OpenTable baut Reservierungssystem zum KI-Betriebssystem für Restaurants aus

| Technologie Technologie

OpenTable baut seine Plattform mit mehr als 20 neuen und überarbeiteten Funktionen aus. Viele davon setzen auf künstliche Intelligenz und Automatisierung. Das Spektrum reicht von der Restaurantsuche über ChatGPT, Gemini und Alexa+ bis zur automatisierten Tischsteuerung und zur Abfrage von Betriebsdaten in natürlicher Sprache. OpenTable selbst spricht von einem umfassenderen und stärker vernetzten Betriebssystem für Restaurants.

Das am 26. August 2026 vorgestellte Produktpaket ist nach Angaben von OpenTable das bislang größte des Unternehmens. Die neuen und erweiterten Funktionen betreffen drei Bereiche: die Generierung von Nachfrage, die Auswertung von Daten und die Verbindung mit anderen technischen Systemen im Restaurant.

OpenTable bindet Restaurants an mehrere große KI-Dienste an

Bei der Gewinnung von Gästen setzt OpenTable verstärkt auf die Suche über KI-Dienste. Das Unternehmen nennt Partnerschaften und Integrationen mit ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Perplexity und Amazon Alexa+. Hinzu kommen Google Search und Google Maps.

Nach internen Daten von OpenTable hätten die LLM-Integrationen 2026 bislang 17-mal mehr platzierte Gäste gebracht als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Neue Gäste aus diesen Kanälen hätten durchschnittlich 20 Prozent mehr ausgegeben als Gäste aus anderen Kanälen. Absolute Gästezahlen zu diesem Vergleich nennt OpenTable nicht.

Daneben betreibt das Unternehmen mit dem „AI Concierge“ eine eigene KI-gestützte Restaurantsuche. Nutzer können dabei in natürlicher Sprache nach Restaurants suchen. OpenTable beziffert die Zahl der weltweit monatlich aktiven Nutzer auf mehr als 500.000.

KI-generierte Restaurantprofile greifen zudem auf Informationen von Restaurantwebseiten und auf Angaben der Betreiber zurück. Die Funktion umfasst neben den Restaurants auch Veranstaltungsflächen.

Restaurants sollen ihre Betriebsdaten mit normalen Fragen auswerten

Mit „Conversational Reporting“ testet OpenTable eine Funktion, über die Restaurantbetreiber ihre Daten in natürlicher Sprache abfragen können. Klassische Dashboards oder Datenexporte seien dafür nicht erforderlich.

Als Beispiel führt OpenTable die Frage an, welche Standorte einer Restaurantgruppe den größten Anstieg bei der Zahl der Gäste verzeichnen. Die Funktion befindet sich derzeit in der Testphase.

Auch das Guest Relationship Management wird erweitert. Die neuen Funktionen lieferten zehnmal mehr Gastinformationen als das OpenTable-Core-Gästebuch, teilt das Unternehmen mit. Dazu gehört eine standortübergreifende Besuchshistorie, über die Mitarbeiter erkennen können, ob ein Gast bereits andere Restaurants derselben Gruppe besucht hat.

Automatisierung passt Tischbelegung an die aktuelle Nachfrage an

Mit „Table Automations“ können Mindestgrößen für Tischbelegungen automatisch an die aktuelle Nachfrage angepasst werden. Seit Beginn der Testphase seien nach Angaben von OpenTable mehr als zwei Millionen Automatisierungen durchgeführt worden.

Ein erster Test habe bei den teilnehmenden Betreibern durchschnittlich 4,5 Stunden pro Monat eingespart. Mit „Turn Times“ und „Availability Insights“ zeigt OpenTable außerdem an, wo buchbare Zeiten und Kapazitäten verloren gehen. In Tests hätten Betreiber dadurch durchschnittlich 39 Minuten reservierbare Zeit pro Schicht zurückgewonnen.

OpenTable verbindet seine Plattform mit mehr als 200 Partnern

OpenTable nennt inzwischen mehr als 200 Partner aus den Bereichen Restaurantsuche, Nachfragegenerierung und Restaurantbetrieb. Die Nutzung von Integrationen zu Kassensystem-Partnern sei 2026 gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent gestiegen.

Hinzu kommen weltweit mehr als 20 Voice-AI-Partner. Über diese Systeme können Reservierungen angenommen werden, ohne dass Mitarbeiter am Empfang eingreifen müssen. Nach Angaben von OpenTable seien über die Partner bislang drei Millionen Gäste platziert worden. 2026 liege die Zahl um 270 Prozent über dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

OpenTable gehört zu Booking Holdings und arbeitet nach eigenen Angaben weltweit mit mehr als 70.000 Restaurants zusammen.

Bei der Erstellung dieses Artikels kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Die Inhalte wurden redaktionell überprüft. Feedback nehmen wir gerne unter news@tageskarte.io entgegen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

KI-Bilder, Chatbots oder automatisch erstellte Texte: Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des EU AI Act. Wann Hotels und Restaurants Inhalte kennzeichnen müssen – und wann nicht.

Warum sind manche Google-Apps auf Android-Handys Standard? Der Tech-Gigant muss eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission akzeptieren.

Anzeige

Fragmentierte IT-Systeme kosten Hotels in der DACH-Region jährlich bis zu 51 Arbeitstage pro Mitarbeiter:in und bis zu 21 Prozent ihrer Betriebskosten. Der Prozess dorthin ist unbewusst und schleichend. Es gibt jedoch sechs Warnsignale, die zeigen, ob ein Haus an veralteten Lösungen festhält und: Quick Wins für einen schlanken Veränderungsprozess.

Das Berliner Hoteltechnologie-Unternehmen Smart Host erhält eine Wachstumsfinanzierung von Riverside Acceleration Capital. Die Mittel sollen in den Ausbau der Plattform, die DACH-Region und die Expansion in weitere europäische Märkte fließen.

Microsoft beobachtet seit April 2026 eine gezielte Cyberangriffskampagne gegen Hotels in Europa und Asien. Die Angreifer nutzen täuschend echte Phishing-Mails und installieren nach dem Öffnen vermeintlicher Bilddateien eine dauerhaft aktive Schadsoftware.

Ab August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des AI Act. Was bedeutet das für Hotels, Restaurants und touristische Unternehmen? Ein Praxis-Check zeigt, welche KI-Inhalte gekennzeichnet werden müssen – und welche nicht.

Eine aktuelle Studie des TÜV-Verbands zeigt, dass über die Hälfte der deutschen Unternehmen einen hohen Weiterbildungsbedarf bei digitalen Kompetenzen sieht. Insbesondere größere Betriebe und der Handel haben eine hohe Nachfrage.

Pressemitteilung

Otherwander Soho hat sich für Apaleo als ihr PMS entschieden. Das neu eröffnete Pod-Hotel mit 566 Pods im Herzen Londons setzt auf die offene Plattform für eine vollständig digitale Gästereise und einen konsequent schlanken Betrieb. 

Eine repräsentative Bitkom-Umfrage zeigt erhebliche Unterschiede beim Wissen der Deutschen über digitale Sicherheit. Während Cyberangriffe den meisten Bürgern ein Begriff sind, bleiben konkrete Schutzmechanismen wie Passkeys oft unbekannt.

Amadeus erweitert seine strategische Partnerschaft mit Google und integriert das Sprachmodell Gemini sowie Google Maps für personalisierte Reiseempfehlungen. Die Kooperation baut auf der laufenden Migration von Plattformteilen in die Google Cloud auf, die die globale Reichweite des IT-Dienstleisters auf 42 Regionen ausweitet.