Dänemark weitet Einreisebeschränkungen auf Schleswig-Holstein aus

| Tourismus Tourismus

Einwohner Schleswig-Holsteins können ab Samstag nur noch mit einem triftigen Grund oder einem negativen Corona-Test nach Dänemark einreisen. Das ging aus dem wöchentlich aktualisierten Reisemaßgaben des dänischen Außenministeriums hervor. Da die Arbeit als Einreisegrund gilt, werden Grenzpendler weiter ins Land gelassen. Für die Dänen bedeutet die Maßnahme im Gegenzug, dass ihnen von nicht notwendigen Reisen nach Schleswig-Holstein abgeraten wird - wie seit einer Woche bereits in den Rest der Bundesrepublik.

Grund für den Schritt ist, dass Schleswig-Holsteins Zahl der Corona-Neuinfektionen die dänische Schwelle überschreitet, ab der die Reisebeschränkungen erhoben werden. Dieser Grenzwert liegt bei 30 wöchentlichen Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Durchschnitt der vergangenen beiden Wochen. Für das nördlichste deutsche Bundesland liegt dieser Wert laut dänischen Angaben bei 31,1.

Damit gilt nun ganz Deutschland für die Dänen als sogenanntes Quarantäneland. Der Rest der Bundesrepublik war bereits vor einer Woche auf der Liste ergänzt worden - als eines der letzten Länder Europas, aber mit Ausnahme Schleswig-Holsteins. Insgesamt rät die dänische Regierung nunmehr von nicht notwendigen Reisen in alle Welt mit der Ausnahme von zwei schwedischen Regionen ab.

Corona-Test als Alternative

Die Alternative, auch einen negativen Corona-Test vorweisen zu können, gilt für Schleswig-Holstein nur, weil es als dänische Nachbarregion behandelt wird. Dieser Test darf allerdings nicht älter als 72 Stunden sein.

Ansonsten müssen Einwohner des Bundeslandes einen von gut zwei Dutzend möglichen Einreisegründen vorweisen, wenn sie über die Grenze gelassen werden wollen: Neben der Arbeit und Dienstreisen zählen dazu etwa das Studium, Vorstellungsgespräche oder wenn der Partner oder nahe Verwandte wie die Eltern in Dänemark wohnen. Wer ein Sommerhaus in Dänemark besitzt, darf ebenfalls einreisen.

Da die Corona-Zahlen in Schleswig-Holstein wie fast überall sonst zugenommen haben, war die Maßnahme der Dänen erwartet worden. Ein Regierungssprecher in Kiel sagte, der dänische Außenminister Jeppe Kofod habe die schleswig-holsteinische Landesregierung vorab über den erwartbaren Schritt informiert. Für die Ausnahmeregelungen - etwa dass Partner oder nahe Verwandte auf der anderen Seite der Grenze besucht werden dürfen - sei die Landesregierung dankbar.

Berufsverkehr und Familienbesuche

«Durch die Vielzahl der Ausnahmen, die für Schleswig-Holstein gelten, hat die deutsch-dänische Grenzsituation einen durchlässigen Charakter, und das begrüße ich», sagte Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) der dpa. «Der Berufsverkehr und Familienbesuche sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich und das ist positiv zu bewerten.»

Der Sydslesvigsk Forening (SSF/Südschleswigscher Verein), die kulturelle Hauptorganisation der dänischen Minderheit, zeigte Verständnis für den Schritt, äußerte aber auch Bedenken, weil die Nähe zu Dänemark für die Minderheit - aber auch für die gesamte Grenzregion wichtig sei. Man sei allerdings froh, dass es bisher eine Sonderregelung gab, sagte SSF-Generalsekretär Jens A. Christiansen. Es gelte nun mitzuhelfen «und unseren Teil dazu beizutragen, dass die Zahlen wieder runter gehen, damit wir schon bald wieder über die Grenze können und wir alle wieder zusammen kulturelle Angebote genießen können.»

Dänemark entscheidet immer am Donnerstagnachmittag über Änderungen bei den Einreiseregelungen. Diese werden dann am darauffolgenden Samstag ab Mitternacht gültig. Deutschlands nördlichster Nachbar selbst verzeichnet pro Tag derzeit um die 1000 Neuinfektionen, am Donnerstag waren 860 dazugekommen. Auf die Bevölkerungszahl von rund 5,8 Millionen Einwohnern heruntergerechnet ist die Infektionszahl in den vergangenen 14 Tagen in etwa so hoch gewesen wie in Deutschland. (dpa)
 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Urlaub in Schleswig-Holstein steht bei vielen Deutschen weiter hoch im Kurs. Doch wegen der höheren Lebenshaltungskosten zögern viele mit einer Buchung. Die Touristiker beobachten das mit Sorge.

Neue Reiseformate wie Zero-Day-Trips, regionale Meetings und hybride Veranstaltungen verändern nach Angaben der Initiative Chefsache Business Travel die Planung von Geschäftsreisen. Unternehmen bündeln Reisen stärker und richten sie gezielter auf konkrete geschäftliche Ziele aus.

Mehr als dreimal so viele Touristen wie griechische Einwohner strömten 2025 in das Urlaubsland. Auf Jetset-Inseln wie Santorini oder Mykonos bringt der Rekord-Tourismus die Infrastruktur ans Limit.

Eine aktuelle Auswertung von Fit Reisen analysiert das Suchinteresse für Ayurveda-Angebote in Europa. Dabei zeigt sich eine starke Präferenz für deutsche Regionen sowie eine Verschiebung hin zu mediterranen Zielen infolge der Iran-Krise.

Eine Studie des Technologieunternehmens Amadeus sieht weltweit eine hohe Offenheit vieler Reisender gegenüber künstlicher Intelligenz und digitalen Mobilitätsdiensten. Gleichzeitig bleiben Sprachbarrieren, Zusatzkosten und unzureichende Informationen häufig genannte Probleme im Reiseverkehr.

Fast die Hälfte der Passagierflüge, die auf deutschen Hauptverkehrsflughäfen starten oder landen, sind auf Kurzstrecken unterwegs. Die häufigste Verbindung war 2025 die zwischen Frankfurt/Main und London-Heathrow.

Wenn Eltern oder Großeltern mit Kindern auf Reisen gehen, heißt das Ziel besonders oft Schleswig-Holstein: Bei Urlaubern mit kleinen Kindern lag das nördlichste Bundesland in den Jahren 2023 bis 2025 in Deutschland an erster Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern.

Der Plattformbetreiber Airbnb plant den Ausbau zu einem umfassenden Dienstleistungsmarktplatz nach dem Vorbild von Amazon und integriert im Sommer 2026 neben tausenden Boutique-Hotels auch Mietwagen, Gastronomieangebote zur Fußball-Weltmeisterschaft sowie neue KI-Werkzeuge in seine Anwendung.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des BTW zeigt, dass wirtschaftliche Sorgen und steigende Kosten das Reiseverhalten der Bundesbürger belasten. Der Verband fordert angesichts sinkender Buchungsbereitschaft politische Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftswachstums.

Eine Untersuchung von Urlaubstracker zeigt große regionale Unterschiede bei kostenfreien Attraktionen auf europäischen Inseln. Während Malta die höchste Gesamtdichte an kostenlosen Angeboten aufweist, punkten andere Destinationen mit umfangreichen Strand- oder Wanderwegenetzen.