Geschäftsreisen: Transportunfälle und Krankheiten größte Sorgen der Mitarbeiter

| Tourismus Tourismus

Laut einer Untersuchung des Reisedienstleisters BCD Travel unter 1.284 Geschäftsreisenden stufen Teilnehmer Transportunfälle und gesundheitliche Risiken als primäre Gefahren während ihrer beruflichen Auslandstätigkeit ein. Die Erhebung, die im November durchgeführt wurde, verdeutlicht zudem signifikante Wissenslücken bei betrieblichen Notfallprotokollen und Informationsquellen.

Unfallrisiken und Gesundheitsnotfälle dominieren

Die Studie beziffert den Anteil der Reisenden, die Unfälle mit Transportmitteln fürchten, auf 37 Prozent. Unmittelbar darauf folgen medizinische Notfälle, die von 35 Prozent der Befragten als Hauptsorge genannt wurden. Kriminalität sowie Naturkatastrophen wurden von jeweils rund einem Drittel der Teilnehmer als relevante Bedrohung markiert. Nach Angaben des Unternehmens benötigten 8 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr aktive Unterstützung durch ihren Arbeitgeber, wobei wetterbedingte Ereignisse fast ein Viertel dieser Vorfälle ausmachten.

Trotz dieser Bedenken besteht ein hohes Vertrauen in die vom Unternehmen kuratierten Reiseoptionen. Laut Mitteilung fühlen sich 86 Prozent der Reisenden in Hotels sicher, die Teil des firmeneigenen Programms sind. Auch bodengebundene Verkehrsmittel wie Taxis oder Fahrdienstvermittler werden von mehr als 70 Prozent der Umfrageteilnehmer als sicher wahrgenommen.

Mangelnde Kenntnis über Sicherheitsressourcen

Die Ergebnisse legen jedoch offen, dass die Vorbereitung der Mitarbeiter auf Krisensituationen lückenhaft ist. Nahezu ein Drittel der Befragten weiß nach eigenen Angaben nicht, wo im Unternehmen relevante Sicherheitsinformationen hinterlegt sind. Im Falle eines Zwischenfalls greifen über 25 Prozent der Reisenden auf alternative Quellen zurück, statt interne Systeme zu nutzen. Zudem herrscht bei 30 Prozent der Teilnehmer Unklarheit darüber, wer im Ernstfall zu kontaktieren ist.

Ein Hindernis bei der Gefahrenabwehr stellt die Unsicherheit der Reisenden dar. Laut BCD Travel zögerten 18 Prozent der Betroffenen, Hilfe anzufordern, da sie die Relevanz ihres Problems nicht sicher einschätzen konnten. Zudem führten Sicherheitsbedenken bei 11 Prozent der Befragten bereits zu einer vollständigen Absage von geplanten Reisen.

Forderung nach präventiven Informationen

Die Unterstützung durch die Arbeitgeber wird von 66 Prozent der Befragten als hoch oder sehr hoch bewertet. Zu den bereitgestellten Mitteln gehören laut Umfrage unter anderem eine 24-Stunden-Notfallbetreuung, flexible Buchungsoptionen und Risikowarnungen. Dennoch besteht bei den Mitarbeitern der Wunsch nach einer transparenteren Kommunikation.

Während 27 Prozent der Teilnehmer mit den aktuellen Richtlinien zufrieden sind, fordert ein gleich großer Anteil Verbesserungen im Informationsfluss. Vor allem detaillierte Daten über das Zielgebiet vor Reiseantritt werden von 30 Prozent der Befragten gewünscht. Aktuell steht dieser Service jedoch nur 38 Prozent der Reisenden zur Verfügung. Laut Jorge Mesa, Senior Director Travel Risk Management bei BCD Travel, benötigen Reisende „Klarheit statt Komplexität“, um sich unterwegs sicher zu fühlen.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Spanien und Griechenland statt östliches Mittelmeer: Der Iran-Krieg verändert das Reiseverhalten vieler Urlauber. Beim Reisekonzern Tui wird die Sommerreise kurzfristiger gebucht.

99,99 Euro für fünf Personen – hin und zurück, egal wohin im Land. Was hinter dem neuen Familienangebot der Bahn steckt. Und wie sich generell beim Reisen auf der Schiene sparen lässt.

Fast jede fünfte Winterreise wird laut Dertour Reisebarometer allein angetreten. Besonders die Generation 50 plus und Langzeiturlauber prägen das Segment. Zu den meistgebuchten Zielen gehörten Spanien, Ägypten und die Türkei.

Griechenland will den Massentourismus auf vielen Inseln und in beliebten Ferienorten stärker begrenzen und gleichzeitig Natur und Landschaft besser schützen. Die Regierung stellte dazu bei einer Pressekonferenz in Athen neue Regeln für den Tourismus und den Hotelbau vor.

Eine aktuelle YouGov-Studie zeigt eine deutliche Zurückhaltung deutscher Reisender beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Zwar können sich viele Befragte den Einsatz von KI-Anwendungen im Reisebereich grundsätzlich vorstellen, die tatsächliche Nutzung bleibt laut den erhobenen Daten jedoch meist im einstelligen Prozentbereich.

Zugfahrten ins Ausland werden bei Reisenden beliebter. Die Bahn will davon profitieren und stärkt gerade im Sommer ihr Programm. Bei manchen Verbindungen in Metropolen gibt es aber noch hohe Hürden.

Die Tripadvisor Group hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 4 Prozent gemeldet. Wachstum verzeichnete das Unternehmen nach eigenen Angaben vor allem im Bereich Experiences sowie bei der Restaurantplattform TheFork.

Deutschland bleibt laut aktuellen Marktdaten das weltweit wichtigste Ziel für internationale Geschäftsreisen. Während klassische Geschäftsreisen zurückgehen, bleiben Veranstaltungen und Bleisure-Reisen auf stabilem Niveau.

Eine aktuelle Erhebung des Portals Holidu prognostiziert für die Saison 2026 eine hohe Auslastung bei Ferienhäusern an den deutschen Küsten bei weitgehend stabilen Mietpreisen. Insbesondere an der Nordsee planen Urlauber ihren Aufenthalt langfristig.

Nach mehreren Hantavirus-Fällen und drei Todesopfern darf das Kreuzfahrtschiff «Hondius» einen Hafen auf den Kanaren anlaufen. Was Spanien und internationale Behörden nun planen.