Potsdam plant Verpackungssteuer

| Politik Politik

Nach Städten wie Tübingen und Konstanz will auch die Landeshauptstadt Potsdam in diesem Jahr mit einer Verpackungssteuer für Einwegprodukte nachziehen. Zahlen müssen die kommunale Abgabe Verkäufer, die Speisen und Getränke in Einwegverpackungen etwa zum Mitnehmen anbieten.

Die Beschlussvorlage werde am 4. März in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, kündigte die Stadt an. Die Steuer soll zum Juli in Kraft treten. Je Einwegverpackung soll eine Steuer von 50 Cent bei Bechern, Tellern oder Schalen erhoben werden, für Einwegbesteck sind es jeweils 20 Cent. Vorbild ist die Stadt Tübingen, die bereits seit Anfang 2022 eine Verpackungssteuer erhebt. 

Kritik aus der Wirtschaft

Aus der Wirtschaft kommt Kritik an der Abgabe. Gerade kleine und mittlere Betriebe würden unnötig zusätzlich belastet, kritisierte die Industrie- und Handelskammer Potsdam bereits vor rund zwei Wochen. «Hier soll der angespannte Potsdamer Haushalt auf Kosten der Unternehmen entlastet werden.» Vom Hotel - und Gaststättenverband Dehoga hieß es, Zahlen müssten diese Steuern am Ende die Potsdamer an der Kasse. 

Potsdams Kämmerer wirbt für neue Verpackungssteuer

Potsdams Kämmerer Burkhard Exner (SPD) sagte laut Mitteilung : «Natürlich bedeutet die Einführung der Verpackungssteuer für viele Betriebe zunächst organisatorische Anpassungen. Zugleich bietet sie aber die Möglichkeit, Verpackungskonzepte neu zu denken und Einwegmaterialien gezielt zu reduzieren.» Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigten, dass solche Instrumente den Verbrauch von Einwegverpackungen senken können und das Erscheinungsbild der Stadt profitiere. 

Neuer Anlauf auch in Berlin

Einen neuen Anlauf für die Einführung einer Verpackungssteuer auf Einweg-Kaffeebecher, Pizzakartons oder Aluschalen unternehmen die Berliner Bezirke. Der Senat lehnte das bislang ab. Vor kurzem ebnete der Kölner Stadtrat den Weg zu einer Verpackungssteuer in der Rheinmetropole. Branchenverbände sehen negative Auswirkungen für betroffene Unternehmen. (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Bestimmte Geschäftsreisen sollen nach einer EU-Reform von der vorherigen A1-Meldung ausgenommen werden, berichtet der VDR. Bis die neuen Vorschriften anwendbar sind, müssen Unternehmen die bisherigen Vorgaben beachten.

Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis. Klingbeil rechnet dennoch mit schneller Einigung.

Die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll dem Staat im Jahr rund eine Milliarde Euro einbringen. Das geht aus einem Entwurf des Finanzministeriums hervor, über den zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Im Bundestag sind die Pläne der Regierung umstritten.

Ab 1. Oktober dürfte der Kaffee im Wegwerfbecher in Potsdam teurer werden. Die Landeshauptstadt führt im Alleingang eine Verpackungssteuer ein. Massive Kritik kommt aus der Wirtschaft.

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband hat die Plattform minijobs-erhalten.de gestartet, um auf drohende Kostensteigerungen und Belastungen für Minijobs aufmerksam zu machen.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine umfassende Reform des Datenschutzes. 90 Prozent der Unternehmen halten laut Bitkom-Umfrage eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig.

Kurz vor dem geplanten Start der Verpackungssteuer in der brandenburgischen Stadt Potsdam reißt die Kritik nicht ab. Die Gastronomie ist verärgert, Bürger sind verunsichert. Die Steuer auf Einweg-Verpackungen soll trotzdem zum 1. Oktober kommen.

Bei einer Anhörung des Tourismusausschusses haben Vertreter der Reisebranche über Verwaltungsaufwand und digitale Konkurrenz gesprochen. Der Deutsche Reiseverband fordert faire Wettbewerbsbedingungen und Unterstützung kleinerer Unternehmen beim Einsatz von KI.

Digitale Belege sollen bald Standard werden. Dazu hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums beschlossen. Welche Regeln und Ausnahmen das Kabinett für die Kassenpflicht vorsieht.

Der Thüringer Heilbäderverband hat beim Thema Kurbeitrag auch Geschäftsreisende im Blick. Nach Widerstand der Kammern hat sich nun der Hotel- und Gaststättenverband dazu geäußert.