Amadeus-Studie sieht breite Zustimmung für KI im Tourismus

| Tourismus Tourismus

Viele Reisende stehen dem Einsatz künstlicher Intelligenz im Mobilitätsbereich offen gegenüber. Das geht aus der Studie „Global Mobility Trends: Decoded – Traveler Insights 2026“ des Technologieunternehmens Amadeus hervor, die am 22. Mai 2026 veröffentlicht wurde. Laut Unternehmen basiert die Untersuchung auf einer Befragung von 3.000 Reisenden aus Europa, Nordamerika, Lateinamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum.

Nach Angaben von Amadeus würden 68 Prozent der Befragten wahrscheinlich einen KI-gestützten Reiseassistenten nutzen, der Transportmöglichkeiten empfiehlt und Buchungen übernimmt. 33 Prozent erklärten, dies mit hoher Wahrscheinlichkeit zu tun. Für 13 Prozent gilt die Nutzung solcher Anwendungen laut Studie als eher unwahrscheinlich.

Geschäftsreisende greifen häufiger auf digitale Reiseassistenten während Reisen zurück

Die Studie sieht Unterschiede zwischen Geschäfts- und Freizeitreisenden. Unter Geschäftsreisenden gaben laut Amadeus74 Prozent an, wahrscheinlich einen KI-gestützten Reiseassistenten nutzen zu wollen. Bei Freizeitreisenden lag dieser Wert bei 63 Prozent. Unter Geschäftsreisenden mit häufiger Mietwagennutzung erklärten 82 Prozent, entsprechende Anwendungen wahrscheinlich einzusetzen.

Mehr als 80 Prozent der Befragten bewerten KI-Anwendungen für personalisierte Empfehlungen vor und während der Reise als hilfreich. Knapp 80 Prozent sehen laut Studie zudem Vorteile bei Angeboten nach der Reise, etwa bei Treueprogrammen oder individuellen Empfehlungen.

Peter Altmann, Vice President Mobility and Travel Protection bei Amadeus, erklärte laut Mitteilung: „KI verändert die Erwartungen der Reisenden schneller als jeder andere Trend in diesem Bericht.“ Weiter heißt es: „Hyper-Personalisierung und Echtzeit-Genauigkeit sind nicht länger optional; sie werden erwartet.“

Regionale Unterschiede prägen weltweites Buchungs- und Mobilitätsverhalten der Reisenden

Die Untersuchung nennt deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. Im asiatisch-pazifischen Raum buchen laut Studie 72 Prozent der Reisenden ihre Mobilitätsangebote vor Reisebeginn. In Europa reservieren 43 Prozent Mietwagen oder Transfers mindestens ein bis vier Wochen im Voraus.

In Lateinamerika organisieren 37 Prozent ihre Mobilität erst wenige Tage vor der Ankunft. In Nordamerika buchen 19 Prozent laut Studie erst nach der Ankunft am Zielort.

Auch die Bewertung der Reiseerfahrung fällt regional unterschiedlich aus. Europäische Reisende beschrieben Mobilitätsangebote häufiger als komfortabel. In Nord- und Lateinamerika nannten Befragte dagegen häufiger unerwartete Kosten als Problem. Im asiatisch-pazifischen Raum gelten Sprachbarrieren laut Studie als häufigstes Hindernis.

Nachhaltige Mobilitätsangebote erreichen besonders hohe Zustimmung bei jüngeren Reisenden

Nach Angaben von Amadeus wären weltweit 62 Prozent der Befragten bereit, für nachhaltigere Mobilitätsangebote mehr zu bezahlen. Besonders hoch ist die Zustimmung bei jüngeren Reisenden. So erklärten 75 Prozent der Angehörigen der Generation Z, einen Aufpreis für Elektrofahrzeuge akzeptieren zu wollen. Bei den Babyboomern lag dieser Wert bei 41 Prozent.

Für Mobilitätsanbieter mit Nachhaltigkeitszertifikaten würden laut Studie 77 Prozent der befragten Angehörigen der Generation Z und 70 Prozent der Millennials mehr bezahlen. In der Generation X lag dieser Wert bei 56 Prozent, bei Babyboomern bei 43 Prozent.

