Immer mehr Deutsche reisen allein

| Tourismus Tourismus

Eine europaweite Umfrage von eDreams Odigeo, der Muttergesellschaft von Opodo, zeigt den Trend zum Alleinreisen - auch und insbesondere aufgrund der aktuellen Ausnahmesituation. Nur insgesamt ein Viertel wollte ursprünglich alleine reisen. Jetzt verzichten 41 Prozent aller Befragten auf eine Begleitung für ihre nächste Reise. Auch die Pläne für den anstehenden Pärchenurlaub haben sich für viele geändert: Wollten vor der Corona-Pandemie eigentlich rund die Hälfte aller Reisenden Zeit mit ihrem Partner im Urlaub verbringen, sinkt dieser Anteil nun um rund 10 Prozent. Zusätzlich sind Reisen mit Freunden und Kindern signifikant zurückgegangen. Dabei nennen deutlich mehr als ein Drittel der Befragten die Situation rund um Covid-19 als Begründung.

In Deutschland bevorzugen rund 38 Prozent das Alleinreisen und 37 Prozent der Befragten gaben an, ihre Reiseplanung in Bezug auf die Mitreisenden angesichts der aktuellen Lage geändert zu haben - das liegt noch über dem europäischen Durchschnitt von 31 Prozent. Hier wäre ohne den weltweiten Ausnahmezustand nicht einmal jeder Fünfte im Alleingang auf Reisen gegangen - die Umstände haben nun ein knappes Drittel für den Solo Travel-Trend begeistert. Ursprünglich wären rund 53 Prozent der europäischen Urlauber gerne mit ihrem Partner verreist, davon sind jetzt nur noch 46 Prozent überzeugt.

Europäischer Vergleich: Deutsche Urlauber sind keine Einzelgänger

In dem Ranking sind deutsche Urlauber die Einzigen, die deutlich lieber mit ihrem Partner reisen (48 Prozent) als allein (38 Prozent). Einzelgänger in Sachen Urlaub finden sich hingegen in Großbritannien (48 Prozent) und Portugal (47 Prozent) in der Mehrheit. Hier steht der Urlaub mit den Partnern hinten an. Währenddessen herrscht in Spanien, Frankreich und Italien Ausgeglichenheit zwischen Partnerurlaub und Solo Travelling.

Insgesamt ist die Schweiz das Land mit den meisten Reise-Einzelgängern: Über die Hälfte (52 Prozent) ihrer Reisen buchten die Schweizer für Einzelpersonen. Portugal liegt mit 47 Prozent auf Platz zwei, danach folgen Frankreich mit 42 Prozent und Deutschland mit 38 Prozent. Skandinavier reisen dagegen deutlich lieber in Gesellschaft: 65 Prozent aller Befragten aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden buchen ihre Reisen für mehr als einer Person.

Lieblingsziel für deutsche Solo-Urlauber: Mallorca

Wie in vielen Jahren zuvor bereits bestätigt: Mallorca ist tatsächlich das Lieblingsziel der Deutschen - auch im Alleingang. In Deutschland nannten mit Abstand die meisten Alleinreisenden Palma de Mallorca als ihr liebstes Reiseziel. Auch unter Spaniern und Österreichern ist Palma de Mallorca die beliebteste Urlaubslocation für Alleinreisende. Wenn Franzosen und Briten allein reisen, dann am liebsten nach Lissabon. Portugals Hauptstadt ist auch hierzulande beliebt und landete auf Rang fünf der beliebtesten Solo-Reiseziele. In der Schweiz ist indes Porto das populärste Ziel für Alleinflieger, Lissabon muss hier mit Platz zwei Vorlieb nehmen.

