Österreich will Energiekosten eindämmen

| Politik Politik

„Da fällt vielen in der Branche ein Stein vom Herzen“, begrüßt der Präsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Walter Veit, die von der Bundesregierung vorgestellten Pläne zur Eindämmung der Energiekosten.

Die Belastung durch den enormen Energiepreisanstieg – dessen Ende noch nicht absehbar sei – stelle Österreichs Hotels nach zwei Jahren Krise vor enorme Herausforderungen. „Dass die Regierung mit der Senkung der Elektrizitätsabgabe jetzt auch die Dienstleister entlastet, ist ein wichtiger Erfolg: Das begrüßen wir absolut“, erklärt Veit.

Beim ersten Energiepreisgipfel hatte die Regierung Haushalte mit 150 Euro Energiekostenausgleich und der produzierende Sektor mit einer Erhöhung der Energieabgabenvergütung entlastet, Dienstleister aber mit dem Kostenanstieg alleingelassen. Die ÖHV hatte das stark kritisiert und die Ausweitung der Energieabgabenvergütung auf Dienstleister gefordert. Im nunmehr beschlossenen Paket sieht Veit sogar einen Vorteil: „Es steigert sofort und unbürokratisch die Liquidität. Nichts ist jetzt wichtiger.“

ÖHV begrüßt Entlastung

Erleichtert ist die Branche auch über die Eindämmung des Kostenanstiegs für gewerbliche Zulieferer, Mitarbeiter und Gäste: „Wir spüren ja nicht nur die Belastung durch den direkten Kostenanstieg, wir zahlen auch höhere Preise an Geschäftspartner und steigende Löhne und Gehälter, bekommen außerdem die Zurückhaltung bei den Gästeausgaben zu spüren. Das Gesamtpaket ist stimmig und kommt zum richtigen Zeitpunkt“, so Veit.

Auch volkswirtschaftlich würden sich die Maßnahmen rechnen, ist Veit überzeugt: „Für den Bundeshaushalt schlägt sich die Ausweitung auf die Hotellerie kaum ins Gewicht und sichert gleichzeitig Betriebe und Arbeitsplätze.“

Veit: Preise genau beobachten, ggf. nachschärfen, rechtzeitig planen

Mit der Laufzeit bis Mitte 2023 ist Veit „fürs erste zufrieden. Aber wir müssen die Situation genau beobachten, um eventuell nachschärfen zu können, und brauchen spätestens vor Jahreswechsel den Fahrplan für das nächste Jahr. Wir müssen ja budgetieren. Ohne Planungssicherheit geht in der Privatwirtschaft gar nichts.“ 


Zurück

Vielleicht auch interessant

Zwischendurch hatte das Kanzleramt sie gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten - jetzt ist die Zuckersteuer in der Bundesregierung beschlossen. Der Bundestag ist am Zug.

Union und SPD wollen eine Steuer auf stark gezuckerte Getränke einführen. Um die Details wurde lange gerungen. Jetzt gibt es eine Einigung. CDU-Ministerpräsident Boris Rhein aus Hessen spricht von einem falschen Signal.

Sieben Prozent mehr Lohn fordert die NGG im bayerischen Gastgewerbe. Der Dehoga Bayern bietet zwei Erhöhungen bei 30 Monaten Laufzeit an – die Gewerkschaft hat das Angebot nach Angaben des Verbandes abgelehnt.

Kommt die Zuckersteuer noch? Die neun Länder-Agrarminister von CDU und CSU sind dagegen - und schreiben dem Kanzler einen Brief.

Bestimmte Geschäftsreisen sollen nach einer EU-Reform von der vorherigen A1-Meldung ausgenommen werden, berichtet der VDR. Bis die neuen Vorschriften anwendbar sind, müssen Unternehmen die bisherigen Vorgaben beachten.

Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis. Klingbeil rechnet dennoch mit schneller Einigung.

Die geplante Steuer auf zuckerhaltige Getränke soll dem Staat im Jahr rund eine Milliarde Euro einbringen. Das geht aus einem Entwurf des Finanzministeriums hervor, über den zuerst das «Handelsblatt» berichtete. Im Bundestag sind die Pläne der Regierung umstritten.

Ab 1. Oktober dürfte der Kaffee im Wegwerfbecher in Potsdam teurer werden. Die Landeshauptstadt führt im Alleingang eine Verpackungssteuer ein. Massive Kritik kommt aus der Wirtschaft.

Der Deutsche Hotellerie- und Gastronomieverband hat die Plattform minijobs-erhalten.de gestartet, um auf drohende Kostensteigerungen und Belastungen für Minijobs aufmerksam zu machen.

Die deutsche Wirtschaft fordert eine umfassende Reform des Datenschutzes. 90 Prozent der Unternehmen halten laut Bitkom-Umfrage eine gezielte Reform der Datenschutz-Grundverordnung für notwendig.