Tarifabschluss im niedersächsischen Gastgewerbe erzielt

| Politik Politik

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Niedersachsen haben sich am Mittwoch, dem 25. März 2026, auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt. Die Einigung erfolgte bereits in der zweiten Verhandlungsrunde und betrifft die Beschäftigten im Gastgewerbe in Niedersachsen.

Stufenweise Erhöhung der Entgelte

Der neue Tarifvertrag sieht laut einer gemeinsamen Mitteilung der Tarifpartner eine zweistufige Anhebung der Löhne und Gehälter vor. In einem ersten Schritt steigen die Entgelte zum 1. Mai 2026 um 3,0 Prozent. Eine weitere Erhöhung um 2,9 Prozent folgt am 1. Mai 2027.

Die Laufzeit der Vereinbarung ist auf zwei Jahre festgelegt. Der Entgelttarifvertrag kann nach Angaben der Verbände erstmals zum 30. April 2028 gekündigt werden. Damit erhalten sowohl die Unternehmen als auch die Angestellten Planungssicherheit für die kommenden 24 Monate.

Anpassung der Ausbildungsvergütungen

Neben den Fachkräften profitieren auch die Auszubildenden von der Tarifeinigung. Die Vergütungen steigen analog zu den prozentualen Erhöhungen der allgemeinen Entgelte. Ab Mai 2026 erhält ein Auszubildender im ersten Lehrjahr monatlich 1.030,00 Euro. Im zweiten Jahr steigt der Betrag auf 1.133,00 Euro und im dritten Jahr auf 1.288,00 Euro.

Zum 1. Mai 2027 erfolgt die zweite Anpassungsstufe für den Nachwuchs. Die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr erhöht sich dann auf 1.060,00 Euro. Im zweiten Ausbildungsjahr beträgt sie 1.166,00 Euro, während die Vergütung im dritten Jahr auf 1.325,00 Euro ansteigt.

Positionen der Tarifparteien

Jeanine Weigel, Landesbezirkssekretärin der Gewerkschaft NGG und Verhandlungsführende der Arbeitnehmerseite, bezeichnete das Ergebnis als notwendiges Lohnplus. „Die Beschäftigten in Niedersachsen in der Hotellerie und Gastronomie haben diese Lohnerhöhung angesichts der zu erwartenden steigenden Inflation dringend nötig“, so Weigel laut Mitteilung.

Auf Arbeitgeberseite verwies Verhandlungsführer Dirk Breuckmann, Vorsitzender der DEHOGA-Tarifkommission, auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er kommentierte den Abschluss als für beide Seiten noch tragfähig, insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Kostenbelastung, mit der die Betriebe im Gastgewerbe konfrontiert seien.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mit Ernst Fischer verliert das deutsche Gastgewerbe eine seiner bedeutendsten Persönlichkeiten. Der langjährige Präsident und spätere Ehrenpräsident des DEHOGA Bundesverbandes ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Sein Wirken reicht weit über seine Amtszeit hinaus.

Die Diskussion um die mögliche Abschaffung oder deutliche Einschränkung von Minijobs wird derzeit mit erstaunlich vielen Emotionen geführt – und erstaunlich wenig über die eigentlichen Auswirkungen. Ein Kommentar von Marc Schnerr.

Die Rentenkommission hat eine Reihe von Vorschlägen zur Zukunft der Alterssicherung vorgelegt. Vom Renteneintrittsfenster bis zur Kapitalrente – das steckt hinter den ungewohnten Begriffen.

Der DEHOGA kritisiert Pläne der Rentenkommission, den Sonderstatus von Minijobs künftig auf Schüler zu beschränken. Der Verband warnt vor erheblichen Folgen für die Personalplanung in Hotellerie und Gastronomie.

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat ein neues Landesgaststättengesetz beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem längere Öffnungszeiten für die Außengastronomie in künftig festzulegenden Ausgehvierteln.

Die Rentenkommission will beitragsfreie Minijobs künftig auf Schüler beschränken. Besonders das Gastgewerbe könnte von der geplanten Änderung betroffen sein: Jeder zweite Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie arbeitet auf Minijob-Basis.

München will die Vermietung von Ferienwohnungen künftig stärker kontrollieren. Der Sozialausschuss des Stadtrats hat eine Registrierungspflicht beschlossen und weitere Änderungen bei der Zweckentfremdung von Wohnraum auf den Weg gebracht.

Die Chefin der «Wirtschaftsweisen» wirbt für einen Abbau von Subventionen. Steigende Preise und Kosten könnten nicht immer wieder abgefedert werden. Deutschland lebe auf Pump. insbesondere fordert Monika Schnitzer die Rücknahme der Senkung der Mehrwertsteuer in der Gastronomie.

Die Chefin der «Wirtschaftsweisen» wirbt für einen Abbau von Subventionen. Steigende Preise und Kosten könnten nicht immer wieder abgefedert werden. Deutschland lebe auf Pump.

50 Cent extra pro Einwegbecher? Die Wirtschaft in Potsdam reagierte verärgert. Jetzt soll die Verpackungssteuer auf Einweggeschirr in der Landeshauptstadt später kommen als vorgesehen.