfinde, werde dagegen so schnell nicht verschwinden.

Neben der beschädigten Statue berichtet Bocuse von angezündeten Gebäuden und geplünderten Geschäften. Die ersten Opfer seien Geschäftsinhaber, Handwerker und Familien, deren Lebenswerk durch Brände zerstört oder deren Geschäfte geplündert worden seien.

Bocuse wirft der Regierung mangelnden Schutz und fehlende Unterstützung vor

Die französische Regierung sei völlig ineffektiv, schreibt Bocuse. Sie könne weder auf die Not der Franzosen reagieren noch der Polizei die erforderlichen Mittel geben, um das Land, seine Geschäfte und sein kulturelles Erbe zu schützen.

Aus der Perspektive der Vereinigten Staaten, wo er nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren lebt, wirke Frankreich wie ein im Stich gelassenes Land. Randalierer und Plünderer hätten keine Angst, weil sie wüssten, dass ihnen nichts geschehen werde. Bocuse bezeichnet die Situation als nationale Demütigung.

Von der Regierung verlangt er konkrete Maßnahmen und Unterstützung für Geschäftsinhaber, die alles verloren hätten. Bei der Bestrafung der Verantwortlichen dürfe es weder bei einer rechtlichen Ermahnung noch bei einer symbolischen Geldstrafe bleiben.

Bocuse weist soziale Wut als Rechtfertigung für Zerstörungen zurück

Eine Rechtfertigung der Taten mit sozialer Wut lehnt Bocuse ab. Demonstrieren sei ein Recht. Brände zu legen, zu plündern, zu zerstören und das Andenken eines Verstorbenen zu beschmutzen, sei dagegen eine Schande.

Die Täter wüssten nicht einmal, wer der Mann gewesen sei, dessen Statue sie zu Boden geworfen hätten. Sein Vater habe als Sohn eines Kochs ganz unten angefangen und sein Leben lang an sieben Tagen in der Woche gearbeitet. Dabei habe er Tausende Köche ausgebildet und Hunderten Familien den Lebensunterhalt ermöglicht.

Bocuse dankt den Mitarbeitern und würdigt den Einsatz der Polizei

Ausdrücklich dankt Bocuse Paul Maurice Morel, dem Direktor der Brasseries Bocuse, dessen Sohn und den Mitarbeitern der Brasserie Le Sud. Sie hätten sich den Randalierern entgegengestellt, um die Statue zu retten. Während die Regierung weggesehen habe, hätten sie eingegriffen.

Auch den Polizisten spricht Bocuse seine Anerkennung aus. Sie hätten angesichts der Gewalt mutig gearbeitet. Verantwortlich seien diejenigen, die sie ohne die notwendigen Mittel handeln ließen. Bocuse kritisiert, in Frankreich verlange man Unmögliches von den Polizisten und lasse sie anschließend allein.

Frankreich verhängt örtliche Ausgangssperren nach Ausschreitungen und Plünderungen in Städten

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, waren landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten am Wochenende von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet worden. Die Regierung habe daraufhin örtlich begrenzte Ausgangssperren und einen verstärkten Polizeieinsatz angekündigt.

In Teilen von Paris sei eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis sechs Uhr verhängt worden. Auch in Lyon seien Ausgangsbeschränkungen und Demonstrationsverbote verhängt worden. Premierminister Sébastien Lecornu begründete die Maßnahmen dem dpa-Bericht zufolge unter anderem mit dem Schutz von Personen und Geschäften.

Innenminister Laurent Nuñez habe mangelndes vorausschauendes Handeln bei der Mobilisierung der Sicherheitskräfte und einen Kontrollverlust eingeräumt. Präsident Emmanuel Macron habe dessen Rücktrittsangebot abgelehnt und eine Klärung der Versäumnisse verlangt. Die Gelbwesten hätten unterdessen für den 24. Oktober 2026 zu weiteren Demonstrationen aufgerufen.

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