KI in der Küche: Frisches Geld für Delicious Data

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Das Münchener KI-Startup Delicious Data überzeugt Investoren mit einer Prognose-Software für die Gemeinschafts- und Systemgastronomie. Mithilfe künstlicher Intelligenz sollen der Anzahl verkaufter Essen in gastronomischer Einrichtungen im Voraus berechnet werden, um Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Clarissa und Michael Käfer sind unter den Investoren.

Das Startup Delicious Data aus München schließt erfolgreich eine Seed-Finanzierung ab. Aus dem BayStartUP Investoren-Netzwerk beteiligen sich Bayern Kapital sowie die GeMü Beteiligungsgesellschaft. Kapital und Expertenwissen bringen außerdem die Business Angels Myke Näf (Gründer von Doodle) sowie Clarissa und Michael Käfer (Käfer Capital) in die Runde mit ein. Delicious Data bietet eine Software-Lösung für gastronomische Betriebe, die mit einem intelligenten Algorithmus Absatzprognosen für die Anzahl verkaufter Speisen sehr präzise bestimmen kann. Damit wollen die Gründer Jakob Breuninger und Valentin Belser das Problem von Lebensmittelüberschüssen lösen, die z.B. in Hochschulmensen, (Betriebs-) Restaurants oder Hotels durch Unsicherheiten beim Einkauf oder in der Produktion entstehen. Mit dem Investment soll das Prognosesystem weiterentwickelt und das Wachstum in den Marktsegmenten Gemeinschaftsverpflegung und Systemgastronomie weiter beschleunigt werden. 

Überproduktion vermeiden

Jährlich gehen allein in Deutschland etwa 1,9 Millionen Tonnen Lebensmittel in der Gastronomie verloren. Ein großer Teil davon muss entsorgt werden, weil die Betriebe zu viel produzieren. Die Küchenleitungen können den Bedarf an Essensportionen nur schwer einschätzen, da die Anzahl der Gäste und deren Kaufverhalten schwanken. Die Software-as-a-Service Lösung von Delicious Data adressiert genau dieses Problem.

Das ermöglicht detaillierte Tages- und Einkaufsplanungen, spart Kosten, reduziert Lebensmittelabfälle und ermöglicht nachhaltigere Betriebsabläufe. Die SaaS-Lösung von Delicious Data richtet sich an gastronomische Großbetriebe wie Hochschulmensen, Betriebskantinen, Krankenhäuser oder die Systemgastronomie.

„Unser eigens entwickelter Demand-Forecast-Algorithmus, der auf künstlicher Intelligenz basiert, nutzt die Verkaufshistorie unserer Kunden und kombiniert diese mit externen Faktoren, wie unter anderem dem Wetter, Feiertagen oder Urlaubszeiten“, sagt Co-Founder Valentin Belser.

Das Ergebnis: präzise Prognosen für die benötigte Anzahl an Essen für einzelne Menülinien, die die Küchenleitung bzw. den Gastronomen bei der täglichen Planung unterstützt. Die Lösung hat damit nicht nur einen großen ideellen Wert, sie ermöglicht Betrieben effizienter zu arbeiten und Kosten zu senken. Bei größeren Mensen und Kantinen sehen die gründer Einsparpotentiale im mittleren bis oberen fünfstelligen Bereich. Unmittelbare Zielkunden sind gastronomische Großbetriebe der Gemeinschaftsverpflegung, wie Hochschulmensen, Betriebskantinen oder Krankenhäuser, sowie die Systemgastronomie. Darüber hinaus plant das Team, die Lösung auf die Hotellerie, Freizeit- und Verkehrsgastronomie auszuweiten.

Die Software befindet sich bereits im Livebetrieb bei über 30 Hochschulmensen. Mittlerweile wird die Software in drei Betrieben bei Deutschlands zweitgrößtem Cateringdienstleister Aramark getestet. Das entspricht aktuell Essensprognosen für rund 30.000 Gäste täglich. Das entspricht aktuell Prognosen für ca. 30.000 Gäste pro Tag. In den kommenden fünf Jahren will Delicious Data 40 Millionen Mahlzeiten „retten“ und dabei helfen, 70.000 Tonnen CO2-äquivalente Treibhausgase einzusparen.

„Valentin und Jakob von Delicious Data engagieren sich privat wie beruflich sehr für einen vernünftigeren Umgang mit Lebensmitteln und Ressourcen. Diese Überzeugung in Kombination mit einem sehr guten Geschäftsmodell, inhaltlicher Expertise und ersten Kunden auf der Payroll hat ihnen jetzt auch bei den Investorengesprächen geholfen“, sagt Harald Wagner, Leitung Finanzierungscoaching bei BayStartUP.

Die Idee zu Delicious Data kam den Gründern 2017 beim Mittagessen in der Mensa, sie konnten im Anschluss verschiedene Studierendenwerke davon überzeugen. „2018 haben wir den Algorithmus aus eigener Kraft in Vollzeit in Zusammenarbeit mit fünf Studentenwerken entwickelt“, sagt Belser.

Das Start-up plant, die Mittel aus der Seed-Runde für die Weiterentwicklung des Prognosesystems, für die Gewinnung neuer Kunden sowie für die Einstellung neuer Mitarbeiter zu verwenden. Im nächsten Schritt möchte Delicious Data in die Marktsegmente Hotellerie, Freizeit- und Verkehrsgastronomie vorstoßen.

Dr. Georg Ried, Geschäftsführer von Bayern Kapital, sagt: „Delicious Data trifft mit seiner Software den Nerv der Zeit und verbindet Nachhaltigkeit mit erhöhter Wirtschaftlichkeit in einem milliardenschweren Sektor. Wir waren beeindruckt, wie ausgereift das Produkt bereits ist und welche Einsparungen an Lebensmitteln und Kosten es im realen Betrieb ermöglicht. Das Team von Delicious Data unterstützen wir gerne dabei, neue Kundengruppen anzusprechen und die Software weiter zu verfeinern. Im Markt besteht großes Potential, was letztlich auch der Umwelt zugutekommt.“

Jakob Breuninger hält einen M.Sc. in Robotics, Cognition, Intelligence der TU München und leitet die technische Entwicklung. Valentin Belse hält einen Master in Luft-und Raumfahrttechnik und ist für den Vertrieb und das operative Geschäft verantwortlich. Gemeinsam haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Nachhaltigkeit entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette umfassend zu steigern. 

Für die erfolgreiche Demonstration der Machbarkeit unseres Algorithmus wurden wir mit dem Axel-Bohl-Preis, dem Nachwuchspreis des Deutschen Instituts für Gemeinschaftsgastronomie, ausgezeichnet. Seit Juni 2018 ist Delicious Data Teil des Food Accelerator Network, einer Initiative des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie, welche innovative Unternehmen im Bereich der Lebensmittelindustrie fördert.


 

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