Nationale Tourismusstrategie – Pläne der Regierung und Stimmen aus der Branche

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Die neue Nationale Tourismusstrategie ist beschlossen. Mit dem Ziel, den Tourismusstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, setzt die Bundesregierung auf eine Kombination aus Bürokratieabbau, steuerlichen Erleichterungen und einer Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Branchenverbände wie der DEHOGA Bundesverband, der Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft und der Deutsche Reiseverband (DRV) bewerten die Strategie als wichtiges Signal für das Gastgewerbe und die Reisewirtschaft, mahnen jedoch eine zügige Umsetzung der angekündigten Maßnahmen an.

Schwerpunkte für das Gastgewerbe: Flexibilität und Steuererleichterungen

Ein zentraler Aspekt der Strategie ist die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes. Hierbei ist eine Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit vorgesehen, um auf die spezifischen Nachfragespitzen im Gastgewerbe reagieren zu können. Zudem sollen die Betriebe durch eine Senkung der Körperschaftsteuer sowie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten finanziell entlastet werden. Zur Sicherung des Arbeitskräftebedarfs sieht die Strategie die Einrichtung einer zentralisierten Work-and-Stay-Agentur vor. Diese soll gemeinsam mit beschleunigten Visa-Verfahren und neuen Arbeitsanreizen dazu beitragen, den Fachkräftemangel in der Branche zu bekämpfen. Guido Zöllick, Präsident des DEHOGA Bundesverbandes, betont die Relevanz dieser Schritte und erklärt, dass die Strategie mit ihren Schwerpunkten zum Bürokratieabbau, zur Fachkräftegewinnung oder auch zur Flexibilisierung des Arbeitszeitrechts die richtigen Akzente setze.

Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbands Deutschland (IHA), erklärt: „Die neue Nationale Tourismusstrategie ist ein wichtiges und starkes Signal. Deutschland will im Tourismus wieder vorne mitspielen. Wir begrüßen ausdrücklich den Kurs der neuen Nationalen Tourismusstrategie und danken dem Einsatz von Dr. Christoph Ploß, der die Themen Tempo, Wettbewerbsfähigkeit und Entbürokratisierung klar adressiert. Entscheidend ist jetzt, dass die angekündigten Maßnahmen schnell und spürbar in den Betrieben ankommen – mit weniger Papier, verlässlicher Infrastruktur, digitalen Verfahren und einem Arbeitsmarkt, der Flexibilität ermöglicht.“

„Als Dachverband der Tourismuswirtschaft begrüßen wir den klaren wirtschaftspolitischen Fokus der Strategie. Das ist ein wichtiges Signal für die Branche in aktuell nicht immer einfachem Fahrwasser. Die Themen und Maßnahmen, die wir als BTW gefordert haben, um den Tourismusstandort einerseits und die Tourismusbranche als Arbeitgeber und wichtige Wirtschaftskraft anderseits zu stärken, finden sich in diesem Papier wieder“, kommentiert der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft Sören Hartmann. „Nicht minder wichtig: Die Bundesregierung betont schwarz auf weiß ihre Wertschätzung gegenüber unserer Branche und deren gesellschaftlichen wie volkswirtschaftlichen Wert.“

Impulse für die Reisewirtschaft und den Outgoing-Tourismus

Auch für die organisierte Reisewirtschaft enthält das Papier wesentliche Eckpunkte. Der Fokus liegt hier auf der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Reiseanbieter. Ein wichtiger Punkt ist die Weiterentwicklung der Insolvenzabsicherung über den Deutschen Reisesicherungsfonds (DRSF), wobei eine Senkung der Kostenbeiträge für Reiseveranstalter angestrebt wird. Albin Loidl, Präsident des DRV, hebt zudem die Bedeutung des Luftverkehrs und der Infrastruktur hervor. Die angekündigten Schritte zur Senkung von Sicherheitsgebühren und Standortkosten stärken laut Loidl die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Reiseanbieter und Fluggesellschaften auf internationaler Ebene und damit den Mobilitätsstandort Deutschland.

Maßnahmenkatalog zur Entlastung und Digitalisierung

Die Nationale Tourismusstrategie umfasst ein breites Spektrum an Einzelmaßnahmen, die darauf abzielen, administrative Hürden abzubauen und die Effizienz zu steigern. Ein konsequenter Bürokratieabbau soll durch weniger Berichtspflichten, straffere Verfahren und den Verzicht auf die Übererfüllung von EU-Vorgaben erreicht werden. Parallel dazu ist eine Stärkung der Verkehrsinfrastruktur geplant, was insbesondere die Anbindungen im Luftverkehr und an Kreuzfahrthäfen betrifft.

Der nachhaltige Kreuzfahrttourismus soll zudem durch Investitionen in Landstromanlagen und moderne Hafeninfrastruktur gefördert werden. Im Bereich der Digitalisierung setzt die Bundesregierung auf moderne Technologien wie die EUDi Wallet, um Reiseabläufe effizienter zu gestalten. Auf europäischer Ebene setzt sich die Regierung für eine bürokratiearme Pauschalreiserichtlinie ohne zusätzliche nationale Regulierungen ein.

Die Verbände betonen, dass die Strategie unter der Leitung von Dr. Christoph Ploß, dem Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft und Tourismus, in kurzer Zeit finalisiert wurde. Nun liege das Augenmerk der Branche auf der zeitnahen praktischen Realisierung der Reformen, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Tourismus im internationalen Vergleich nachhaltig zu sichern.


 

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