Österreich will grünes Impfzertifikat ab April schrittweise umsetzen

| Politik Politik

Österreich will im April schrittweise mit der Einführung eines grünen Corona-Impfzertifikats beginnen. Das Gesundheitsministerium werde in Kürze die rechtlichen Grundlagen dafür schaffen, sagte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch in Wien. In einer ersten Phase sollen die negativen Testergebnisse digital erfasst werden, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte. Das Impfzertifikat, wie es auch auf europäischer Ebene ab Juni eingeführt werden soll, sei ein gutes technisches Mittel, um wieder freies Reisen für Geimpfte, Getestete und Genese zu ermöglichen, so Kurz.

Den möglichen Zeitpunkt für Reiseerleichterungen verband Kurz mit der Öffnung der touristischen Infrastruktur in Österreich, also sobald Kultur, Gastronomie und Hotellerie wieder öffnen würden. «Ab dem Zeitpunkt sind alle deutschen Urlauber wieder willkommen in Österreich», sagte Kurz. Öffnungsschritte werde es je nach Entwicklung der Corona-Lage geben. Über weitere Maßnahmen werde die Regierung am nächsten Montag beraten.

Österreichs Regierung spricht sich zudem bei der Einschätzung der internationalen Gefahr durch das Virus gegen regionale Betrachtungen aus. «Wir wollen keine regionalen Fleckerlteppiche herstellen», sagte Außenminister Alexander Schallenberg auch mit Blick auf die deutsche Entscheidung, die Baleareninsel Mallorca von der Liste der Risikogebiete zu streichen.

Die Corona-Entwicklung in Österreich sieht Kanzler Kurz als weiterhin nicht alarmierend an. Der Anstieg der Zahlen seit Öffnung aller Geschäfte vor fünf Wochen sei linear und nicht exponentiell. Obendrein sei die Entwicklung regional sehr unterschiedlich, sagte Anschober. Speziell im Osten Österreichs sei die ansteckendere britische Virus-Variante inzwischen für 95 Prozent der Fälle verantwortlich.

ÖHV-Präsidentin Reitterer bietet der Regierung volle Unterstützung

 „Die Nachricht über die Einführung des EU-weiten Grünen Pass ist die beste seit langem“, begrüßt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer die Ankündigung von EU-Kommission und Bundesregierung. Können Impfungen, Testergebnisse und die Genesung von Covid-19 digital nachgewiesen werden, mache das den Grünen Pass zum lange erwarteten Game Changer: „Damit gewinnen wir nach einem Jahr voller Einschränkungen nicht nur unsere Reisefreiheit und die vielen kleinen Freuden des Alltags zurück. Für so viele Menschen in Österreich wäre er das Ticket zurück zum eigenen Einkommen und damit eine echte Perspektive.“ 

Dass der Grüne Pass EU-weit Anfang Juni und in Österreich schon im April umgesetzt werden soll, freut die Branchensprecherin umso mehr: „Die Hotellerie ist startbereit, sowohl technologisch als auch in Sachen Hygiene-Standards. April schaffen wir“, bietet Reitterer die ÖHV als Partner bei der Umsetzung an: „Wir bringen Branchenkompetenz und Praxiserfahrung ein, gerne schon ab morgen!“ (Mit Material der dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Die erste Tarifrunde im hessischen Gastgewerbe endet ohne Ergebnis. Während die Gewerkschaft NGG das Arbeitgeberangebot als respektlosen Reallohnverlust kritisiert, pocht der DEHOGA auf die notwendige Stabilisierung der Betriebe durch die Mehrwertsteuersenkung.

In Bad Kreuznach sind die Tarifverhandlungen für das rheinland-pfälzische Gastgewerbe vorerst ohne Einigung zu Ende gegangen. Der DEHOGA Rheinland-Pfalz reagierte auf das Scheitern der Gespräche mit deutlicher Kritik an der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht angesichts der Teuerung bei Nahrungsmitteln keinen Raum für weitere Preisaufschläge etwa für mehr Tierwohl oder auf stark gezuckerte Getränke. «Das kann ich nicht verantworten», sagte Rainer.

Der DEHOGA und die Gewerkschaft NGG haben sich auf einen neuen Entgelt-Tarifvertrag für das baden-württembergische Gastgewerbe geeinigt. Die Übereinkunft umfasst eine Laufzeit bis zum 31. März 2028. Kern der Einigung ist eine schrittweise Erhöhung der Löhne und Gehälter in insgesamt drei Phasen.

Das neue Gesetz zur Modernisierung der Schwarzarbeitsbekämpfung ist in Kraft. Durch digitale Buchprüfungen und automatisierten Datenaustausch will der Zoll illegale Beschäftigung effizienter aufdecken. Während das Gastgewerbe auf weniger Bürokratie hofft, wachsen die Anforderungen an die Dokumentationspflichten der Betriebe.

Der Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung übt deutliche Kritik an den Plänen des Finanzministers zur Preisprüfung in der heimischen Gastronomie. Er sieht die Verantwortung für die Inflation bei den hohen Energiekosten sowie staatlichen Abgaben.

Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Abgabe auf bestimmte Produkte.

In Italien war alkoholfreier Wein lange ein Tabu: Traditionalisten fürchteten eine Verwässerung der italienischen Weinkultur. Nach langen Debatten ist der Weg für die inländische Produktion nun frei.

Zum Beginn des neuen Jahres begrüßt der Hotelverband Deutschland (IHA) die Welcome Hotels als neues Mitglied in seinen Reihen. Die Hotelgruppe mit Sitz in Frankfurt am Main ist mit derzeit 14 Häusern in Deutschland vertreten.

In Österreich wird die Handhabung von Trinkgeldern im Hotel- und Gastgewerbe vereinheitlicht. Eine neue Verordnung ersetzt die neun unterschiedlichen Landesregelungen durch bundesweite Pauschalen, schafft Rechtssicherheit und stärkt die Auskunftsrechte der Mitarbeiter.