Nach Thomas-Cook-Pleite: Justizministerin will Reisende besser schützen

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Nach der Insolvenz des Tourismuskonzerns Thomas Cook will Justizministerin Christine Lambrecht Verbraucher besser vor Schäden durch abgesagte Pauschalreisen schützen. Man prüfe nun verschiedene Ideen, etwa eine Kombination von Versicherung und Fonds, sagte die SPD-Politikerin der «Bild»-Zeitung (online). «In einem solchen System würden sowohl Reiseveranstalter als auch Kunden einen geringen Betrag in einen Fonds einzahlen, der im Insolvenzfall in Anspruch genommen werden kann.» Über die konkrete Ausgestaltung werde noch gesprochen.

Die deutsche Thomas Cook, zu der Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, hatte nach der Pleite der britischen Mutter Ende September Insolvenzantrag gestellt. Kunden sollen ab Dezember Entschädigung erhalten. Doch es zeigt sich, dass viele Verbraucher nur einen Teil ihrer Kosten für stornierte Reisen zurückbekommen. So wurde nach jüngsten Angaben des Versicherers Zurich Deutschland schon ein Schaden von 250 Millionen Euro gemeldet, Thomas Cook war aber nur bis zur gesetzlichen Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro versichert. Wie viel Geld Kunden erhalten, ist laut Zurich noch unklar, da die Höhe der Gesamtschadenssumme noch nicht feststeht.

Justizministerin Lambrecht sagte der «Bild», ein Fonds könnte Lücken bei Insolvenzschäden schließen. Man arbeite daran, «in den nächsten Wochen eine Lösung zu finden». Im Falle eines Fonds sei mit «geringen Preisaufschlägen» für Reisende zu rechnen.

Nach der Pleite von Thomas Cook haben die Justizminister der Bundesländer auch eine Erhöhung der Haftungsgrenzen auf die Agenda ihrer Herbstkonferenz am Donnerstag in Berlin gesetzt. In einer Vorlage auf Initiative Bayerns heißt es, die bislang geltende Begrenzung der Haftung bei Insolvenz auf 110 Millionen Euro pro Geschäftsjahr sei nicht mehr zeitgemäß.


 

 

 

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