Kaffee im Mehrwegbecher: Angebote für Pfandsysteme wachsen

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Mit umweltbewussten Pfandsystemen wollen mehrere hessische Städte und Kreise der Müllberg mit Einmal-Kaffeebechern verkleinern helfen. Das Prinzip ist überall ähnlich: Für ein paar Euro erhalten Kaffeeliebhaber eine Pfandmarke oder einen Mehrwegbecher, den sie nach Gebrauch in allen teilnehmenden Cafés, Bäckereien oder Tankstellen abgeben können und dafür ein frisches Exemplar erhalten. Die abgegebenen Becher werden gespült und wieder in Umlauf gebracht, damit weniger Mitnehmpappbecher im Müll landen. Der pfandlose Deckel kann in der Regel dazu gekauft werden.

In Frankfurt beispielsweise gibt es in immer mehr Cafés und Bäckereien den «#MainBecher», der von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) ins Leben gerufen wurde. «Wir sind mit dem Thema am Puls der Zeit», sagt FES-Sprecher Stefan Röttele. Das Pfandsystem sei mit 25 Partnern im September vergangenen Jahres gestartet, inzwischen würden sich 82 Geschäfte beteiligen. Der Projektstart sei gut verlaufen. Rund 30 000 «#MainBecher» zirkulieren Röttele zufolge in Frankfurt, bis 2021 sollen es rund 150 000 werden.

«Spannende Neuzugänge» wollen sich laut Röttele bald dem System anschließen, auch städtische Museen und Zoos seien von Interesse. Die FES wolle in absehbarer Zeit zudem analysieren, ob durch die nachhaltigen Becher weniger Einwegexemplare im Müll landen. Rund 25 Millionen to-go-Becher werden in Frankfurt nach Angaben der Stadt jährlich weggeschmissen.

Im benachbarten Main-Kinzig-Kreis soll bald der «#MainKinzigKrug» kommen. Wie die Frankfurter Version wird der Pfandbecher von der Hanauer Firma Nowaste produziert und ist nach Herstellerangaben biologisch abbaubar. Das Ziel sei, den Becher im Mai in die Geschäfte zu bringen, sagt Christa Hummel, die das Projekt ehrenamtlich initiiert hat. Über «Becherbotschafter» will Hummel die Trinkgefäße bei den Bürgern und möglichen Vertreibern bekannt machen. «Wenn das einfach nur eingeführt wird, wird es nicht genutzt», sagt sie.

Davon losgelöst möchte auch Hanau in den kommenden sechs Monaten ein Pfandsystem etablieren. Man feile derzeit am stadteigenem Design, erklärt eine Sprecherin. Ziel sei, die Systeme zwischen Stadt und Kreis dann zusammenzuführen. «Insellösungen helfen in puncto Nachhaltigkeit nicht weiter», sagt auch Röttele von der FES. Sein Betrieb stehe mit dem Main-Kinzig-Kreis in Kontakt. Langfristig sei auch das Frankfurter Pfandsystem als «Regionallösung» gedacht. Zustimmung kommt aus Wiesbaden, wo es nach Angaben der Stadt bislang kein stadtweites System gibt. Ideal wäre es, die Becher hessenweit zirkulieren zu lassen, erklärt ein Sprecher des Entsorgungsbetriebs.

In Kassel ist das Bechersystem Subcup beliebt. Das Unternehmen setzt im Gegensatz zu anderen Anbietern auf einen Mehrwegsilikondeckel, erklärt ein Sprecher. Subcup arbeite derzeit daran, das Pfandsystem noch weiter zu vereinfachen. Mit der «Nachhaltigkeitsromantik» sei es schnell vorbei, wenn Kauf und Rückgabe zu unbequem werden, sagt der Sprecher. Er schätze, dass etwa 40 bis 50 Betriebe in Kassel und Umgebung die lokalen Becher nutzen. Eine städteweite Kooperation mit einem Anbieter gibt es nach Angaben der Stadt Kassel nicht. Schätzungen einer Sprecherin zufolge werden in der nordhessischen Stadt knapp sieben Millionen Einwegbecher jährlich verbraucht.

Konkurrenz kommt vom bundesweiten Unternehmen Recup. Neben Wiesbaden, Frankfurt und Darmstadt finden sich dessen Becher auch vereinzeln in Hanau, Wetzlar, Gießen und Marburg. Recup sei «zufrieden mit der Situation in Hessen», teilt eine Sprecherin mit. Im Vergleich mit anderen Bundesländern gebe es aber weniger Ausgabestellen. Das könne daran legen, dass in Hessen nur Gießen eine «Städte-Kooperation» mit Recup habe, durch die eine Stadt das Pfandsystem bewerben könne.

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