Minister wollen bei Treffen Winzer in Weinbaukrise stärken

| Politik Politik

Beim ersten Treffen aller zuständigen Minister und Ministerinnen der Bundesländer mit Weinbau soll es mitten in der Krise der Branche um ihre Stärkung gehen. Am Donnerstag und Freitag wollen die Ressortchefs aus acht Ländern im hessischen Rheingau über rechtliche und wirtschaftliche Verbesserungen für Winzerinnen und Winzer beraten. Steigende Kosten, weniger Konsum, Überproduktion und internationale Konkurrenz setzen den Weinbau unter Druck.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es im Kloster Eberbach bei Eltville unter anderem um Reformen des Weinrechts und eine verständlichere Kennzeichnung der Flaschen. Ziel ist es, die Orientierung für Verbraucher und damit die Vermarktung für Winzer zu verbessern. 

Die Hälfte aller Bundesländer betroffen

Eingeladen sind - abgesehen von Hessen - Ministerinnen und Minister aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Zudem geht es bei dem Treffen um Bürokratieabbau. Aktuell machen Staat und Weinbranche umfangreiche Vorschriften, wie ein Wein sein muss, um eine bestimmte Bezeichnung zu bekommen. Hessischer Wunsch ist es nach dpa-Informationen, dass die Branche sich mehr Profil gibt und die Anbaugebiete zunehmend selbst definieren, welche Eigenarten ihre Weine haben sollen. 

Befristeter Stopp der Neuausweisung von Rebflächen?

Überdies könnten Weinbaubetriebe perspektivisch auch bei der Werbung sowie bei Kontrollen mehr Eigenverantwortung übernehmen, hieß es vor dem Ministertreffen. Aufgabe von Bund und Ländern sei es, diesen Systemwechsel zu mehr Selbstverwaltung zu unterstützen und tragfähige Finanzierungskonzepte mit der Weinbranche zu entwickeln. 

Vom Bund wünschen sich die Länder nach dpa-Informationen auch, er möge sich bei der EU für einen regionalisierten, befristeten Stopp der Neuausweisung zusätzlicher Rebflächen einsetzen. 

Der einladende hessische Weinbauminister Ingmar Jung (CDU) betont immer wieder, dass von zehn in Deutschland getrunkenen Flaschen Wein nur vier aus heimischer Produktion stammen - mehr als die Hälfte wird aus anderen Staaten importiert. Nach Jungs Worten muss der deutsche Weinbau sichtbarer werden. Mit einer verbesserten Vermarktung würden die Kulturlandschaften der Weinbauregionen und damit letztlich auch der Tourismus gestärkt.

«Eigenständige Plattform über die Agrarministerkonferenz hinaus»

Bei dem Ministertreffen am Donnerstag und Freitag sollen weinbaupolitische Leitlinien erarbeitet werden. Die Zusammenkunft ist laut Hessens Weinbauministerium eine neue «eigenständige Plattform über die Agrarministerkonferenz hinaus». Das fast 900-jährige Kloster Eberbach ist ein Touristenmagnet und zugleich das hessische, derzeit defizitäre Staatsweingut. Es will sein Profil schärfen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die Gastronomie bekommt dauerhaft den Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent, um die wirtschaftliche Existenz der Betriebe zu sichern. Da massiv gestiegene Kosten für Personal und Lebensmittel die Margen unter Druck setzen, planen die meisten Unternehmen keine Preissenkungen, sondern nutzen die steuerliche Entlastung zur Stabilisierung ihrer Geschäfte.

Mit der Rückkehr zu 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen zum 1. Januar 2026, kommen neue administrative Herausforderungen auf Gastronomen zu. Ein aktuelles Merkblatt des DEHOGA gibt nun wichtige Hinweise zur steuerlichen Behandlung von Silvesterveranstaltungen, Pauschalangeboten und Anzahlungen.

Mit Kurzarbeit können Unternehmen Flauten überbrücken, ohne Beschäftigte entlassen zu müssen. Derzeit läuft die Wirtschaft nicht wie erhofft. Die Regierung zieht Konsequenzen.

Die Institutionen der Europäischen Union haben sich im Trilog-Verfahren auf eine vorläufige Einigung zur neuen Zahlungsdiensteverordnung verständigt. Die Verordnung definiert die Rahmenbedingungen für Zahlungsdienste und Kartenzahlungen innerhalb der EU neu.

Der europäische Dachverband der Hotels, Restaurants und Cafés, Hotrec, hat, mit einer breiten Allianz europäischer Wirtschaftsvertreter an das Europäische Parlament appelliert, auf neue Vorgaben für Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz zu verzichten. Statt neuer Gesetze wird ein zukunftsorientierter Ansatz gefordert.

Die geplante Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie steht vor der finalen Abstimmung im Bundesrat. Das Land Niedersachsen knüpft seine Zustimmung an die Bedingung, dass eine Pflicht zur digitalen Bezahlung eingeführt wird.

Die Gewerkschaft NGG und der DEHOGA Rheinland-Pfalz stecken in festgefahrenen Tarifverhandlungen. Der DEHOGA wirft der NGG vor, Lohnsteigerungen für 100.000 Beschäftigte mit realitätsfernen Forderungen zu blockieren und die schwierige Wirtschaftslage der Betriebe zu missachten. Der Branchenverband fordert eine rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Der Nationale Normenkontrollrat hat sein Maßnahmenpaket zum Bürokratieabbau aktualisiert. Mehrere der 77 konkreten Vorschläge entsprechen langjährigen Forderungen des Gastgewerbeverbands DEHOGA und zielen auf eine deutliche Entlastung bei Arbeitsrecht und Arbeitsschutz ab.

Die Tarifverhandlungen für das Hotel- und Gaststättengewerbe in Rheinland-Pfalz befinden sich in einer kritischen Phase. Während der Arbeitgeberverband DEHOGA Rheinland-Pfalz ein mehrstufiges Angebot für Gehaltswachstum vorlegt, kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Landesbezirk Südwest dieses als „Mogelpackung“.

Nahtloser Einstieg statt Hängepartie: Das sächsische Innenministerium hat einen Erlass verabschiedet, der den Berufseinstieg von ausländischen Azubis und Studierenden vereinfacht. Vom Verband gibt es dafür Lob.