Frauen allein auf Reisen: Nordeuropa führt bei Sicherheit – Südeuropa beim Preis

| Tourismus Tourismus

Ein aktueller Vergleich von 150 Ländern untersucht die Rahmenbedingungen für weibliche Alleinreisende. Der Index basiert auf einer Datenerhebung in zehn Kategorien, die von Sicherheitsfaktoren über die Infrastruktur bis hin zu spezifischen Lebenshaltungskosten reichen. Die Ergebnisse zeigen deutliche regionale Unterschiede innerhalb Europas sowie im globalen Vergleich zwischen Industriestaaten und Schwellenländern.

Nordeuropa dominiert das Sicherheitsranking

Die skandinavischen Staaten belegen im Gesamtklassement die vorderen Plätze. Finnland erreicht mit 81,8 von 100 möglichen Punkten den höchsten Wert, dicht gefolgt von Schweden und Dänemark. Ein wesentlicher Faktor für diese Platzierungen ist die geringe geschlechtsspezifische Ungleichheit. In Finnland liegt der entsprechende Indexwert bei 0,90 von 1. Auch das subjektive Sicherheitsgefühl bei Nacht trägt zur Bewertung bei. Während Singapur hier mit einem Wert von 94 Prozent weltweit führt, verzeichnen die nordischen Länder konstante Werte um 80 Prozent. Ergänzt wird die infrastrukturelle Bewertung durch die Effizienz des öffentlichen Nahverkehrs, bei der Finnland mit 5,8 von 7 Punkten abschließt.

Preisgefälle und medizinische Versorgung im Fokus

Die Untersuchung beleuchtet neben der Sicherheit auch die ökonomischen Aspekte einer Reise. Deutschland positioniert sich mit einem Gesamtwert von 72,9 Punkten im oberen Drittel. Die durchschnittlichen Kosten für eine Unterkunft liegen hier bei 114 Euro, während eine Mahlzeit in einem Restaurant im Schnitt mit 15 Euro berechnet wird. Im Vergleich dazu bietet Südeuropa, insbesondere Spanien und Portugal, niedrigere Kostenstrukturen bei einer gleichzeitig hohen Dichte an ärztlicher Versorgung. In Portugal sinkt der Durchschnittspreis für ein Hauptgericht auf 10 Euro. Ein besonderes Augenmerk legte die Erhebung auf die Verfügbarkeit und die Preise von Periodenprodukten sowie den Zugang zu Notfallkontrazeptiva. Während diese Produkte in Spanien rund 5,98 Euro kosten, steigt der Preis in Dänemark auf über 12 Euro.

Außereuropäische Ziele und Reisetrends

Außerhalb Europas erzielt Neuseeland auf Rang 8 die beste Platzierung. In Asien wird die hohe Sicherheit in Singapur durch eine im Vergleich zu Nachbarstaaten wie Thailand andere Kostenstruktur flankiert. Thailand wiederum punktet durch günstigere Übernachtungspreise, weist jedoch geringere Werte bei der Gleichstellung der Geschlechter auf. Statistische Erhebungen zum Reiseverhalten verdeutlichen eine steigende Relevanz dieses Marktsegments. Rund 17 Prozent der deutschen Urlauber geben an, ihre nächste Reise allein zu planen. Dabei zeigt sich eine spezifische Präferenz für Aufenthalte in der Natur, am Meer oder in den Bergen, was für 33,7 Prozent der befragten Frauen ein zentrales Motiv darstellt.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Schlösser, Natur, zweisprachiges Theater: Polnische Touristen haben Brandenburg als Urlaubsregion entdeckt. Welche Orte besonders gefragt sind und was sie dort anzieht.

Die deutsche Fluggesellschaft Condor ist auf der Suche nach neuen Eigentümern. Ihr Chef kann sich auch einen Verkauf an Airlines vom Golf vorstellen.

Mehr als 29.400 Beschwerden in nur sechs Monaten: Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet einen Rekord – vor allem Flugreisende fordern Entschädigung nach Ausfällen und Verspätungen.

Trotz inflationsbedingter Belastungen plant die Mehrheit der Hamburger eine Sommerreise, achtet dabei jedoch verstärkt auf Rabatte und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der klassische Strandurlaub bleibt dabei die beliebteste Urlaubsform.

Mittelgebirge, Städte, Freizeitparks: Sachsen hat im Sommer viel für einen abwechslungsreichen Urlaub zu bieten. Die Tourismusbranche rechnet mit weiteren Buchungen in den kommenden Wochen.

Eine aktuelle Umfrage von SAP Concur zeigt, dass deutsche Geschäftsreisende touristische Hotspots zunehmend meiden. Hohe Kosten, überfüllte Innenstädte und eingeschränkte Verfügbarkeiten beeinflussen demnach die Reiseplanung.

Klinik und Bett statt Strand: Für ein Paar endete der Traumurlaub auf Mauritius schon auf dem Hinflug - mit gebrochenen Wirbeln und Schmerzen. Im Nachgang klagen sie gegen den Reiseveranstalter.

Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber hat eine neue Initiative zur strategischen Neuausrichtung des Tourismus gestartet. Grundlage der kommenden Beratungen sind die Ergebnisse einer branchenweiten Umfrage mit über 1.100 Teilnehmern.

Zum Start der Sommerferien hat ECPAT Deutschland eine Kampagne gegen Kindesmissbrauch im Tourismus gestartet. Gemeinsam mit Behörden und Reiseveranstaltern sollen Reisende für Zivilcourage sensibilisiert werden.

Eine aktuelle Auswertung von Airbnb identifiziert die beliebtesten deutschen Strandorte für den Sommer 2026. Dabei dominieren vor allem Ziele an der Ostseeküste das Ranking der Suchanfragen.