Urteil: Krankes Kind am Arbeitsplatz ist kein Kündigungsgrund

| Politik Politik

Erkrankt das Kind, müssen berufstätige Eltern sich darum kümmern, wer die Betreuung übernehmen kann. Findet sich niemand, können Mütter und Väter den Nachwuchs nur dann mit zur Arbeit bringen, wenn sie sich mit ihrem Chef abgesprochen haben. Geschieht das nicht, ist eine fristlose Kündigung seitens des Arbeitgebers aber nicht gerechtfertigt.

Das zeigt ein Urteil des Arbeitsgerichts Siegburg, auf das der Bund-Verlag auf seinem Blog für Betriebsräte hinweist. In dem verhandelten Fall (Az.: 3 Ca 642/19) ging es um eine Frau, die als Altenpflegefachkraft beschäftigt war. Sie war noch in der Probezeit. Als ihre Kinder erkrankten, nahm sie diese zeitweise mit zur Arbeit. Kurz darauf erkrankte die Arbeitnehmerin selbst und erhielt eine Kündigung von ihrem Arbeitgeber.

Abmahnung ist ausreichend

Dagegen erhob sie Kündigungsschutzklage. Das Arbeitsgericht Siegburg gab der Klage statt. Nach Entscheidung der Richter, durfte das Arbeitsverhältnis erst mit Ablauf der zweiwöchigen Kündigungsfrist in der Probezeit beendet werden - nicht aber fristlos.

Das Verhalten der Klägerin verletzte zwar aus versicherungsrechtlichen Gründen und wegen der bestehenden Ansteckungsgefahr für die älteren Patienten die Pflichten ihres Arbeitsverhältnisses. Es rechtfertige aber keine sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses, so das Gericht. In einem solchen Fall reiche eine Abmahnung grundsätzlich aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Jugendliche ab 14 Jahren dürfen in Begleitung etwa der Eltern in der Öffentlichkeit Bier, Wein oder Sekt trinken. Die Jugendministerin will das «begleitete Trinken» beenden.

Der Rat der Europäischen Union hat die Reform der Pauschalreiserichtlinie verabschiedet, um für mehr Klarheit bei Reisearten und außergewöhnlichen Umständen zu sorgen. Kritiker bemängeln jedoch die Beibehaltung der 14-tägigen Rückerstattungsfrist und fehlende Instrumente für globale Krisenszenarien.

Berlin führt eine Ausbildungsplatzumlage für Unternehmen ein. Wirtschaftsverbände kritisieren die Abgabe und sprechen von zusätzlichen Belastungen für Betriebe.

Mit gezielten Hilfen für den Tourismussektor hat die Regierung der EU-Inselrepublik Zypern ein Maßnahmenpaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts geschnürt.

Die Gewerkschaft NGG und der DEHOGA Niedersachsen haben sich auf einen neuen Entgelttarifvertrag geeinigt, der Lohnsteigerungen in zwei Stufen vorsieht. Auch die Vergütungen für Auszubildende werden bis 2028 schrittweise angehoben.

In der Schweiz wird im Juni 2026 über eine Begrenzung der Bevölkerungszahl abgestimmt. Ein Zusammenschluss der Tourismuswirtschaft stellt sich dagegen und sieht laut Mitteilung mögliche Auswirkungen auf Arbeitsmarkt, internationale Abkommen und den Tourismussektor.

Der Bayerische Landtag hat eine Reform des Zweckentfremdungsgesetzes beschlossen. Künftig können Kommunen eine Registrierungspflicht für Kurzzeitvermietungen einführen und auf Vermietungsdaten zugreifen.

Der Stadtrat der Stadt Zürich hat eine Volksinitiative zur Regulierung von Kurzzeitvermietungen für gültig erklärt und unterstützt deren Ziele. Gleichzeitig ist ein Gegenvorschlag im Zusammenhang mit einer Bauordnungsrevision geplant.

Die Tarifgespräche im Gastgewerbe von Rheinland-Pfalz sind ohne Einigung beendet. Der DEHOGA erklärt die Verhandlungen mit der NGG für gescheitert und empfiehlt den Betrieben eine freiwillige Lohnerhöhung von 3,5 Prozent.

Potsdam plant eine Verpackungssteuer gegen Müllberge noch in diesem Jahr. Andere Städte in Brandenburg zweifeln an der Abgabe: zu hoher Aufwand, zu wenig Wirkung.