Gran Canaria: Fünfjähriger Stopp für Ferienwohnungen

| Tourismus Tourismus

Die Regierung der Kanarischen Inseln hat eine neue Regelung für die Ferienvermietung eingeführt, die für Unsicherheit auf den Immobilienmärkten des südlichen Gran Canaria sorgt. Das Gesetz beinhaltet ein fünfjähriges Moratorium für die Genehmigung neuer touristischer Apartments und überträgt lokalen Gemeindeverwaltungen weitreichende Kontrollbefugnisse. Diese politische Neuausrichtung stellt eine direkte Herausforderung für die Strategie von Investmentfonds dar, die auf den Erwerb von Immobilien zur touristischen Vermietung setzen.

Fünfjähriger Stopp für neue Lizenzen

Die einschneidendste Maßnahme ist das auf fünf Jahre angesetzte Moratorium für die Erteilung neuer Lizenzen zur Vermarktung von Ferienwohnungen (VV-Lizenzen) über Plattformen wie Airbnb.com oder Booking.com. Während dieser Zeit ist die Fähigkeit von Investoren, ihre Portfolios an Ferienunterkünften zu erweitern, eingefroren. Ausgenommen sind lediglich bereits registrierte Objekte.

Es wird erwartet, dass der Wert bereits zugelassener Apartments, sogenannter „Bestandsimmobilien“, deutlich steigen wird, da ihre Lizenzen zu einem knappen und stark regulierten Gut werden. Im Gegensatz dazu dürfte der Wert nicht registrierter oder neu gebauter Immobilien, die für kurzfristige Vermietung vorgesehen sind, sinken, da eine Monetarisierung nach dem Tourismusmodell nicht möglich ist.

Unsicherheit bei Lizenzübertragbarkeit und lokale Kontrollen

Ein weiterer potenzieller Rückschlag ist das mögliche Verbot der Übertragung von Ferienvermietungslizenzen bei Verkauf oder Vererbung. Sollte diese Bestimmung bestehen bleiben, könnten Investoren die Lizenz beim Verkauf des Objekts nicht monetarisieren, was den langfristigen Wert ihrer Tourismusinvestitionen stark mindern würde.

Die neue Gesetzgebung delegiert die Entscheidungsfindung über Standort und Dichte der Ferienvermietung an die Gemeinden. Für Gebiete wie das südliche Gran Canaria müssen diese einen spezifischen Plan verabschieden. Diese Dezentralisierung des Regulierungsrisikos verkompliziert Investitionen, da Akteure nun mit potenziell unterschiedlichen lokalen Vorschriften rechnen müssen.

Harte Obergrenzen und Angebotsverknappung

Das Gesetz sieht eine strikte Obergrenze vor, die maximal 10 Prozent der gesamten bewohnbaren Fläche für touristische Nutzung erlaubt (auf kleineren Inseln 20 Prozent). In stark nachgefragten Regionen wie dem Süden Gran Canarias oder auf Teneriffa wird dieses Limit als eine praktisch unüberwindbare Wachstumsgrenze für die Zukunft angesehen.

Zudem wird Investoren eine wichtige Quelle für neue Objekte entzogen: Das Verbot der Umwandlung von Geschäftsräumen und Neubauten (innerhalb der ersten zehn Jahre) in touristische Unterkünfte.

Intervention zum Schutz des Wohnungsmarkts

Die kanarische Regierung reagiert mit dieser massiven regulatorischen Intervention auf den Wunsch, den Wohnungsmarkt zu schützen und den Bevölkerungsdruck zu kontrollieren. Betreiber touristischer Vermietungen und Private-Equity-Fonds sehen sich mit einem regulativen Umfeld konfrontiert, das als feindlich beschrieben wird. Die langfristige Planung ist mit großer Unsicherheit behaftet, und der Wert der Vermögenswerte hängt nun von den veränderlichen Entscheidungen der lokalen Behörden ab.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Ob liegen gelassen oder geklaut: Wer im Urlaub plötzlich ohne Pass dasteht, sollte handeln. Denn spätestens bei der Rückreise kann es sonst bei Grenzkontrollen zu großen Problemen kommen. Was ist zu tun?

Vom Harz-Ausflug bis zum Bauhaus-Besuch: Gäste haben in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr rund 3,6 Milliarden Euro ausgegeben. Vor allem Tagesreisende sorgen für Umsatz.

Eine bundesweite Auswertung zeigt, dass naturnahe und vereinsgetragene Freibäder in mittelgroßen Städten die höchste Zufriedenheit erzielen. Das Dresdner Zschonergrundbad verteidigt dabei zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz.

Ein Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Check Point zeigt einen Anstieg der Cyberangriffe in der Reisebranche um 24 Prozent im Mai 2026. Betrüger nutzen dabei zehntausende gefälschte Internetadressen, um gezielt Daten von Urlaubern abzugreifen.

Eine Studie von Helvetia Österreich belegt, dass 56 Prozent der Österreicher den Sommerurlaub mit dem eigenen Pkw planen. Während technische Checks vor allem von der älteren Generation durchgeführt werden, führen unbekannte Routen insbesondere bei jüngeren Fahrern zu Stress.

Four Seasons Yachts erweitert ihre Flotte und plant für das Jahr 2028 die Inbetriebnahme der neuen Yacht Four Seasons II. Das Schiff wird mit 79 Suiten ausgestattet sein, zu denen auch wohnraumähnliche Unterkünfte auf den oberen Decks gehören.

Airbnb und der Deutsche Tourismusverband fördern ländliche Tourismusprojekte in Deutschland mit insgesamt einer Million Euro. Bewerbungen für den Wettbewerb NaturMomente können bis zum 9. September 2026 eingereicht werden.

Eine Umfrage zeigt, dass deutsche Urlauber verstärkt geringere Nebenkostenbudgets für Verpflegung und Ausflüge an ihren Urlaubsorten einplanen. Während die Summen bis zu 500 Euro pro Person deutlich an Relevanz gewinnen, sinkt der Anteil höherer Budgets spürbar.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus sieht den internationalen Deutschlandtourismus trotz geopolitischer Unsicherheiten auf stabilem Kurs. Aktuelle Daten und Branchenumfragen deuten laut DZT auf eine anhaltende Nachfrage in wichtigen Auslandsmärkten hin.

Ist das Urlaubsland Mecklenburg-Vorpommern zu teuer geworden? Immer mehr Urlauber sind einer Umfrage zufolge unzufrieden mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Der Start ins Tourismusjahr 2026 ist trotzdem vielversprechend ausgefallen.