Als wichtigste nachhaltige Angebote nannten die Befragten nachhaltigkeitsorientierte Unterkünfte, emissionsarme Transfers sowie Mobilitätsanbieter mit Umweltzertifikaten. Geschäftsreisende zeigten laut Studie insgesamt eine höhere Zahlungsbereitschaft als Freizeitreisende.

Sprachbarrieren und Zusatzkosten bleiben häufige Probleme auf Reisen weltweit

Trotz wachsender Digitalisierung berichteten laut Studie nur sieben Prozent der Befragten von einer vollständig reibungslosen Mobilitätserfahrung. Als häufigste Probleme nannten Reisende Sprachbarrieren mit 32 Prozent, unerwartete Zusatzkosten mit 31 Prozent, unzureichende Informationen mit 23 Prozent sowie lange Warteschlangen mit 21 Prozent.

Darüber hinaus erklärten viele Befragte laut Studie, persönliche Daten zur Vereinfachung von Reiseabläufen weitergeben zu wollen. 47 Prozent würden Führerscheindaten im Voraus teilen, um Prozesse bei Mietwagenanbietern zu beschleunigen. Weitere 42 Prozent wären bereit, Reisedaten weiterzugeben, 40 Prozent Pass- oder Ausweisdaten.

Zurück

Vielleicht auch interessant

Düsseldorf richtet seinen Tourismussektor mit der neuen Strategie „Future of Tourism“ neu aus und setzt verstärkt auf Qualität statt Quantität. Ziel ist es, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste zu steigern.

Eine neue Auswertung zeigt die beliebtesten Radfernwege Deutschlands für das Jahr 2026. Während der Weserradweg seine Spitzenposition verteidigt, zeigt sich ein deutlicher Trend zu Flussradwegen und Routen im süddeutschen Raum.

Das Urlaubsbarometer 2026 zeigt eine ungebrochene Reiselust in Österreich, wobei Sicherheit und Kosten zu den entscheidenden Faktoren bei der Zielwahl werden. Während Italien und Kroatien als Favoriten gelten, gewinnt Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung.

Die Fluggesellschaft Ryanair hat nach eigenen Angaben angekündigt, ihre Berliner Basis zum 24. Oktober 2026 zu schließen. Betroffen sind sieben stationierte Flugzeuge, die an andere Standorte innerhalb Europas verlagert werden sollen. Gleichzeitig soll das Flugangebot im Winterflugplan um 50 Prozent reduziert werden, wie das Unternehmen mitteilt.

Eine Untersuchung belegt eine hohe Pünktlichkeits-Disziplin deutscher Reisender und zeigt deutliche Unterschiede beim Bedürfnis nach persönlichem Freiraum. Während Senioren die größte Gelassenheit an den Tag legen, fordert die jüngere Generation verstärkt Distanz.

Fit Reisen hat über 7,5 Millionen Google-Bewertungen analysiert, um die besten Stadtparks Europas zu ermitteln. Während Madrid den ersten Platz verteidigt, bleibt Hamburgs Planten un Blomen die bestbewertete Anlage in Deutschland.

In München entsteht mit der „Marina Monaco“ ein temporäres Freizeitareal auf einem ehemaligen Industriegelände. Die Eröffnung ist für Mai geplant, langfristig soll dort ein neues Stadtquartier entstehen.

Am Bodensee spitzt sich ein Streit zwischen deutschen und Schweizer Schifffahrtsunternehmen zu – mit spürbaren Folgen für Fahrgäste. Die Schweizerische Bodensee-Schifffahrt (SBS) fährt in dieser Saison den Konstanzer Hafen nicht an. Hintergrund ist ein Streit über Ticketgelder.

Trotz wirtschaftlicher Schwäche stiegen die Geschäftsreisen in Deutschland deutlich an. Die VDR-Analyse zeigt mehr Reisen, sinkende Kosten und veränderte Strukturen im Markt.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus analysiert fortlaufend die Folgen des Iran-Konflikts für den Tourismus nach Deutschland. Berichte zeigen Auswirkungen auf Flugverkehr, Preise und Nachfrage.