Suchen, buchen und bezahlen – Wird Google Maps zur Super-App?

| Technologie Technologie

Googles Karten-Dienst hat einen massiven Einfluss auf unser Leben. Google Maps ist Landkarte, Restaurant-Kritiker und Bewertungsportal in einem. Doch die App soll weiter ausgebaut werden und weitere Features erhalten. Experten glauben, dass Google Maps u.a. eine „digitale Geldbörse“ werden wird und sich zur Super-App entwickelt.

Schon jetzt können User mit Hilfe von Google Maps Essen bestellten, Kinokarten reservieren oder einen Arzttermin vereinbaren. Wenn es nach Google-Chef Sundar Pichai geht, soll die App aber künftig zur Super-App ausgebaut werden. Wie Spiegel berichtet, legt der US-Konzern bereits die Weichen, um auch in der realen Welt die Kundenströme zu beeinflussen und die Kundschaft in die Geschäfte zu lenken.

Wichtigstes Steuerinstrument könnte dabei bald ein kleiner grüner Haken werden – Googles Verifizierungsabzeichen, das der Konzern seit einiger Zeit an Geschäfte vergibt. „Es ist ein Service, um den Nutzerinnen und Nutzern mehr Sicherheit zu geben, mit den Unternehmen zu interagieren“, erklärt Google-Manager Michael Firnhaber gegenüber Spiegel. Noch ist der Dienst kostenfrei, doch Experten erwarten, dass die Geschäfte schon bald für das Feature bezahlen müssen und wittern eine Art „Schutzgeldkonzept“. „Der Trick ist, dass Google Maps so bedeutend ist, dass Geschäfte künftig unseriös wirken, wenn sie das Abzeichen nicht kaufen,“ glaubt Techinvestor und Google-Experte Philipp Klöckner.

Auch die Kontrolle der Geldströme, sei laut Klöckner ein erklärtes Ziel des US-Konzerns. Schon jetzt können Käufer ihre Waren mit Google Pay bezahlen. Künftig könnte die Bezahlfunktion komplett in Google Maps integriert werden, um beispielsweise Bus- oder Bahntickets direkt zu bezahlen. „Wenn Nutzer erst einmal damit vertraut sind, Google Maps für den Kauf von Bustickets zu benutzen, wird es sich bald ganz natürlich anfühlen, mit der App auch für die Kinokarte, das Restaurant und alles andere zu bezahlen“, prophezeit Marketingspezialist Mario Gavira gegenüber Spiegel. Dann könnte Google nicht nur an jeder getätigten Bezahlung mitverdienen. Google hätte laut Gavira auch Informationen darüber, was wir suchen und wohin wir uns bewegen. „Auch, was wir dort machen und wofür wir bezahlen.“  Damit würde Google wohl zum wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen.


Zurück

Vielleicht auch interessant

Mews und Uber planen die Integration von Fahrtenbuchungen in Hotelsoftware. Hotels sollen Uber-Fahrten künftig direkt über die Plattform von Mews verwalten und abrechnen können.

Starbucks hat die Nutzung eines Programms auf KI-Basis zur automatisierten Erfassung von Warenbeständen in den USA wieder eingestellt. Berichten zufolge wies die Anwendung erhebliche Mängel auf.

Google erweitert seine KI-Suche um neue Buchungs-, Zahlungs- und Informationsfunktionen. Branchenberichte sehen mögliche Folgen für Sichtbarkeit, Vertrieb und Reichweite von Hotels und Reiseanbietern.

Eine neue Smart-Host-Studie unter 87 Hotels aus der DACH-Region zeigt deutliche Unterschiede zwischen strategischen Zielen und operativer Umsetzung bei Gästebindung, Zusatzumsätzen und Direktbuchungen.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von a&o zeigt, dass viele europäische Reisende Künstliche Intelligenz als Unterstützung bei der Buchung befürworten. Vollständig automatisierte Buchungsprozesse werden hingegen mehrheitlich abgelehnt.

Google erweitert sein Universal Commerce Protocol um Hotelbuchungen via KI. Während OTAs tief eingebunden bleiben und große Ketten direkte Schnittstellen nutzen wollen, wächst der Druck auf eigenständige Hotels: Ihre Sichtbarkeit hängt künftig wohl davon ab, wie präzise KI-Agenten die eigenen Datenstrukturen auslesen können.

Haften Chatbot-Betreiber für unwahre KI-Aussagen? Ja, sagt das OLG Hamm in einem aktuellen Urteil zu einer Klinik. Auch das LG Hamburg hatte im Zusammenhang mit Chatbot Grok schon so entschieden.

Das Südtiroler Unternehmen Profitize hat eine Seed-Finanzierung über 1,4 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll laut Mitteilung in den Ausbau der Plattform und die Expansion in weitere europäische Märkte fließen.

25 Prozent aller Unternehmen in Deutschland haben im vergangenen Jahr auf Künstliche Intelligenz zurückgegriffen. In zwei Jahren hat sich dieser Anteil verfünffacht. Die große Mehrheit der Betriebe nutzte dabei frei zugängliche Software.

Das Branchen-Event Hotelrizon 2026 findet am 18. Juni 2026 am Blackfoot Beach statt. Veranstaltet wird das Treffen von DIRS21 und ibelsa, die das Format zum dritten Mal ausrichten. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Hoteliers und Entscheider aus der Privathotellerie, insbesondere an inhabergeführte und mittelständische Betriebe. Auch der DEHOGA ist mit an Bord.