Kommando «Tische raus»: Außengastronomie in NRW geöffnet

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Gut besetzte Tische am Rheinufer und an der «Kö» - erste Warteschlangen in der Düsseldorfer Altstadt: Trotz Windböen und mäßiger Wetterprognose haben zahlreiche Gastronomen am Freitag in Nordrhein-Westfalen ihre Außenbereiche erstmals nach monatelangem Lockdown wieder geöffnet.

Die pandemiegeplagten Gaststätten dürfen in gut der Hälfte aller kreisfreien Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen ihre Biergärten und Außenterrassen wieder öffnen. Die ersten Gäste ließen nicht lange auf sich warten.

«Wir haben alle Tische, die wir zur Verfügung stellen dürfen, belegt», sagte der Düsseldorfer Gastronom Frank Engel am Abend. «Die Leute sind, glaube ich, sehr happy. Und der ein oder ander Regenguss hat keinen zum Gehen bewegt.» Auch das Rheinufer war gut besucht. Die Polizei erklärte, dass es bis zum frühen Abend zunächst keine Einsätze wegen Problemen mit Menschenansammlungen oder Ähnlichem gegeben habe.

Der Hotel- und Gaststättenverband dämpfte dennoch die Erwartungen: «Die Außengastronomie reicht für einen wirtschaftlichen Betrieb grundsätzlich nur sehr selten aus», sagte Thorsten Hellwig, Sprecher des Dehoga NRW.

Hinzu komme das wechselhafte Wetter: «Viele Wirte öffnen deshalb erst gar nicht. Abseits der Touristen-Hotspots macht das oft keinen Sinn. Wir warten händeringend auf die Öffnung der Innengastronomie. Viele schauen neidisch nach Soest und Münster.»

Aber auch dort bleibe das Geschäft beschränkt: «Der Platzverlust durch die Abstandsregeln betrug schon bei 1,50 Meter im Durchschnitt 40 Prozent. Jetzt haben wir zwei Meter, was wir überhaupt nicht verstehen. Solange Gastronomie und Hotellerie aufgrund staatlicher Auflagen gar nicht oder nur beschränkt öffnen kann, wird die Branche auf staatliche Hilfe angewiesen bleiben», so Hellwig.

Wirtin Kerstin Rapp-Schwan betreibt in Düsseldorf mit dem «Schwan» und dem «Beethoven» zwei Gaststätten abseits der «längsten Theke der Welt»: «Die Menschen, die kommen, sind glücklich. Die Stimmung ist super», berichtet sie. Allerdings: «Nicht alle haben einen Test dabei und die müssen wir wieder wegschicken.»

Und: «Damit es wirtschaftlich wird, muss es sich noch steigern», sagt sie. Petrus sei den Wirten nicht wohlgesonnen: «Bei schönem Wetter haben wir zu, bei schlechtem dürfen wir öffnen.»

Nach Einschätzung des Dehoga NRW werden am Pfingstwochenende nur gut ein Drittel der Gastronomen von den Öffnungsmöglichkeiten der Außenbereiche Gebrauch machen.

Das Personal im NRW-Gastgewerbe könnte unterdessen knapp werden, weil viele Mitarbeiter nach dem langen Lockdown mittlerweile Arbeit in anderen Branchen gefunden hätten, hatte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gewarnt. Bei Hotels, Gaststätten und Restaurants im bevölkerungsreichsten Bundesland gebe es einen Fachkräfteschwund historischen Ausmaßes.

Liegen in Nordrhein-Westfalen die Sieben-Tage-Inzidenzen stabil unter 100, dürfen Gaststätten draußen wieder Besucher bewirten. Das ist zum Pfingstwochenende in gut der Hälfte der Kreise und kreisfreien Städte des bevölkerungsreichsten Bundeslandes der Fall. Innenbereiche können erst ab einer Inzidenz von unter 50 geöffnet werden.

Zugang zur Außengastronomie bekommt nur, wer ein negatives Schnelltestergebnis vorlegen kann, oder vollständig geimpft oder genesen ist. (dpa)


 

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