Tarifrunde bei Hotels und Restaurants im Südwesten steht an

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Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sieht auf die Verbraucher steigende Preise zukommen, wenn sich die Gewerkschaft in der kommenden Tarifrunde mit Forderung nach 9 Prozent mehr Geld durchsetzt. Der Vorsitzende der Tarifkommission der Dehoga Baden-Württemberg, Hans-Ulrich Kauderer, sagte in Stuttgart: «Das wäre auch nicht im Sinne der Beschäftigten, die ihre Arbeitsplätze behalten wollen: Dass die Zahl der Restaurants mit Bedienung im Land in den letzten zehn Jahren um fast 20 Prozent gesunken ist, verdeutlicht den hohen wirtschaftlichen Druck, unter dem das personalintensive Gastgewerbe steht.»

Im Hotel- und Gaststättengewerbe im Südwesten waren Ende vergangenen Jahres 132.000 sozialversicherungspflichtige Personen beschäftigt, wie die Arbeitgeber weiter mitteilten. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verlangt 9 Prozent mehr Geld und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen von 200 Euro. Weiterhin peilt sie einen Einstieg in Gespräche über die Zahlung von Zuschlägen für Wochenendarbeit an. NGG-Gewerkschaftsfunktionär Alexander Münchow sagte: «Wer eine Ausbildung hat, muss als Fachkraft auch von dem Lohn leben können. Daher ist ein deutliches Plus nötig! Nur so kann die Branche attraktiv bleiben.»

Letzter Tarifabschluss im Frühjahr

Die Gewerkschaft argumentiert unter anderem, dass die Branche von der geplanten Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent zum 1. Januar 2026 dauerhaft profitieren würde. Ob dadurch die Preise auf den Speisekarten sinken, ist allerdings fraglich. Dehoga-Tarifexperte Kauderer hielt dagegen, dass die Betriebe unter einem hohen Kostendruck und unter der zunehmend spürbaren Konsumzurückhaltung der Gäste litten. Er forderte eine «verantwortungsvolle Tarifpolitik» von der Gewerkschaft. Der NGG-Vertreter entgegnete, die Beschäftigten verdienten «für ihre harte Arbeit» zu wenig.

Im Frühjahr hatten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber auf sieben Prozent mehr Geld ab April 2025 geeinigt. Gültig sei der neue Entgeltvertrag bis zum 31. Dezember. Ein Verhandlungstermin für die nun anstehende Tarifrunde stand zunächst nicht fest. (dpa)


 

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