Gäste wollen länger in NRW bleiben

| Tourismus Tourismus

In der Corona-Krise haben mehr Menschen Nordrhein-Westfalen für sich als Urlaubsziel entdeckt. Nach Angaben von Tourist-Informationen gibt es mehr Anfragen für längere Aufenthalte in Eifel, Sauerland, Niederrhein, Münsterland und Teutoburger Wald. In sehr bekannten deutschen Ferienregionen an der Küste und Bayern werde es in den Ferien wohl sehr voll. «Da orientiert man sich lieber in weniger bekannte Regionen», sagte eine Sprecherin vom Tourismus Teutoburger Wald.

Selbstversorger-Angebote wie Camping, Wohnmobile, Ferienhäuser und Ferienwohnungen sind in NRW nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur besonders stark gefragt.

CAMPING

Die Campingplätze stellen ein anderes Buchungsverhalten fest: Normalerweise kämen Urlauber immer nur für ein paar Tage, sagte der Vorsitzende der Campingunternehmer in NRW, Leo Ingenlath. «Wir stellen fest, dass jetzt verstärkt Wochenbuchungen eintreffen und der Gast auch sagt: Ich möchte eine Woche, zehn Tage oder 14 Tage bleiben, um einen Teil meines Jahresurlaubs auf dem Campingplatz zu verbringen.» Auf der anderen Seite würden frühe Reservierungen wieder storniert, weil Urlauber nun auch wieder die Niederlande, Dänemark und Belgien als Option hätten. Grundsätzlich gebe es für Urlauber immer noch Plätze.

FERIENWOHNUNGEN UND -HÄUSER

Beides ist zwar stark nachgefragt, aber nach Angaben der Tourist-Informationen trotzdem noch zu bekommen. Urlaube müssten aber etwas flexibel sein und nicht nur die sehr bekannten Ziele ansteuern. Der Niederrhein reagiert auf die starke Nachfrage von Familien mit der Zusammenstellung von Angeboten für mögliche Unternehmungen. Im Münsterland gehört auch Urlaub auf dem Bauernhof zu den Favoriten. «Da ist fast nichts mehr zu bekommen», sagte eine Sprecherin der Münsterland Touristik.

HOTELS

Skepsis herrscht weiter beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in NRW. «Der private Tourismus wird die Hotellerie in Nordrhein-Westfalen nicht retten können», sagte ein Dehoga-Sprecher. Gerade in den Regionen, in denen Häuser vom Geschäftsreisetourismus lebten, habe sich mit den Corona-Lockerungen wenig geändert. Die Buchungslage sei «sehr herausfordernd». Nach Angaben von NRW Tourismus ist die Buchungslage in den ländlichen Regionen besser als in der Stadt. Die Eifelstadt Monschau berichtete etwa, dass die Hotels zufrieden seien.

Laut Dehoga könnten sich in den Ferien noch spannende Entwicklungen ergeben: Etwa wenn «man eine Radtour die Ruhr herunter macht und das Ländliche im Sauerland mitnimmt, aber auch das Städtische im Ruhrgebiet. Das ganze dann auch am Rhein mit Düsseldorf, Bonn oder Köln.» Radfahren sei zur Zeit ja sehr beliebt. Das macht sich auch im Münsterland bemerkbar, wo Rad-Pauschalen den Angaben nach sehr gut angenommen werden.

JUGENDHERBERGEN

Im Vergleich zu den Vorjahren sind Anfragen von Familien deutlich gestiegen, wie die Landesverbände im Jugendherbergswerk Westfalen-Lippe und Rheinland mitteilten. Zu Beginn der Sommerferien haben demnach aber nicht alle Häuser geöffnet: Im Rheinland werden es 15 von 34 Häusern sein, in Westfalen-Lippe 16 von 29. Um die Corona-Vorgaben bestmöglich umzusetzen, sollen die Jugendherbergen deutlich unter 100 Prozent belegt werden. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass 83 Prozent der Briten Interesse an Reisen zu literarischen Schauplätzen oder Filmdrehorten haben. Dabei spielen besonders die Identifikation mit Charakteren und die visuelle Präsenz in Medien eine Rolle für die Reiseentscheidung.

Urlaub in Schleswig-Holstein steht bei vielen Deutschen weiter hoch im Kurs. Doch wegen der höheren Lebenshaltungskosten zögern viele mit einer Buchung. Die Touristiker beobachten das mit Sorge.

Neue Reiseformate wie Zero-Day-Trips, regionale Meetings und hybride Veranstaltungen verändern nach Angaben der Initiative Chefsache Business Travel die Planung von Geschäftsreisen. Unternehmen bündeln Reisen stärker und richten sie gezielter auf konkrete geschäftliche Ziele aus.

Mehr als dreimal so viele Touristen wie griechische Einwohner strömten 2025 in das Urlaubsland. Auf Jetset-Inseln wie Santorini oder Mykonos bringt der Rekord-Tourismus die Infrastruktur ans Limit.

Eine aktuelle Auswertung von Fit Reisen analysiert das Suchinteresse für Ayurveda-Angebote in Europa. Dabei zeigt sich eine starke Präferenz für deutsche Regionen sowie eine Verschiebung hin zu mediterranen Zielen infolge der Iran-Krise.

Eine Studie des Technologieunternehmens Amadeus sieht weltweit eine hohe Offenheit vieler Reisender gegenüber künstlicher Intelligenz und digitalen Mobilitätsdiensten. Gleichzeitig bleiben Sprachbarrieren, Zusatzkosten und unzureichende Informationen häufig genannte Probleme im Reiseverkehr.

Fast die Hälfte der Passagierflüge, die auf deutschen Hauptverkehrsflughäfen starten oder landen, sind auf Kurzstrecken unterwegs. Die häufigste Verbindung war 2025 die zwischen Frankfurt/Main und London-Heathrow.

Wenn Eltern oder Großeltern mit Kindern auf Reisen gehen, heißt das Ziel besonders oft Schleswig-Holstein: Bei Urlaubern mit kleinen Kindern lag das nördlichste Bundesland in den Jahren 2023 bis 2025 in Deutschland an erster Stelle vor Mecklenburg-Vorpommern.

Der Plattformbetreiber Airbnb plant den Ausbau zu einem umfassenden Dienstleistungsmarktplatz nach dem Vorbild von Amazon und integriert im Sommer 2026 neben tausenden Boutique-Hotels auch Mietwagen, Gastronomieangebote zur Fußball-Weltmeisterschaft sowie neue KI-Werkzeuge in seine Anwendung.

Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des BTW zeigt, dass wirtschaftliche Sorgen und steigende Kosten das Reiseverhalten der Bundesbürger belasten. Der Verband fordert angesichts sinkender Buchungsbereitschaft politische Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftswachstums.