Systemgastronomie fordert weniger Bürokratie und kündigt Milliardeninvestitionen an

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Die Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Systemgastronomie (BdS) Ende Juni in Berlin den politischen Dialog über die Zukunft der Branche in den Mittelpunkt gestellt. Rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis kamen nach Verbandsangaben zur Veranstaltung „SystemGastroConnect“ zusammen. Der Verband erklärte, seine Mitgliedsunternehmen planten in den kommenden Jahren Investitionen von rund drei Milliarden Euro, bis zu 600 neue Standorte sowie etwa 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze. Voraussetzung dafür seien aus Sicht des BdS verlässliche politische Rahmenbedingungen und ein konsequenter Bürokratieabbau.

Verband verbindet Investitionspläne mit Forderungen an die Politik

BdS-Präsident Matthias Kutzer erklärte in seiner Eröffnungsrede, die Systemgastronomie wolle ihren Beitrag zum wirtschaftlichen Aufschwung leisten. Dafür brauche die Branche wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen sowie weniger bürokratische Hürden. Wörtlich sagte er: „Wer möchte, dass Deutschland wirtschaftlich wieder stärker wächst, der muss auch denjenigen vertrauen, die unternehmerische Verantwortung übernehmen.“ Zudem erklärte Kutzer: „Wenn Politik, Wirtschaft und Sozialpartner gemeinsam pragmatische Lösungen schaffen, wenn Unternehmertum wieder stärker ermöglicht statt erschwert wird, und wenn Leistung wieder mehr Vertrauen und Anerkennung erfährt, dann wird die Systemgastronomie auch in Zukunft eine echte Erfolgsgeschichte für unser Land bleiben.“

BdS-Hauptgeschäftsführer Markus Suchert zog nach Angaben des Verbandes eine Bilanz der bisherigen Verbandsarbeit. Er verwies unter anderem auf die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen, die Unabhängigkeit der Mindestlohnkommission sowie weitere steuerliche Entlastungen. Zugleich betonte er, der Einsatz für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen werde fortgesetzt. Wörtlich sagte Suchert: „Die Systemgastronomie wird auch künftig ihren Beitrag zu mehr Wachstum, mehr Beschäftigung und mehr wirtschaftlicher Dynamik in unserem Land leisten. Denn wir sind nicht Teil des Problems. Wir sind Teil der Lösung.“

Politiker diskutieren über Arbeitsmarkt und Bürokratieabbau

An der Veranstaltung nahmen unter anderem Lilian Tschan, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, sowie die Bundestagsabgeordneten Sepp Müller und Dr. Christoph Ploß teil. Nach Angaben des BdS würdigte Tschan die vollständige Tarifbindung der Mitgliedsunternehmen und hob die Bedeutung der Tarifpartnerschaft sowie der unabhängigen Mindestlohnkommission hervor. Auch bei der Reform des Arbeitszeitgesetzes müssten die Interessen von Beschäftigten und Unternehmen berücksichtigt werden.

Sepp Müller sprach sich demnach für einen wirtschaftspolitischen Neustart und einen konsequenten Bürokratieabbau aus. Kommunale Verpackungssteuern bewertete er kritisch und befürwortete eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes hin zu einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit. Dr. Christoph Ploß verwies auf die Nationale Tourismusstrategie sowie die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen und plädierte ebenfalls für mehr Flexibilität im Arbeitszeitgesetz sowie weniger Bürokratie.

Diskussionen drehen sich um Fachkräfte und Wettbewerbsfähigkeit

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung standen nach Angaben des Verbandes Themen wie Fach- und Arbeitskräftesicherung, Erwerbsmigration, Arbeitszeitgesetz, Dokumentationspflichten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland im Mittelpunkt. An einem Politiktalk beteiligten sich unter anderem Marc Biadacz, Lisa Paus, Carina Knie-Nürnberg, Roland Wolf sowie die McDonald's-Franchisenehmerin Olga Vos. Diskutiert worden seien insbesondere schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Einen wirtschaftlichen Ausblick gab Jochen Pinsker vom Marktforschungsunternehmen Circana. Trotz eines weiterhin schwierigen Konsumumfelds habe die Systemgastronomie ihre Marktposition ausgebaut. Nach seinen Angaben stieg der Marktanteil auf 45,6 Prozent. Ergänzt wurde das Programm durch einen Vortrag von Dr. Hagen Lesch vom Institut der Deutschen Wirtschaft zur Sozialpartnerschaft und Tarifpolitik.

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