Deutschland-Tourismus verzeichnet zweitstärksten Winter bei steigenden Insolvenzen im Gastgewerbe

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Die Tourismusberatung dwif hat in ihrem aktuellen dwif-Fakten-Kompass Zahlen und Entwicklungen für den Deutschland-Tourismus im Winter 2025/2026 vorgelegt. Nach Angaben des Unternehmens bilanzierte die amtliche Statistik für die Wintermonate November bis Februar insgesamt 117,2 Millionen Übernachtungen.

Damit verzeichnete der Inlandstourismus laut Mitteilung das zweitstärkste Nachfragevolumen nach dem Rekordwinter 2019/2020. Während der Beherbergungsmarkt und die Hotellerie Zuwächse verbuchten , zeigt der Tagestourismus seit dem Frühjahr eine spürbare Zurückhaltung.

Beherbergungsmarkt verzeichnet zweithöchstes Übernachtungsvolumen seit Beginn der Aufzeichnungen

Nach Angaben der Beratung stiegen die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund zwei Millionen an. Die Nachfrage im Dezember 2025 erreichte mit 31,95 Millionen Übernachtungen sogar einen historischen Höchstwert für diesen Kalendermonat. Das Unternehmen berichtet, dass alle Destinationstypen das Vorjahresergebnis übertreffen konnten. Die Nachfrage in den Städten wuchs um 3,2 Prozent , während Bergregionen ein Plus von 7,1 Prozent erzielten.

Bei den Bundesländern lag das Saarland mit einem Zuwachs von acht Prozent an der Spitze, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 4,2 Prozent. Einzig Berlin verzeichnete laut der Auswertung einen Rückgang von 2,7 Prozent. Im internationalen Vergleich blieb das Wachstum im Inland jedoch leicht hinter den Nachbarländern Österreich mit 5,7 Prozent und Südtirol mit 4,7 Prozent zurück. Auf dem deutschen Markt erwies sich der Ferienwohnungsmarkt als wesentlicher Wachstumstreiber , während die Hotellerie rund zwei Drittel der Gesamtnachfrage generierte.

Konsumzurückhaltung und geopolitische Konflikte bremsen den deutschen Tagestourismus aus

Im Bereich der Tagesreisen registrierte der Monitor des Beratungsunternehmens nach einem vielversprechenden Start in das Jahr 2026 ab März eine deutliche Zurückhaltung. Laut Mitteilung gaben seit Anfang März über 40 Prozent der Deutschen in einer Sonderbefragung an, aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen weniger Tagesausflüge als gewöhnlich zu unternehmen.

Das Unternehmen führt diese Trendwende auf gestiegene Mobilitätskosten und eine allgemeine Konsumzurückhaltung parallel zu den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten zurück. Das durchschnittliche Niveau privater Tagesausflüge pro Kopf und Kalenderwoche verbleibt damit weiterhin unter den Normalwerten der Jahre 2018 und 2019.

Freizeiteinrichtungen registrieren sinkende Besucherzahlen bei gleichzeitig steigenden Eintrittspreisen

Die Freizeitwirtschaft verzeichnete von November 2025 bis Februar 2026 ein leichtes Minus von 0,5 Prozent beim Besuchervolumen. Nach Angaben der Experten entwickelten sich die einzelnen Segmente jedoch uneinheitlich. Während die Erlebnisangebote ein Plus von 0,8 Prozent verbuchten , sanken die Besucherzahlen bei Kulturangeboten um 1,6 Prozent und bei Naturattraktionen um 12,8 Prozent.

Das Unternehmen führt Letzteres auf die winterliche Witterung zurück, bei der Glatteis und Kälte von Aktivitäten im Freien abhielten. Gleichzeitig stiegen die Eintrittspreise in den Freizeiteinrichtungen zu Beginn des Jahres 2026 im Durchschnitt um vier Prozent und kletterten damit erneut stärker als die Inflationsrate. Nach Beobachtung der Analysten wurde von den Gästen vor allem an Zusatzleistungen wie der Gastronomie oder Souvenirs gespart.

Steigende Insolvenzzahlen belasten das deutsche Gastgewerbe trotz positiver Umsatzindikatoren

Das Gastgewerbe zeigt laut Mitteilung ein gespaltenes Bild. Zwar wurden bundesweit rund 3.400 mehr Gewerbe an- als abgemeldet , womit im vierten Jahr in Folge ein Überschuss registriert wurde. Gleichzeitig stieg die Zahl der Insolvenzen im Gastgewerbe im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 27,4 Prozent. Besonders stark betroffen war die Beherbergung mit einem Anstieg der Insolvenzfälle um 41,5 Prozent , während die Gastronomie ein Plus von 26,3 Prozent verzeichnete. Nach Daten der Creditreform-Datenbank belegt die Gastronomie damit Platz fünf unter den insolvenzgefährdeten Branchen in Deutschland.

Demgegenüber stehen positive Kennzahlen aus der Hotellerie: Laut Str-Global stieg die Auslastung im Winter um 1,3 Prozentpunkte. Der Erlös pro verfügbarem Zimmer, der sogenannte RevPAR, legte bundesweit zu und erreichte einen Wert von 67,50 Euro , obwohl die durchschnittlichen Zimmerpreise in der Vier-Sterne- und Kettenhotellerie geringfügig um 0,8 Prozent sanken. Bezüglich des Arbeitsmarktes meldet das Beratungsunternehmen, dass im Jahr 2025 rund 2,3 Millionen Menschen in der Branche tätig waren. Dabei wuchs die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Vergleich zum Jahr 2019 um sieben Prozent , während die sozialversicherungspflichtigen Verhältnisse lediglich um ein Prozent zunahmen.


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