Fake-Bewertungen  - Tripadvisor löscht 2,7 Millionen Beiträge

| Tourismus Tourismus

Die Reiseplattform Tripadvisor hat die vierte Ausgabe seines Transparenzberichts veröffentlicht. Der Bericht, der alle zwei Jahre erscheint, analysiert die globalen Community-Beiträge des vergangenen Jahres, bietet einen tiefen Einblick in die globalen Beiträge und hebt die sich verändernden Bewertungstrends hervor.

Starkes Wachstum bei der Einreichung von Inhalten

Reisende teilten im Jahr 2024 fast 80 Millionen Beiträge über die Tripadvisor-Website und -App, ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem letzten Bericht. Darunter waren 31,1 Millionen Bewertungen und 38,1 Millionen Fotos und Videos. Besonders hervorzuheben ist, dass die Plattform einen deutlichen Anstieg der Bewertungen für Erlebnisse, Attraktionen und Aktivitäten verzeichnete - ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem letzten Bericht -, da diese Kategorie bei den Tripadvisor-Mitgliedern weiterhin an Beliebtheit gewinnt.

Tripadvisor-Geschäftsinhaber beantworteten über 11 Millionen Bewertungen, während die Mitglieder 257.000 Fragen von Mitreisenden beantworteten. Die Tripadvisor-Foren sind nach wie vor ein beliebter Ort, um sich über Reiseziele zu informieren und über Reisen zu diskutieren. Im vergangenen Jahr wurden dort fast 2,6 Millionen Beiträge veröffentlicht.

Kampf gegen gefälschte Bewertungen

Tripadvisor geht weiterhin gegen betrügerische Aktivitäten vor, einschließlich gefälschter Bewertungen, die darauf abzielen, die Bewertungen und Rankings von Unternehmen zu manipulieren. Durch eine Kombination aus Technologie, menschlicher Analyse und Engagement in der Community hat Tripadvisor Reisende im Jahr 2024 2,7 Millionen betrügerischen Bewertungen gelöscht.

Der Großteil der gefälschten Bewertungen (54 Prozent des gesamten Betrugs im Jahr 2024) entfiel auf das sogenannte „Review Boosting“, bei dem Geschäftsinhaber, Mitarbeiter oder andere Personen, die mit einem Unternehmen verbunden sind, positive Bewertungen abgeben, um ihr eigenes Ranking zu verbessern.

Etwa 9.000 Unternehmen erhielten eine Warnung, weil sie sich auf anreizorientierte Bewertungen eingelassen haben, bei denen Unternehmen Kunden „bestechen“ oder Mitarbeiter für positive Bewertungen „belohnen“. Tatsächlich standen 360.000 entfernte Bewertungen im Zusammenhang mit Anreizprogrammen für Mitarbeiter, bei denen Unternehmen ihren eigenen Mitarbeitern im Gegenzug für positive Bewertungen Belohnungen anbieten.

Auswirkungen der generativen KI

Generative KI hat einen spürbaren Einfluss auf die auf der Plattform veröffentlichten Beiträge. 214.000 KI-generierte Bewertungen wurden im Jahr 2024 markiert und entfernt, um irreführende Inhalte zu verhindern.

„Unser Ansatz in Bezug auf KI-generierte Inhalte beruht darauf, das Vertrauen der Reisenden in die auf unserer Plattform geteilten Meinungen zu erhalten“, fügte Becky Foley, Head of Trust & Safety bei Tripadvisor, hinzu. „Während KI viele Vorteile hat, hilft das Entfernen von Bewertungen, die als von KI geschrieben identifiziert wurden, unseren Nutzern, ein 'Meer von Gleichheit' auf Tripadvisor zu vermeiden, und ermöglicht ihnen, wirklich einzigartige Einblicke von anderen Reisenden zu entdecken.“ 


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Mehr als 29.400 Beschwerden in nur sechs Monaten: Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet einen Rekord – vor allem Flugreisende fordern Entschädigung nach Ausfällen und Verspätungen.

Trotz inflationsbedingter Belastungen plant die Mehrheit der Hamburger eine Sommerreise, achtet dabei jedoch verstärkt auf Rabatte und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der klassische Strandurlaub bleibt dabei die beliebteste Urlaubsform.

Mittelgebirge, Städte, Freizeitparks: Sachsen hat im Sommer viel für einen abwechslungsreichen Urlaub zu bieten. Die Tourismusbranche rechnet mit weiteren Buchungen in den kommenden Wochen.

Eine aktuelle Umfrage von SAP Concur zeigt, dass deutsche Geschäftsreisende touristische Hotspots zunehmend meiden. Hohe Kosten, überfüllte Innenstädte und eingeschränkte Verfügbarkeiten beeinflussen demnach die Reiseplanung.

Klinik und Bett statt Strand: Für ein Paar endete der Traumurlaub auf Mauritius schon auf dem Hinflug - mit gebrochenen Wirbeln und Schmerzen. Im Nachgang klagen sie gegen den Reiseveranstalter.

Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber hat eine neue Initiative zur strategischen Neuausrichtung des Tourismus gestartet. Grundlage der kommenden Beratungen sind die Ergebnisse einer branchenweiten Umfrage mit über 1.100 Teilnehmern.

Zum Start der Sommerferien hat ECPAT Deutschland eine Kampagne gegen Kindesmissbrauch im Tourismus gestartet. Gemeinsam mit Behörden und Reiseveranstaltern sollen Reisende für Zivilcourage sensibilisiert werden.

Eine aktuelle Auswertung von Airbnb identifiziert die beliebtesten deutschen Strandorte für den Sommer 2026. Dabei dominieren vor allem Ziele an der Ostseeküste das Ranking der Suchanfragen.

Ab sofort kostet der reguläre Eintritt in den Kölner Dom zwölf Euro. Mit dem neu eingeführten Eintrittspreis sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden.

Mozarts Geburtsstadt ist ein touristisches Juwel. Entsprechend viele Reisende steuern die 160.000-Einwohner-Stadt speziell für einen Tagesausflug an. Oft gibt es Stau - das soll jetzt anders werden.