Spanien verhängt Millionenstrafe gegen Amadeus wegen unzulässiger Datennutzung

| Technologie Technologie

Die spanische Datenschutzbehörde AEPD hat ein zweijähriges Verfahren gegen das Technologieunternehmen Amadeus mit einer Geldstrafe in Höhe von 14,4 Millionen Euro abgeschlossen. Die ursprüngliche Strafe von 18 Millionen Euro wurde nach einer freiwilligen Zahlung des Unternehmens ohne Anerkennung einer rechtlichen Haftung reduziert. Grund für die Sanktion ist ein Pilotprojekt, bei dem Buchungsdaten aus dem globalen Distributionssystem des Dienstleisters mit Kundendaten von Hotelketten kombiniert wurden, um detaillierte Profile von Reisenden zu erstellen.

Zweckentfremdung von sensiblen Buchungsdaten

Die Regulierungsbehörde rügte ausdrücklich die Weiterverwendung von Daten, die ursprünglich nur für die Abwicklung von Reservierungen erfasst worden waren. Den Reisenden sei diese Form der Profilbildung weder mitgeteilt worden, noch hätten sie eine entsprechende Einwilligung erteilt. Die AEPD stellte zwei Verstöße fest, die mit jeweils neun Millionen Euro gewichtet wurden, darunter die Datenverarbeitung ohne Rechtsgrundlage sowie die verletzte Informationspflicht gegenüber den Betroffenen.

Amadeus habe zu den meisten der profilierten Personen keine direkte Kundenbeziehung gepflegt. Das System agierte mehrere Schritte vom Passagier entfernt und nutzte Daten, von deren Speicherung die betroffenen Endverbraucher keine Kenntnis hatten. Das Pilotprojekt basierte auf archivierten Buchungsdaten aus dem Jahr 2019, um die technischen Möglichkeiten einer Analyse zu erproben.

Unternehmen behält sich rechtliche Schritte vor

Das Unternehmen beschreibt den dreimonatigen Test als Versuch zur Generierung aggregierter Muster sowie zur Verbesserung des Kundenerlebnisses. Es seien zu keinem Zeitpunkt personenbezogene Daten aus den eigenen Systemen nach außen gelangt. Zudem teilt der Dienstleister mit, dass er der Rechtsauslegung der Behörde widerspreche und sich das Recht vorbehalte, die Entscheidung vor Gericht anzufechten.

Hoteldaten waren direkt in dieses Pilotprojekt eingeflossen, da Hotelketten ihre Kundendaten in eine gemeinsame Plattform eingespeist hatten. Der Vorfall verdeutlicht, dass die datenschutzrechtliche Verantwortung bei der Zusammenführung von Buchungs- und Gästedaten in KI-gestützten Systemen bestehen bleibt. Für Hotelbetriebe rückt damit die Nachweisbarkeit des ursprünglichen Erhebungszwecks und der Gästeinformierung in den Fokus.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Accor hat ALL Concierge für die Hotelsuche und Fragen von Gästen eingeführt. Weitere Funktionen rund um Buchungen und Anfragen nach dem Aufenthalt sind angekündigt.

Expedia will Hotels über Metas KI-Agenten Muse buchbar machen. Die Ankündigung folgt auf Kursverluste von Reiseplattformen, die Medien mit Sorgen von Anlegern über Muse in Verbindung brachten. Wann die Buchungsfunktion in den USA startet, ist offen.

Künstliche Intelligenz (KI) zieht zunehmend in den Bereich der Ernährung ein – beispielsweise als Einkaufsberater oder sogar kochender Roboter. Viele Menschen in Deutschland stehen einer Umfrage zufolge der Technologie aber skeptisch gegenüber.

Bonieren ist keine Innovation – und bunte Dashboards machen noch kein intelligentes Kassensystem. Während künstliche Intelligenz die Entwicklung beschleunigt, entscheidet sich der Wettbewerb künftig an einer anderen Stelle: Wer macht aus Daten konkrete Handlungsempfehlungen? Stefan Brehm erklärt, warum die Kasse zum Betriebssystem des Restaurants werden muss – zum „POS in your Pocket“.

Pressemitteilung

Seit dem 31. August 2026 ist der Self-Service-Zugang zu ChatGPT Ads in 31 europäischen Märkten verfügbar. Für Hotels eröffnet sich damit ein neuer möglicher Kontaktpunkt im Online-Marketing und Vertrieb. Online Birds sammelt erste Praxiserfahrungen und zeigt, welche Rolle ChatGPT Ads künftig in der Hotel Customer Journey spielen können.

Pressemitteilung

​​​​​​​Mit dem neuen Kiosk-Angebot bietet Straiv die modulare Check-in-Gesamtlösung aus einer Hand: Höchste Aufstellflexibilität, verlässlicher Service und maximale Betriebssicherheit für jeden Touchpoint im Hotelalltag. 

Künstliche Intelligenz hat in Deutschland erstmals die Mehrheit der Unternehmen erreicht. Zugleich sehen sich die meisten Unternehmen bei KI noch ganz am Anfang. Kein Unternehmen gibt an, das Potenzial vollständig zu nutzen.

Eventmachine stellt mit „FastPath Setup“ einen KI-gestützten Daten-Onboarding-Prozess für den MICE-Vertrieb vor. Aus verstreuten Unterlagen und Mitarbeiterwissen entsteht ein strukturiertes Angebotsportfolio, während der „Setup Health Check“ Konfigurationen live auf Logikfehler und falsches Pricing prüft. So können Hotels ab dem ersten Tag fehlerfreie MICE-Sofortangebote erstellen.

Pressemitteilung

Die Hotellerie steht angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels und steigender Betriebskosten vor der Herausforderung, operative Abläufe effizienter zu gestalten. Mit der Veröffentlichung des neuen White Papers „Der Generationenkompass im Hotelbetrieb“ präsentiert der Hotel-Technologieanbieter Straiv frische empirische Marktdaten zu den tatsächlichen Erwartungen von Hotelgästen.

Wo entstehen Umsätze, welche Vertriebskanäle bringen Buchungen und welche Zimmerkategorien sind besonders gefragt? DIRS21 will Hoteliers mit dem neuen Modul DIRS21 Insights einen zentralen Überblick über diese Geschäftsdaten geben. Grundlage sind Reservierungsdaten, die bereits innerhalb der Plattform verarbeitet werden.