Von Zeitreisen bis Marketing: Die Möglichkeiten des Tourismus im Metaverse

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Als Marc Zuckerberg im vergangenen Jahr ankündigte, dass sein Unternehmen künftig im „Metaverse“ zu Hause seien werde, war der Hype zunächst groß. Doch was ist dieses Metaversum eigentlich und welche Rolle spielt es für den Tourismus?

Der Begriff „Metaverse“ stammt ursprünglich aus dem 1991 veröffentlichten Science-Fiction-Roman „Snow Crash“ von Neal Stephenson. Darin fliehen die handelnden Personen immer wieder in das virtuelle Metaversum, um der dystopischen Realität zumindest eine Zeit lang zu entkommen.

Während die Romanvorlage alles andere als erstrebenswert ist, haben die CEOs aus dem Silicon Valley hohe Erwartungen an den virtuellen Raum. Risikokapitalist Matthew Ball veröffentlichte dazu bereits 2020 das Essay „The Metaverse: What It Is, Where to Find it, Who Will Build It“, welches Berichten zufolge zur Pflichtlektüre für die Angestellten im Zuckerberg-Konzern erklärt wurde.

Laut Ball sei die vollständige Vision des Metaverse jedoch schwer zu definieren, fantastisch und Jahrzehnte entfernt. Dennoch definierte er in seinem Essay entscheidende Elemente: So könne das Metaverse niemals beendet oder pausiert werden und finde in Echtzeit statt. Es gebe keine Obergrenze für Teilnehmer und es habe seine eigene Wirtschaft. Das bedeutet, dass sowohl Unternehmen als auch Individuen investieren, kaufen, verkaufen und für ihre Arbeit innerhalb des Metaverse bezahlt werden können.

Die Auswirkungen des Metaverse auf den Tourismus

Eine Anwendungsmöglichkeit für das virtuelle Universum ist der Tourismus. So wäre es künftig beispielsweise möglich, von der heimischen Couch aus per Avatar das gebuchte Hotelzimmer zu besuchen, im SPA zu entspannen und sich die Umgebung anzuschauen. Der große Unterschied zu virtuellen Rundgängen, die bereits jetzt von vielen Destinationen und Hotels angeboten werden, ist der soziale Aspekt. Da das Metaversum ein interaktiver Raum ist, treffen die Reisenden dort auf die Avatare anderer Urlauber und kommunizieren mit ihnen. Sie können durch das Hotel oder Resort laufen und so ihren Urlaubsort virtuell erleben.

Doch wie wird die Metaverse-Idee aktuell in der Branche angenommen? Expedia-Chef Peter Kern ist pessimistisch: Er glaube nicht, dass das Metaversum zu seinen Lebzeiten eine echte Reise nach Paris, Rom oder in einen Nationalpark ersetzen werde: „Dafür gibt es keinen Ersatz, das sind Erfahrungen, die unser Leben verändern. Und ich glaube nicht, dass das mit einem Headset auf der Couch dasselbe ist“, so das Urteil des Expedia-Chefs.

Die Deutsche Hospitality gibt sich optimistischer: „Es gibt viele Innovationen, die in der Hotellerie zuerst Sinn machen, daher sehen wir das Metaverse als wichtige Ergänzung unseres digitalen Portfolios, aber nicht als unmittelbaren Anwendungsfall“, erklärte ein Sprecher gegenüber Tageskarte. Sinn mache für sie derzeit insbesondere der Online-Vertrieb im Metaverse. „Hier denken unsere Expertinnen und Experten gerade verschiedene Ideen an, wie sich die Deutsche Hospitality im Metaverse präsentieren kann. Unser Fokus liegt in diesem Bereich momentan auf den Elementen Virtual Reality und Augmented Reality.

Oetker Collection geht mit Fashion-Spiel „Drest“ ins Metaverse

Die traditionsreiche Luxushotelmarke Oetker Collection gibt sich als Trendsetter und kündigt als eine der ersten Hotelgesellschaft seinen Eintritt in das Metaverse an. In Kooperation mit dem mobilen Fashion-Spiel „Drest“ reisen Spieler als Stylisten in Hotels wie das Le Bristol in Paris und das Hotel du Cap-Eden-Roc. Sie wählen High-Fashion-Looks für Ihren Avatar der zum jeweiligen Hotel passt und dann von der Community bewertet wird. (Tageskarte berichtete)

Berater: Reisen in die Vergangenheit und Zukunft

Auf der letzten Travelport-Konferenz in Dubai bekamen die Zuhörer von Berater Steve Bambury weitere Möglichkeiten des Metaverse präsentiert. Wie Bambury ausführte, könnte es in den kommenden Jahren Realität werden, mit dem Metaverse zum Beispiel virtuell in die Vergangenheit oder in die Zukunft zu reisen. So könnten sich die Urlauber fragen, ob sie lieber nach Frankreich oder ins alte Rom reisen möchten. Derartige Trips im Metaverse lägen jedoch noch in der Zukunft und würden den realen Tourismus nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen.

Im Metaverse sei jeder ein Weltenbauer, so Bambury. Das brauche aber Zeit. Die Gefahr einer Blase sehe er hingegen nicht, da sogar Marken wie Pepsi und Gucci ins Metaverse investieren würden. Auch McDonald´s hat bereits zehn Markenanmeldungen für das Metaverse beim US-Patent- und Markenamt eingereicht. Diese deuten darauf hin, dass das Unternehmen unter anderem ein “virtuelles Restaurant, welches reale und virtuelle Produkte anbietet” plant. Auch die McCafé-Kette soll in die Metaverse-Pläne einbezogen werden.

Laut Bambury befinde sich die Technologie zwar noch am Anfang und habe einen langen Weg vor sich, dennoch sei sie eine Möglichkeit, die Branche zukunftssicher zu machen und eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.  


 

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