Verbände wollen Geschäftsreise wiederbeleben

| Politik Politik

Der Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) und zwölf weitere europäische Geschäftsreiseverbände werben in einer Erklärung für eine europaweit einheitliche Vorgehensweise, um Unternehmen die schnelle Wiederaufnahme ihrer Reisetätigkeit zu ermöglichen.

Das Papier formuliert die Anforderungen der europäischen Wirtschaft an Maßnahmen für eine dynamische und nachhaltige Belebung des Geschäftsreiseverkehrs.

„Mit der gemeinsamen Initiative von 13 führenden europäischen Geschäftsreiseverbänden setzen wir ein starkes Signal der Einheit mit dem Ziel, den politischen Entscheidungsträgern länderübergreifend konkrete Vorschläge zu unterbreiten, wie Geschäftsreisen künftig wieder sicher und effizient durchgeführt werden können. Die Maßnahmen staatlicher Institutionen werden mitentscheidend dafür sein, ob die wirtschaftliche Erholung auch bei den Geschäftsreiseaktivitäten gelingen kann. Reisende und Unternehmen brauchen Reiseerleichterungen, verlässliche Informationen, klare Leitlinien und weniger Bürokratie, um eine effiziente Reiseorganisation, unternehmerische Fürsorgepflichten und geltende Vorschriften miteinander vereinbaren zu können“, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Hans-Ingo Biehl.

In dem Vorkrisenjahr 2019 hatten allein die deutschen Unternehmen und öffentlichen Institutionen über 55 Milliarden Euro für ihre Geschäftsreisen ausgegeben und damit einen wichtigen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung geleistet. Aktuell finden laut VDR-Barometerumfragen nur noch rund zehn Prozent der Geschäftsreisen im Vergleich zu 2019 statt.

Die gemeinsame Erklärung der 13 europäischen Geschäftsreiseverbände:

Maßnahmen für die schnelle Wiederaufnahme von Geschäftsreisen gefordert Geschäftsreisen im Inland, europa- und weltweit, sowie Messen und Kongresse sind Grundlagen für die aktuelle und zukünftige Wertschöpfung. Unsere Mitgliedsunternehmen entsenden ihre Ingenieure in die Welt, um Anlagen zu bauen, beauftragen Vertriebsmitarbeiter, um Aufträge global abzuwickeln, und schicken Wissenschaftler zu Instituten  und Konferenzen, um den wissenschaftlichen Austausch zu ermöglichen. Dies sind nur einige Beispiele. Um nachhaltige Geschäftsreisen im In- und Ausland während und nach der CoronaPandemie wieder zu ermöglichen, fordern wir:

1. Einführung des digitalen Gesundheitspasses Mit dem EU Digital Green Certificate als Standard, inländischen Gesundheitszeugnissen in vielen europäischen Ländern, CommonPass und/oder IATA TravelPass gibt es zahlreiche Initiativen für einen digitalen Gesundheitspass. Die Interoperabilität zwischen verschiedenen digitalen Gesundheitspässen in Europa und weltweit ist essentiell. Wir fordern die schnellstmögliche Einführung solcher digitaler Zertifikate, damit sich Geschäftsreisende wieder uneingeschränkt in Europa und möglicherweise sogar weltweit bewegen können.

2. Keine Quarantäne für gesunde Reisende beim Grenzübertritt Geschäftsreisende sollten ohne Quarantäne einreisen dürfen, wenn sie entweder eine Covid-19-Infektion überstanden haben, geimpft sind oder einen aktuellen negativen PCR-Test vorweisen können.

3. Europa kohärent wieder öffnen Die Wiederaufnahme des Geschäftsreiseverkehrs in Europa ist nicht nur eine Angelegenheit der Europäischen Union oder der EFTA. Alle europäischen Länder, inklusive Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich, sollten einheitlich handeln und ihre Grenzen für den dringend benötigten Geschäftsreiseverkehr öffnen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Die britische Regierung reagiert auf den Druck der Branche und führt ab April einen zusätzlichen Steuerbonus für Pubs ein. Während Schankbetriebe von spürbaren Entlastungen profitieren, bleibt eine entsprechende Unterstützung für Restaurants und Hotels vorerst aus.

Die Bundesregierung richtet die Tourismuspolitik neu aus. Mit einer Nationalen Tourismusstrategie, die heute im Kabinett zur Verabschiedung ansteht, sollen eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit ermöglicht werden, Überstunden steuerlich begünstigt und bürokratische Hürden für mittelständische Betriebe massiv abgebaut werden.

Der CDU-Wirtschaftsflügel will das Recht auf Teilzeit abschaffen. Mit dem Vorstoß sollen fehlende Arbeitskräfte kompensiert werden. Vielen Beschäftigten dürfte das nicht gefallen. Was bisher gilt im Überblick.

Die Pläne des Wirtschaftsflügels der Union, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, stoßen auf eine massive Welle der Kritik. Während die Mittelstands- und Wirtschaftsunion gegen „Lifestyle-Teilzeit“ vorgehen will, warnen SPD, Gewerkschaften und sogar Teile der CDU vor einem Realitätsverlust.

Die beiden größten freien Interessenverbände der österreichischen Tourismuswirtschaft rücken räumlich und strategisch enger zusammen. Ab Februar verlegt der Österreichische ReiseVerband (ÖRV) seinen Sitz in die Räumlichkeiten der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV) in Wien.

Berlin verschärft die Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit der neuen Verordnung steigen die Ausgleichszahlungen bei Abriss oder Umwidmung auf 4.600 Euro pro Quadratmeter, um den Schutz des Mietmarktes zu verstärken.

Nach verlorenen Prozessen lenkt das Wirtschaftsministerium in Stuttgart ein: Betriebe, die Corona-Soforthilfen der ersten Phase erhalten oder bereits zurückgezahlt haben, sollen entschädigt werden. Die Neuregelung schafft Klarheit für Anträge bis zum 7. April 2020.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, so der CDU-Chef.

Unternehmen, die in Baden-Württemberg Corona-Hilfen zurückzahlen mussten, können jetzt auf eine Erstattung hoffen. Was das für 62.200 Betriebe und 437 Millionen Euro bedeutet – und warum das Finanzministerium jetzt am Zug ist.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist die Forderungen des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Qualität und Tierwohl in der landwirtschaftlichen Produktion.