Restaurants und Wellness: Schweiz sperrt auf

| Politik Politik

Die Schweiz will die Corona-Schutzmaßnahmen weiter lockern. Die Zahl der gemeldeten Corona-Infektionen sinkt, deshalb sollen womöglich schon Ende Mai die Restaurant-Innenräume wieder genutzt werden dürfen, wie die Regierung am Mittwoch bekanntgab. Seit Mitte April sind bereits die Terrassen geöffnet. Voraussetzung ist, dass die Impfkampagne in hohem Tempo weitergeht und sich die Infektionslage nicht verschlechtert. Die definitive Entscheidung soll nach Pfingsten fallen.

"Wir sind überaus erleichtert", sagt Casimir Platzer, Präsident von GastroSuisse. "Unsere Branche musste lange ausharren, jetzt aber dürfen wir endlich auf eine vollständige Öffnung der Restaurants hoffen", freut sich Platzer. Nachdem die Fallzahlen seit der Öffnung der Aussenbereiche Mitte April weiter gesunken sind, hat der Bundesrat heute an seiner Medienkonferenz nämlich vorgeschlagen, am 31. Mai 2021 nun auch die Innenbereiche der Restaurants zu öffnen. Dieser Vorschlag geht nun zu den Kantonen in die Vernehmlassung. Am 26. Mai will der Bundesrat definitiv entscheiden. "Ich bin überzeugt, dass die meisten Kantone diesen Öffnungsschritt unterstützen werden", sagt Platzer.

Womöglich sollen dann auch Thermalbäder und Wellnesseinrichtungen wieder öffnen. Dort müsste zwar Abstand eingehalten werden, Kundinnen und Kunden könnten sich dort nach den jetzigen Vorschlägen aber ohne Maske aufhalten. Die Regierung will auch mehr Studenten an Universitäten in die Hörsäle lassen und die Homeoffice-Pflicht für Betriebe, die viel testen, in eine Empfehlung umwandeln.

Ende Mai soll auch entschieden werden, ob wie geplant ab Juli Großveranstaltungen wie Open-Air-Feste mit bis zu 3000 Besuchern, ab September mit bis zu 10 000 Besuchern erlaubt werden. Nach der Öffnung der Geschäfte Anfang März war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen anfangs noch leicht gestiegen. Seit April ist sie aber rückläufig, obwohl am 19. April Restaurantterrassen und Freizeiteinrichtungen wieder auf gingen. Am Mittwoch lag die binnen 14 Tagen gemeldete Zahl der Neuinfektionen bei 235 pro 100 000 Einwohner. Die Schweizer Behörden veröffentlichen eine Sieben-Tage-Inzidenz nur einmal pro Woche. (Mit Material der dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Während 60,4 Millionen Übernachtungen über Portale den Wohnraum unter Druck setzen, warnt Hotelier Marco Nussbaum vor der Lobby-Macht der Plattformen. Der Hotelverband IHA liefert mit einem neuen Leitfaden die Werkzeuge für Kommunen, um für faire Wettbewerbsbedingungen zu sorgen.

Die Ära der kleinen Kosmetikfläschchen in Hotelzimmern geht zu Ende. Ab 2030 untersagt eine neue EU-Verordnung Einwegverpackungen für Hygieneartikel im Beherbergungssektor. Während Hotels auf nachfüllbare Spendersysteme umstellen, bleibt der Verkauf von Reisegrößen im Einzelhandel vorerst erlaubt.

Die erste Tarifrunde für die Beschäftigten im niedersächsischen Gastgewerbe endete in Hannover ohne Abschluss. Während der Dehoga eine zweistufige Erhöhung um insgesamt 5 Prozent anbot, lehnte die Gewerkschaft NGG die Vorschläge ab. Die Verhandlungen werden im März fortgesetzt.

Die stellvertretende NGG-Vorsitzende Claudia Tiedge kritisiert Forderungen nach einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tags und warnt vor negativen Folgen für die Gleichstellung von Frauen.

Das Gastgewerbe in Sachsen-Anhalt sieht die seit Jahresbeginn geltende Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen zwar als spürbare Entlastung, schätzt die aktuelle Lage aber dennoch weiter als angespannt an.

Der DEHOGA setzt sich mit einer Kampagne für die Ablösung der täglichen Höchstarbeitszeit ein. Durch eine Umstellung auf die Wochenarbeitszeit sollen Betriebe sowie deren Beschäftigte von mehr Flexibilität profitieren. Die Bundesregierung braucht der Verband allerdings nicht mehr zu überzeugen. Die wöchentliche Höchstarbeitszeit ist längst in Planung.

Der CDU-Parteitag hat eine Steuer auf gezuckerte Getränke abgelehnt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther will aber noch nicht aufgeben und hat jetzt andere Pläne.

Mehrkosten fürs Mitnehmen? Potsdam will dem Beispiel Tübingen folgen und eine Verpackungssteuer einführen. Die Wirtschaft befürchtet, dass es am Ende der Kunde zu spüren bekommt.

Der Hotelverband Deutschland (IHA) knüpft die Unterstützung für den Digitalen Euro an klare Bedingungen. Für den Erfolg in Hotellerie und Gastronomie fordert der Verband Gebührenfreiheit bei Kleinbeträgen und feste Transaktionsgebühren statt prozentualer Kosten.

Knausern viele Wirte beim Lohn? Der Dehoga Bayern weist Vorwürfe der Gewerkschaft NGG entschieden zurück und betont, dass die Mehrwertsteuersenkung direkt in Lohnsteigerungen und Beschäftigungssicherung fließt.