Einstweilige Verfügung: Google reagiert zu langsam auf Löschanträge

| Technologie Technologie

Egal ob Handwerksbetrieb, Restaurant oder Hotel. Google-Bewertungen haben für Unternehmen einen enormen Stellenwert und beeinflussen die Entscheidungen der potentiellen Kundschaft. Deswegen ist der Internetgigant Google dazu verpflichtet, ungerechtfertigte Negativbewertungen schnell zu löschen. Das hat das Landgericht Köln nun erneut bestätigt und erlies eine einstweilige Verfügung. Google hatte zuvor auf einen Löschantrag nicht schnell genug reagiert.

Wie das Portal LTO berichtet, ging es in dem Fall um ein Unternehmen aus der Pharmabranche, das von einem anonymen Nutzer eine 1-Sterne-Bewertung erhalten hatte - ohne Begleittext. Per Anwalt forderte das Unternehmen den US-Konzern auf, die Bewertung zu löschen. Google antworte jedoch, dass sich die Bearbeitung der Anfrage aufgrund der Corona-Pandemie verzögern könne.

Weil zwei Wochen später noch immer keine Löschung vorgenommen wurde und der Internetkonzern auf weitere Aufforderungen nicht reagierte, schaltete das Pharmaunternehmen das Gericht ein und beantragte eine einstweilige Verfügung gegen Google. Das Landgericht Köln kam dem Antrag nun nach und droht ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro an für den Fall, dass die Bewertung weiterhin öffentlich bleibt. 

Laut Gericht habe das Pharmaunternehmen glaubhaft machen können, dass die Bewertung willkürlich vorgenommen worden sei. Außerdem hätte Google in dem aktuellen Fall schneller handeln müssen. Der pauschale Verweis auf die Pandemie-Situation reiche nicht aus, um die Bearbeitungsfrist zu rechtfertigen, so das Landgericht.

Offenbar ist der Fall des Pharmaunternehmens keine Seltenheit. Das bestätigt auch Dr. Jörn Claßen, der das Unternehmen vertritt. In zwei Wochen habe er bereits drei einstweilige Verfügungen gegen Google erwirkt. Weitere seien laut Claßen „in der Pipeline“. Der Jurist erhofft sich nun eine Signalwirkung, die Google zum Umdenken bewegen könnte. Ansonsten drohe dem Internetriesen eine ganze Verfügungswelle.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Pressemitteilung

Otherwander Soho hat sich für Apaleo als ihr PMS entschieden. Das neu eröffnete Pod-Hotel mit 566 Pods im Herzen Londons setzt auf die offene Plattform für eine vollständig digitale Gästereise und einen konsequent schlanken Betrieb. 

Eine repräsentative Bitkom-Umfrage zeigt erhebliche Unterschiede beim Wissen der Deutschen über digitale Sicherheit. Während Cyberangriffe den meisten Bürgern ein Begriff sind, bleiben konkrete Schutzmechanismen wie Passkeys oft unbekannt.

Amadeus erweitert seine strategische Partnerschaft mit Google und integriert das Sprachmodell Gemini sowie Google Maps für personalisierte Reiseempfehlungen. Die Kooperation baut auf der laufenden Migration von Plattformteilen in die Google Cloud auf, die die globale Reichweite des IT-Dienstleisters auf 42 Regionen ausweitet.

Das Technologieunternehmen Amadeus migriert Teile seiner Plattform in die Google Cloud und nutzt künftig generative Künstliche Intelligenz. Die Kooperation soll die globale Reichweite ausbauen und die Effizienz optimieren.

American Express plant die Übernahme der Restaurantreservierungsplattform TheFork von Tripadvisor. Der Kaufpreis soll bei 700 Millionen US-Dollar liegen, der Abschluss wird bis Ende 2026 angestrebt.

Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hat gegen das Technologieunternehmen Amadeus eine Strafe von 14,4 Millionen Euro verhängt. Grund ist die unzulässige Verknüpfung von Buchungs- und Hoteldaten zur Profilerstellung ohne Einwilligung der Reisenden.

Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass 36 Prozent der Deutschen ungern um Hilfe bei technischen Problemen bitten, obwohl die große Mehrheit Unterstützung nutzt. Besonders bei jüngeren Menschen und Männern ist die Hemmschwelle hoch.

IHG Hotels & Resorts hat eine Anwendung in ChatGPT gestartet und kündigt die Einführung einer KI-gestützten Gesprächssuche auf seiner Website und in der IHG-One-Rewards-App an. Die neuen Funktionen sollen die Hotelsuche und Buchung vereinfachen.

Google hat erstmals offiziell Stellung zu Generative Engine Optimization (GEO) bezogen. In einem neuen Leitfaden erklärt das Unternehmen, dass die Optimierung für KI-Suchfunktionen aus seiner Sicht weiterhin klassische Suchmaschinenoptimierung ist.

Manna Air Delivery hat eine neue Partnerschaft mit Uber angekündigt und will sein Drohnenliefernetz in den USA und Europa ausbauen. Bereits heute arbeitet das Unternehmen mit Plattformen wie Deliveroo, Just Eat und DoorDash zusammen.