Verpackungssteuer: Bremen verschiebt Start

| Politik Politik

Die für Anfang kommenden Jahres geplante Steuer auf Einweggeschirr in Bremen wird erst später in Kraft treten. Ziele seien nach wie vor die rechtssichere Einführung und eine für alle Seiten möglichst unkomplizierte und nachhaltige Umsetzung, sagte eine Sprecherin von Umweltsenatorin Henrike Müller (Grüne) der Mediengruppe Kreiszeitung. Das gelinge aber nicht wie geplant zum 1. Januar 2026.

Vor allem für kleinere gastronomische Betreibe sei die Umstellung auf Mehrweggeschirr aller Voraussicht nach mit logistischen und finanziellen Mehrbelastungen verbunden. Deswegen sollten vor dem Gesetzgebungsverfahren die Träger öffentlicher Belange Stellung beziehen. 

Förderprogramm geplant

Der Bremer Senat wolle außerdem die wirtschaftlichen Auswirkungen abmildern und plane ein spezielles Förderprogramm Mehrweg. Damit solle etwa die Anschaffung von Mehrweggeschirr oder von Spülmaschinen unterstützt werden, hieß es. Bremen werde voraussichtlich 250.000 Euro zur Verfügung stellen. 

Schon seit 2024 gilt in Bremen ein weitreichendes Mehrweggebot für Veranstaltungen. Die Einführung der Verpackungssteuer soll die Verwendung von Einwegverpackungen deutlich reduzieren. 

Tübingen ist Vorbild

Vorbild ist die Steuer auf Einwegverpackungen in Tübingen. Dort seien von 110 geförderten Betreiben rund 53.000 Euro in Anspruch genommen worden. Zwar gebe es noch keine Prognose zur Zahl förderberechtigter Unternehmen im Land Bremen, nach Einschätzung des Senats dürften die 250.000 Euro vollständig abgerufen werden, hieß es (Tageskarte berichtete). (dpa)


Zurück

Vielleicht auch interessant

Berlin verschärft die Regeln gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum. Mit der neuen Verordnung steigen die Ausgleichszahlungen bei Abriss oder Umwidmung auf 4.600 Euro pro Quadratmeter, um den Schutz des Mietmarktes zu verstärken.

Nach verlorenen Prozessen lenkt das Wirtschaftsministerium in Stuttgart ein: Betriebe, die Corona-Soforthilfen der ersten Phase erhalten oder bereits zurückgezahlt haben, sollen entschädigt werden. Die Neuregelung schafft Klarheit für Anträge bis zum 7. April 2020.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, so der CDU-Chef.

Unternehmen, die in Baden-Württemberg Corona-Hilfen zurückzahlen mussten, können jetzt auf eine Erstattung hoffen. Was das für 62.200 Betriebe und 437 Millionen Euro bedeutet – und warum das Finanzministerium jetzt am Zug ist.

Die Österreichische Hotelvereinigung weist die Forderungen des Bauernbundes nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung zurück. ÖHV-Präsident Walter Veit fordert stattdessen einen stärkeren Fokus auf Qualität und Tierwohl in der landwirtschaftlichen Produktion.

Andere Länder haben mit einer Zuckersteuer bereits gute Erfahrungen gemacht. Experten der Akademie der Wissenschaften ermuntern zur Einführung auch in Deutschland.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert die Bundesregierung zu umfassenden Reformen auf. Wenn die Koalition ihre Mehrheit im Bundestag nicht nutze, sei dies schon «hart an der Grenze zur Verantwortungslosigkeit».

Werden Arbeitnehmer in Deutschland zu oft krankgeschrieben? Ja, befand Kanzler Merz schon am Wochenende. Er bekam dafür auch Kritik zu hören. Doch er bleibt bei seiner Position.

Wegen des hohen Krankenstands in Deutschland nimmt Bundeskanzler Friedrich Merz erneut die telefonische Krankschreibung ins Visier. Darüber müsse man mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, sagte der CDU-Chef.

Die Einführung des verpflichtenden staatlichen Tierwohllogos verzögert sich deutlich. Wie Union und SPD im Bundestag beschlossen haben, wird der Start der Kennzeichnungspflicht auf den 1. Januar 2027 verschoben. Diese zusätzliche Zeit soll genutzt werden, um das System grundlegend nachzubessern und bereits ab Mitte 2027 auch auf Restaurants, Kantinen und die allgemeine Gastronomie auszuweiten.