NGG sieht Arbeitsbedingungen als Grund für Fachkräftemangel in Gastronomie

| Politik Politik

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sieht in den Arbeitsbedingungen einen Hauptgrund für den Mangel an Fachkräften im Gastgewerbe.

Wie der thüringische NGG-Landesgeschäftsführer Jens Löbel am Dienstag in Erfurt mitteilte, hätten in einer Befragung unter Auszubildenden 59 Prozent der angehenden Hotelfachleute und 54 Prozent der Azubis in der Küche beklagt, regelmäßig Überstunden machen zu müssen. Oftmals würden diese auch noch kurzfristig angesetzt, was eine vernünftige Planung des Alltags unmöglich mache.

Neben der Verbesserungen der Arbeitsbedingungen mahnte Löbel auch die Umsetzung des aktuellen Tarifvertrags in den Betrieben an. NGG und der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Thüringen haben für rund 30.000 Beschäftigte der Branche vereinbart, dass der Einstiegsverdienst im Rahmen der Laufzeit auf über 13 Euro pro Stunde klettert. Fachkräfte mit zweijähriger Betriebszugehörigkeit kämen ab Oktober auf einen Stundenlohn von 14,23 Euro.

Wenn die Unternehmen der Branche die Lohnerhöhungen tatsächlich zahlten, sei dies «ein enormer Schub fürs Portemonnaie der Beschäftigten.» Dem Dehoga gehören in Thüringen eigenen Angaben zufolge rund 1100 Betriebe an. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Unternehmen, die in Baden-Württemberg Corona-Hilfen zurückzahlen mussten, können jetzt auf eine Erstattung hoffen. Was das für 62.200 Betriebe und 437 Millionen Euro bedeutet – und warum das Finanzministerium jetzt am Zug ist.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist die Forderungen des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Qualität und Tierwohl in der landwirtschaftlichen Produktion.

Andere Länder haben mit einer Zuckersteuer bereits gute Erfahrungen gemacht. Experten der Akademie der Wissenschaften ermuntern zur Einführung auch in Deutschland.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert die Bundesregierung zu umfassenden Reformen auf. Wenn die Koalition ihre Mehrheit im Bundestag nicht nutze, sei dies schon «hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit».

Werden Arbeitnehmer in Deutschland zu oft krankgeschrieben? Ja, befand Kanzler Merz schon am Wochenende. Er bekam dafür auch Kritik zu hören. Doch er bleibt bei seiner Position.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, sagte der CDU-Chef.

Die Einführung des verpflichtenden staatlichen Tierwohllogos verzögert sich deutlich. Wie Union und SPD im Bundestag beschlossen haben, wird der Start der Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 verschoben. Diese zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um das System grundlegend nachzubessern und bereits ab Mitte 2027 auch auf Restaurants, Kantinen und die allgemeine Gastronomie auszuweiten.

Die Pläne der SPD zur Neugestaltung der Erbschaft- und Schenkungsteuer stoßen bei Wirtschaftsverbänden auf deutliche Ablehnung. Sowohl der DEHOGA Bundesverband als auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände warnen vor massiven Folgen für den deutschen Mittelstand und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts.

Die erste Tarifrunde im hessischen Gastgewerbe endet ohne Ergebnis. Während die Gewerkschaft NGG das Arbeitgeberangebot als respektlosen Reallohnverlust kritisiert, pocht der DEHOGA auf die notwendige Stabilisierung der Betriebe durch die Mehrwertsteuersenkung.

In Bad Kreuznach sind die Tarifverhandlungen für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe vorerst ohne Einigung zu Ende gegangen. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz reagierte auf das Scheitern der Gespräche mit deutlicher Kritik an der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).