Pandemie sorgt für beschleunigte Digitalisierung im Freizeitmarkt

| Technologie Technologie

Rasant beschleunigte Digitalisierung, viele vor allem neue online buchbare Angebote, deutlich flexiblere Stornierungsbedingungen und ein starker Fokus auf die letzten 48 Stunden vor dem Event – das sind die wesentlichen Trends und Prognosen einer Analyse von tausenden Anbietern in den vergangenen neun Monaten, die Bookingkit durchgeführt hat. 

Das Unternehmen sieht damit in 2021 erhebliche Chancen für Innovation in der gesamten Branche. Zwar haben die ausbleibenden Buchungen aufgrund der Lockdowns die Umsätze in 2020 negativ beeinflusst. Gleichzeitig jedoch konnten bereits digital aufgestellte Unternehmen sowohl von den Nachholeffekten der zwischenzeitlichen Öffnungen, als auch von der teilweise erzwungenen Digitalisierung der Buchungsprozesse profitieren. 

Wichtigster Trend aus Endkundensicht ist eine starke Verschiebung beim Umgang mit Stornierungen: „Während vor COVID19 nur etwa zehn Prozent der Unternehmen einen recht kundenfreundlichen Stornierungsprozess und entsprechend kulante Bedingungen angeboten haben, sind es jetzt fast 100 Prozent“, so Lukas C. C. Hempel, Gründer und Geschäftsführer von Bookingkit.

Das Unternehmen geht davon aus, dass sich dieser Komfort für Endkunden nicht vollständig zurückentwickeln wird, sondern sieht stattdessen eine dauerhafte Notwendigkeit, den Bearbeitungskosten dieser "negativen Buchungen" durch die Verwendung eines digitalen Online-Buchungssystems entgegenzuwirken. Zudem müssen sich Anbieter darauf einstellen, deutlich kurzfristiger zu denken und vor allem die letzten 48 Stunden vor einem Event im Auge behalten. „Dadurch wird die Kundenkommunikation noch wichtiger, deren Automatisierung noch dringender“, so Hempel weiter.

Angesichts weiterhin zu erwartender Auflagen, etwa bei der maximalen Kapazität eines Freizeitangebots, spielen aktuelle Informationen über die verfügbaren Plätze eine noch viel entscheidendere Rolle als zuvor, ebenso die Gewissheit zur Nutzung des Angebotes vor Ort. Spontane Offline-Buchungen am Eingang einer Attraktion, die noch in 2019 ca. 80 Prozent der Buchungen umfassten, werde es zwar weiterhin geben, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau, erklärt Hempel. Demnach haben COVID19, neue Verhaltensmuster, positive Erfahrungen auf Endkundenseite und regulatorische Vorgaben für Anbieter die strategischen Argumente für den Einsatz digitaler Buchungslösungen bereits in 2020 zugespitzt. 

Besonders auffällig sei zudem die hohe Zahl erstmalig online buchbarer Angebote, insbesondere mittlerer und größerer Anbieter von Attraktionen, wie z.B. Zoos, Schwimmhallen oder Museen. Denn sie haben die neuen Anforderungen wie Kapazitätsmanagement, die Lenkung von Publikumsströmen, Kontaktnachverfolgung, kontaktlose Ticketvalidierung und Zeitfenstertickets in Rekordzeit umgesetzt, um möglichst schnell wieder öffnen zu können. „Keiner dieser Anbieter wird auf 100 Prozent Offline-Verkauf zurückfallen, denn diese Funktionen ergeben auch langfristig Sinn”, so Hempel weiter. 


Zurück

Vielleicht auch interessant

Anzeige

PMS, Restaurantkasse, Revenue, Housekeeping, Events: In vielen Hotels läuft alles nebeneinander statt zusammen. Das bremst Entscheidungen, erschwert den Einsatz von KI und kostet jeden Tag Geld. Vernetzte Hospitality-Plattformen sind daher das Zukunftsmodell. Dieser Beitrag zeigt warum, und mit welchen Quick Wins Häuser jetzt aus der Insel-Logik aussteigen.

Eine Untersuchung der Organisation Which? zeigt, dass KI-Zusammenfassungen auf Tripadvisor negative Gästerückmeldungen verharmlosen oder sicherheitsrelevante Warnungen ausblenden. Verbraucherschützer raten zur Vorsicht.

Der Hotelsoftware-Anbieter Mews trennt sich von Mitarbeitern und richtet seine Organisation stärker auf künstliche Intelligenz aus. Richard Valtr und Matthijs Welle betonen zugleich die starke Geschäftslage des Unternehmens.

KI-Bilder, Chatbots oder automatisch erstellte Texte: Ab dem 2. August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des EU AI Act. Wann Hotels und Restaurants Inhalte kennzeichnen müssen – und wann nicht.

Warum sind manche Google-Apps auf Android-Handys Standard? Der Tech-Gigant muss eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission akzeptieren.

Anzeige

Fragmentierte IT-Systeme kosten Hotels in der DACH-Region jährlich bis zu 51 Arbeitstage pro Mitarbeiter:in und bis zu 21 Prozent ihrer Betriebskosten. Der Prozess dorthin ist unbewusst und schleichend. Es gibt jedoch sechs Warnsignale, die zeigen, ob ein Haus an veralteten Lösungen festhält und: Quick Wins für einen schlanken Veränderungsprozess.

Das Berliner Hoteltechnologie-Unternehmen Smart Host erhält eine Wachstumsfinanzierung von Riverside Acceleration Capital. Die Mittel sollen in den Ausbau der Plattform, die DACH-Region und die Expansion in weitere europäische Märkte fließen.

Microsoft beobachtet seit April 2026 eine gezielte Cyberangriffskampagne gegen Hotels in Europa und Asien. Die Angreifer nutzen täuschend echte Phishing-Mails und installieren nach dem Öffnen vermeintlicher Bilddateien eine dauerhaft aktive Schadsoftware.

Ab August 2026 gelten neue Transparenzpflichten des AI Act. Was bedeutet das für Hotels, Restaurants und touristische Unternehmen? Ein Praxis-Check zeigt, welche KI-Inhalte gekennzeichnet werden müssen – und welche nicht.

Eine aktuelle Studie des TÜV-Verbands zeigt, dass über die Hälfte der deutschen Unternehmen einen hohen Weiterbildungsbedarf bei digitalen Kompetenzen sieht. Insbesondere größere Betriebe und der Handel haben eine hohe Nachfrage.