Tiefensee fordert höhere Bezahlung und neue Arbeitszeitmodelle in Thüringer Gastgewerbe

| Politik Politik

Thüringens Gastgewerbe kommt nach Meinung von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) nicht um eine höhere Bezahlung seiner Mitarbeiter und neue Arbeitszeitmodelle herum. Anders sei der Personalschwund während der Corona-Krise nicht zu stoppen, sagte Tiefensee am Freitag im Landtag in Erfurt. «Anständige Bezahlung und Arbeitsbedingungen sind nötig. Sonst werden wir im Wettbewerb verlieren.» Bei Arbeitszeitmodellen könnten auch Regionen in anderen Ländern als Vorbild dienen.

Tiefensee verwies auf ein Modell in Südtirol, wo sich bei den Öffnungszeiten die Gastronomen einer Region abstimmten und beispielsweise am Wochenende immer eine Gaststätte geschlossen habe. Das würde die Wochenendarbeit für die Mitarbeiter verringern.

Um die Personalnot im Thüringer Gastgewerbe zu verringern, unterstütze sein Ministerium den Hotel- und Gaststättenverband weiterhin beim Abwerben von Auszubildenden in Vietnam, kündigte der Minister an.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben in der reinen Getränke-Gastronomie im ersten Halbjahr 2021 nur noch halb so viele Menschen wie im Vorjahreszeitraum gearbeitet. Branchenweit gingen die Beschäftigtenzahlen um rund 16 Prozent zurück. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Abgabe auf bestimmte Produkte.

In Italien war alkoholfreier Wein lange ein Tabu: Traditionalisten fürchteten eine Verwässerung der italienischen Weinkultur. Nach langen Debatten ist der Weg für die inländische Produktion nun frei.

Zum Beginn des neuen Jahres begrüßt der Hotelverband Deutschland (IHA) die Welcome Hotels als neues Mitglied in seinen Reihen. Die Hotelgruppe mit Sitz in Frankfurt am Main ist mit derzeit 14 Häusern in Deutschland vertreten.

In Österreich wird die Handhabung von Trinkgeldern im Hotel- und Gastgewerbe vereinheitlicht. Eine neue Verordnung ersetzt die neun unterschiedlichen Landesregelungen durch bundesweite Pauschalen, schafft Rechtssicherheit und stärkt die Auskunftsrechte der Mitarbeiter.

Mit Blick auf die Finanzierungsprobleme der Rentenkasse hält es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für nötig, dass die Deutschen länger arbeiten und sich seltener und kürzer krankschreiben lassen.

Der Jahreswechsel 2026 markiert für das deutsche Gastgewerbe einen Wendepunkt bei den steuerlichen Rahmenbedingungen. Während eine dauerhafte Senkung der Umsatzsteuer auf Speisen die Betriebe entlastet, fordern neue gesetzliche Vorgaben beim Mindestlohn, höhere CO2-Preise und digitale Verwaltungsprozesse die Branche heraus.

Ab Januar 2026 müssen Gastronomen in Freiburg für Einwegverpackungen eine kommunale Steuer entrichten. Damit wird Freiburg nach Städten wie Konstanz ein weiterer Standort im Südwesten, der Einwegverpackungen mit einer lokalen Verbrauchssteuer belegt. In anderen Bundesländern bleibt die Lage hingegen uneinheitlich.

Spätestens zum 31. Dezember 2026 muss die Evaluierung des aktuellen Glücksspielstaatsvertrags in Deutschland abgeschlossen sein. Sie soll festhalten, ob die bisherigen Maßnahmen ausreichend sind, wie wirkungsvoll sie sich zeigen und wo Nachbesserungsbedarf ist. Neue Maßnahmen könnten dann ab 2028 in Kraft treten, denn solange läuft die bisherige Version des Glücksspielstaatsvertrags.

Die Bundesregierung hat das neue EinfachMachen-Portal freigeschaltet. Damit existiert erstmals eine zentrale Anlaufstelle auf Bundesebene, über die Bürger, Unternehmen, Verbände und Verwaltungsangestellte bürokratische Hindernisse direkt melden können.

Das OVG Münster bestätigt Rückforderungen von Corona-Hilfen im Bereich der Eventorganisation. Während das Gericht die strengen EU-Vorgaben für Entschädigungen betont, stellt der DEHOGA klar, dass das Urteil keinen großen Anlass zur Besorgnis für das Gastgewerbe bietet.