Google baut KI-Suche für Hotels und Reisebuchungen massiv aus

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Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz Google I/O 2026 den weiteren Ausbau KI-gestützter Such- und Buchungsfunktionen angekündigt. Nach Angaben des Unternehmens sollen neue agentenbasierte Funktionen künftig direkt in die Suche integriert werden. Technologische Grundlage ist unter anderem das Modell Gemini 3.5 Flash, das laut Google künftig als Standardmodell im sogenannten „AI Mode“ eingesetzt wird.

Wie Elizabeth Reid, Vizepräsidentin für den Bereich Suche bei Google, erklärte, verzeichnet der KI-Modus inzwischen mehr als eine Milliarde Nutzer pro Monat. Google sprach zudem von der größten Überarbeitung der Suchoberfläche seit mehr als 25 Jahren.

Google integriert Informationsagenten direkt in die neue Suchoberfläche

Nach Angaben des Unternehmens sollen Nutzer künftig deutlich komplexere Suchanfragen formulieren können. Dazu zählen etwa Fragen zu Hotelaufenthalten, Reiseangeboten oder lokalen Dienstleistungen. Die Suchmaschine soll daraufhin Preise, Verfügbarkeiten und weitere Informationen zusammenführen und direkte Verweise zu Anbietern bereitstellen.

Wie das Branchenportal PhocusWire berichtet, werden sogenannte „Informationsagenten“ künftig direkt in die Suche eingebunden. Diese Systeme sollen Informationen fortlaufend beobachten und Nutzer automatisch informieren, sobald bestimmte Kriterien erfüllt sind, etwa bei Preisänderungen oder verfügbaren Angeboten.

Dem Bericht zufolge sollen Suchanfragen künftig auch längere Texteingaben, Fotos oder Dateien umfassen können. Gleichzeitig werde die Suche stärker dialogorientiert aufgebaut. Laut Google sollen Suchanfragen gespeichert werden können, sodass Folgefragen innerhalb eines zusammenhängenden Gesprächs möglich bleiben.

Neue KI-Funktionen verändern Buchungs- und Rechercheprozesse im Reisebereich

Zusätzlich kündigte Google neue Funktionen für automatisierte Kauf- und Buchungsvorgänge an. Nach Angaben des Unternehmens soll das sogenannte Universal Commerce Protocol auf weitere Bereiche ausgeweitet werden, darunter Hotels und Essenslieferdienste.

Wie PhocusWire berichtet, sollen Nutzer Produkte und Dienstleistungen künftig plattformübergreifend auswählen und buchen können. Genannt werden dabei unter anderem die Google-Suche, Gmail, die Gemini-Anwendung sowie künftig auch YouTube.

Darüber hinaus stellte Google Erweiterungen des sogenannten Agents Payments Protocols vor. Laut Vidhya Srinivasan, Vizepräsidentin und General Manager Ads & Commerce bei Google, sollen Nutzer Preisgrenzen oder bevorzugte Marken direkt im Gespräch mit dem System festlegen können.

Nach Angaben von Google sollen bestimmte Funktionen zunächst in den Vereinigten Staaten eingeführt werden. Einige Angebote sollen zunächst Nutzern der kostenpflichtigen Pakete „Google AI Pro“ und „Google AI Ultra“ zur Verfügung stehen.

Branchenberichte erwarten sinkende Zugriffe auf klassische Reisewebseiten

Mehrere Branchenberichte sehen Auswirkungen auf digitale Vertriebs- und Sichtbarkeitsmodelle im Reisebereich. Wie PhocusWire berichtet, könnten Suchanfragen künftig deutlich ausführlicher und spezifischer formuliert werden. Gleichzeitig könnten klassische Klicks auf Webseiten zurückgehen, weil Antworten direkt innerhalb der Suchoberfläche bereitgestellt werden.

Der Berater Dan Taylor schreibt in seinem Newsletter „AI & SEO for the Travel Sector“, dass einfache Informationsanfragen künftig häufiger direkt von Google beantwortet werden könnten. Als Beispiele nennt er Fragen zu Gepäckregeln oder Wetterinformationen. Reiseanbieter, deren Inhalte überwiegend auf allgemeine Informationsanfragen ausgerichtet seien, könnten dadurch Reichweite verlieren.

Taylor verweist zudem darauf, dass Reiseanbieter ihre Daten künftig stärker strukturiert und maschinenlesbar bereitstellen müssten. Neue technische Schnittstellen könnten es KI-Systemen ermöglichen, direkt auf Buchungs- und Verfügbarkeitsdaten zuzugreifen. Hotels oder Reiseanbieter ohne entsprechende Datenstrukturen könnten bei automatisierten Such- und Buchungsvorgängen schlechter berücksichtigt werden.

Reiseanbieter sollen Inhalte stärker für KI-Systeme aufbereiten

Nach Einschätzung verschiedener Branchenbeobachter könnte sich damit auch die technische Grundlage digitaler Sichtbarkeit verändern. Laut PhocusWire sollen Reiseanbieter künftig verstärkt Echtzeitdaten und maschinenlesbare Inhalte bereitstellen müssen, damit diese in KI-gestützten Oberflächen verarbeitet werden können.

Dan Taylor empfiehlt Reiseanbietern in diesem Zusammenhang, stärker auf detaillierte lokale Inhalte und konkrete Reiseinformationen zu setzen. KI-Systeme seien weiterhin auf externe Quellen angewiesen, um Antworten zu belegen oder weiterführende Informationen bereitzustellen.

Einen konkreten Zeitplan für eine umfassende Einführung agentenbasierter Hotelbuchungen nannte Google bislang nicht.


 

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