Hotels und Ferienwohnungen spenden 70 Wochen Nordsee-Urlaub für Flutopfer

| Tourismus Tourismus

Eine Woche Urlaub an der Nordsee für Opfer der Flutkatastrophe - diese Spendeninitiative aus dem Wangerland zieht immer weitere Kreise. Bis Anfang September seien fast 70 Angebote von Ferienwohnungsbesitzern eingegangen, Gäste aus den Flutgebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kostenlos aufzunehmen. Das sagte die Initiatorin Sara Graf in Horumersiel (Kreis Friesland). Die Angebote kämen auch aus anderen Teilen Ostfrieslands und von den Inseln.

Ungewöhnlich starker Regen hatte Mitte Juli viele Nebentäler des Rheins überflutet, vor allem das Ahrtal in Rheinland-Pfalz wurde schwer getroffen. Mehr als 180 Menschen starben bei der schlimmsten Naturkatastrophe in Deutschland seit Jahrzehnten.

Um den Betroffenen eine Auszeit von ihren Sorgen zu ermöglichen, haben in mehreren Regionen Hotels oder Ferienwohnungen kostenlose Urlaube gestiftet. So kamen schon im August Menschen aus Eschweiler in Nordrhein-Westfalen an die Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven. Auch in Thüringen wurden nach Presseberichten 85 kostenlose Aufenthalte gespendet. Weitere Angebote gab es im Allgäu.

Wenn man mitten in den Aufräumarbeiten stecke und nicht aus noch ein wisse, «dann braucht man eine Pause», sagte Sara Graf (34) zu ihrer Idee. Die Filialleiterin eines Supermarkts in Elternzeit betreut nebenbei die Ferienwohnungen einer Nachbarin. Diese konnte sie als erste Spenderin gewinnen. Dann sorgten ein Flyer und die Vernetzung der Vermieter von Ferienwohnungen im Internet für weitere Kontakte.

Mit den Gutscheinen reise eine Freundin «wie eine gute Fee» in die Flutgebiete, um Bedürftige auszuwählen, sagte Graf. Bei diesem persönlichen Kontakt solle es bleiben - auch aus Verantwortung gegenüber den Spendern. Die ersten Gäste würden im September erwartet. Aber viele der gespendeten Urlaube seien auch noch im kommenden Jahr möglich. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Schlösser, Natur, zweisprachiges Theater: Polnische Touristen haben Brandenburg als Urlaubsregion entdeckt. Welche Orte besonders gefragt sind und was sie dort anzieht.

Die deutsche Fluggesellschaft Condor ist auf der Suche nach neuen Eigentümern. Ihr Chef kann sich auch einen Verkauf an Airlines vom Golf vorstellen.

Mehr als 29.400 Beschwerden in nur sechs Monaten: Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet einen Rekord – vor allem Flugreisende fordern Entschädigung nach Ausfällen und Verspätungen.

Trotz inflationsbedingter Belastungen plant die Mehrheit der Hamburger eine Sommerreise, achtet dabei jedoch verstärkt auf Rabatte und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der klassische Strandurlaub bleibt dabei die beliebteste Urlaubsform.

Mittelgebirge, Städte, Freizeitparks: Sachsen hat im Sommer viel für einen abwechslungsreichen Urlaub zu bieten. Die Tourismusbranche rechnet mit weiteren Buchungen in den kommenden Wochen.

Eine aktuelle Umfrage von SAP Concur zeigt, dass deutsche Geschäftsreisende touristische Hotspots zunehmend meiden. Hohe Kosten, überfüllte Innenstädte und eingeschränkte Verfügbarkeiten beeinflussen demnach die Reiseplanung.

Klinik und Bett statt Strand: Für ein Paar endete der Traumurlaub auf Mauritius schon auf dem Hinflug - mit gebrochenen Wirbeln und Schmerzen. Im Nachgang klagen sie gegen den Reiseveranstalter.

Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber hat eine neue Initiative zur strategischen Neuausrichtung des Tourismus gestartet. Grundlage der kommenden Beratungen sind die Ergebnisse einer branchenweiten Umfrage mit über 1.100 Teilnehmern.

Zum Start der Sommerferien hat ECPAT Deutschland eine Kampagne gegen Kindesmissbrauch im Tourismus gestartet. Gemeinsam mit Behörden und Reiseveranstaltern sollen Reisende für Zivilcourage sensibilisiert werden.

Eine aktuelle Auswertung von Airbnb identifiziert die beliebtesten deutschen Strandorte für den Sommer 2026. Dabei dominieren vor allem Ziele an der Ostseeküste das Ranking der Suchanfragen.