Berliner Flughafen Tegel schließt doch erst im November

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Der Berliner Flughafen Tegel wird nun doch nicht vorübergehend geschlossen. Man rechne wieder mit steigenden Passagierzahlen, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Mittwoch zur Begründung. Beide Berliner Flughäfen - Tegel und Schönefeld - würden gebraucht. «Damit schaffen wir unter Corona-Bedingungen den notwendigen Platz», sagte Lütke Daldrup.

Damit bleibt es dabei, dass am viertgrößten deutschen Flughafen erst im November die letzten Maschinen abheben - wenige Tage nach der geplanten Inbetriebnahme des neuen Hauptstadtflughafens BER. Die vorübergehende Schließung Tegels hätte je nach Verlauf der Corona-Krise auch den endgültigen Abschied von dem Flughafen bedeuten können.

Am Mittwoch hat jedoch die Bundesregierung angekündigt, ihre Reisewarnung für 29 europäische Länder am 15. Juni aufzuheben - an diesem Tag sollte Tegel vom Netz gehen.

Die Fluggesellschaften arbeiten schon seit einigen Tagen an ihren Flugplänen. Easyjet als größter Berliner Anbieter wolle ab 1. Juli wieder fliegen, sagte Lütke Daldrup. Ryanair und die Lufthansa-Gruppe planten zusätzliche Flüge.

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften ist deshalb zufrieden, dass Tegel offen bleibt. «Es ist die richtige Entscheidung und gibt den Airlines die wichtige Planungssicherheit, die wir in der Wiederaufnahmephase benötigen.»

Man brauche den Platz, um Abstand zwischen den Menschen zu gewährleisten, erklärte Lütke Daldrup. Ob Check-In, Sicherheitskontrolle oder Bustransfer - es dürfe nirgends zu Gedränge kommen. Die Sicherheitskontrolle dauere etwa vier Mal so lange wie üblich, weil Berührungen tabu sind. Passagiere sollten mindestens zwei Stunden vor dem Abflug am Flughafen sein.

Im April hatte es an beiden Flughäfen 1000 bis 2000 Passagiere pro Tag gegeben. Jetzt seien es auch schon mal 4000. Mitte Juni würden täglich etwa 40 Starts und Landungen erwartet, Ende Juli dann mehr als 100 - ein Fünftel des vor Corona Üblichen. Damit erreiche man die Marke von 20 000 Passagieren am Tag - dann reiche wegen der Corona-Abstandsvorgaben Schönefeld allein nicht mehr.

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg hat durch die Krise mit Einnahmeausfällen in dreistelliger Millionenhöhe zu kämpfen. Inzwischen wäre man froh, in diesem Jahr überhaupt eine zweistellige Millionenzahl an Passagieren zu erreichen - so wie vor einem Vierteljahrhundert. 2019 waren es mehr als 36 Millionen.

Die Tegel-Betriebspause sollte Geld einsparen. Bis vor zwei Wochen hatte sich der Bund aber dagegen gesperrt. Dann wurde in aller Eile damit begonnen, das neue Regierungsterminal am künftigen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld fertig einzurichten.

Das war nicht umsonst. Denn Ende des Jahres soll Tegel endgültig vom Netz gehen. Nach mehreren geplatzten Terminen ist geplant, dass am 31. Oktober der neue Hauptstadtflughafen BER eröffnet wird und am 8. November die letzte Maschine in Tegel abhebt.

Dass die Berliner und Brandenburger doch noch länger von Tegel aus fliegen könnten, schloss Lütke Daldrup aus. «Auch unter Corona-Bedingungen ist am BER sehr viel Platz.» Er kündigte einen anständigen Abschied von Tegel an. «Der 8. November wird ein emotionaler Moment für alle Airliner.» (dpa)


 

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