Reisebüros in Existenznot: Bundesweite Demonstrationen

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In mehr als 30 Städten wollen Inhaber und Beschäftigte von Reisebüros, Reiseveranstaltern und Busunternehmen am Mittwoch für einen Rettungsschirm für ihre Branche demonstrieren. «Wenn wir keine Hilfe bekommen, sind wir tot», sagte Anke Mingerzahn, Inhaberin eines Reisebüros in Suhl und Mitinitiatorin des Aktionsbündnisses «Rettet die Reisebüros - rettet die Touristik!»

Notwendig sei eine nicht rückzahlbare finanzielle Soforthilfe für die touristischen Unternehmen. Die Branche mit drei Millionen Beschäftigten, 15 000 Unternehmen und 290 Milliarden Euro Jahresumsatz werde von der Politik bisher im Stich gelassen. «Tourismus trägt hierzulande mehr zum Bruttoinlandsprodukt bei als Automobilindustrie oder Maschinenbau», sagte die Reiseorganisatorin Claudia Mades in München. «Jetzt brauchen wir echte politische Unterstützung und nicht nur Lippenbekenntnisse.»

Vor dem Bundeskanzleramt in Berlin will das Bündnis ebenso demonstrieren wie vor den Landtagen in Düsseldorf, Hannover, Potsdam und Kiel, auf dem Münchner Odeonsplatz, an der Frankfurter Hauptwache, dem Mainzer Staatstheater und am Deutschen Eck in Koblenz, am Nürnberger Flughafen, vor der Erfurter Staatskanzlei, auf dem Magbeburger Domplatz und auf dem Hamburger Rathausmarkt. Zu den wichtigsten Utensilien gehören leere Koffer und Liegestühle. Mal sind 20, mal 50 Demonstranten zugelassen, mit Mundschutz und unter Beachtung der Abstandsregeln.

Ausgangsbeschränkungen, die Schließung von Hotels und Gasthäusern sowie der Grenzen haben der Branche den Boden entzogen. Die Reisebüros hätten keine Einnahmen und müssten zudem noch Provisionen zurückerstatten, sagte Marion Tibursky, Inhaberin eines Reisebüros in Berlin.

Bei einer Unternehmensumfrage des Münchner Ifo-Instituts hatten Reisebüros- und -veranstalter den größten Einbruch gemeldet (minus 84 Prozent), gefolgt von der Luftfahrtbranche (minus 76 Prozent) und dem Gastgewerbe (minus 68 Prozent). Der Air-Berlin-Insolvenzverwalter und Condor-Sachwalter Lucas Flöther erwartet eine Flut von Pleiten in diesen Branchen. (dpa)


 

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