Der typische Solo-Reisende: Sparfuchs und Langzeitreise

Kurztrips sind unter Alleinreisenden nicht besonders gefragt. Der mit 29 Prozent größte Teil aller Solo-Urlauber plant, 7-13 Tage zu verreisen - ein weiteres Fünftel will sogar für 21 oder mehr Tage dem Alltag entkommen oder Verwandtschaft in der Ferne besuchen. Insgesamt 63 Prozent planen einen Urlaub von mindestens 7 Tagen ein. Deutschland liegt hier mit 62 Prozent im Durchschnitt. Spitzenreiter sind Frankreich und die skandinavischen Länder, bei denen jeweils zwei Drittel mindestens 7 Tage verreisen wollen.

Alleinreisende aus Spanien, Italien und Österreich sind Sparfüchse: Sie bezahlen für ihre Flüge in den Urlaub im Schnitt am wenigsten. Italiener geben durchschnittlich 220 Euro aus, spanische Reisende rund 221 Euro und Österreicher weisen einen Durchschnittswert von 235 Euro auf. Deutsche lassen sich die Reise in den Solo-Urlaub 270 Euro kosten, das ist Mittelmaß und liegt noch unter dem europäischen Schnitt von 283 Euro. Besonders spendabel sind Reisende aus UK (336 Euro), der Schweiz (322 Euro) und Frankreich (320 Euro).

Warum Deutsche alleine reisen

In einer vorigen Umfrage beleuchtete eDreams bereits die Gründe der Deutschen, auf einen Solo Trip zu gehen. Besonders wichtig war deutschen Urlaubern die große Entscheidungsfreiheit, wenn sie ohne Mitreisende unterwegs sind. Darüber hinaus befanden die Befragten, dass sie im Urlaub allein eher neue Menschen kennenlernen. Auch sich selbst besser kennenzulernen zeigte sich als ein wichtiger Faktor. Experimentierfreude ist dagegen unter deutschen Solo-Urlaubern eher die Ausnahme. Wie die Ergebnisse der aktuellen Auswertung zeigen, ist auch die weltweite Corona-Pandemie ein Kriterium, das Reisende eher zum Reisen ohne Begleitung bewegt - so 38 Prozent der Befragten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Eine Untersuchung von Urlaubstracker zeigt große regionale Unterschiede bei kostenfreien Attraktionen auf europäischen Inseln. Während Malta die höchste Gesamtdichte an kostenlosen Angeboten aufweist, punkten andere Destinationen mit umfangreichen Strand- oder Wanderwegenetzen.

Four Seasons hat die Flugrouten der Private Jet Experience für das Jahr 2028 vorgestellt. Die Reisen kombinieren Langstreckenflüge im Privatjet mit Aufenthalten in neuen und bestehenden Hotels von Four Seasons.

Fit Reisen hat europäische Urlaubsorte auf ihre Gräserpollen-Belastung untersucht. Während Tórshavn auf den Färöern und nordische Regionen nahezu pollenfrei sind, verzeichnen das portugiesische Alentejo und Standorte in der Schweiz die höchsten Werte.

Der Deutschland-Tourismus verzeichnete im Winter 2025/2026 mit 117,2 Millionen Übernachtungen das zweitstärkste Ergebnis seiner Geschichte. Trotz steigender Auslastung in der Hotellerie leidet das Gastgewerbe unter einem deutlichen Zuwachs bei den Insolvenzen, während die Konsumzurückhaltung auch den Tagestourismus bremst.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass persönliche Interessen und Empfehlungen aus dem Umfeld die Urlaubsplanung in Deutschland dominieren. Nur fünf Prozent der Befragten lassen sich bei der Auswahl ihrer Reiseziele von Trends aus sozialen Netzwerken leiten.

Die Zahl der Passagiere, die von deutschen Häfen aus eine Hochseekreuzfahrt antreten, ist im Jahr 2025 auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Auch im EU-weiten Vergleich gab es deutliche Zuwächse, wobei Italien und Spanien die Liste anführen.

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass drei Viertel der Österreicher ihre Urlaubsplanung an die gestiegenen Mobilitätskosten anpassen. Während viele auf nähere Ziele oder das Auto ausweichen, verzichten zwölf Prozent vollständig auf eine Reise.

Sachsen hat unter dem Slogan „Alles auf einen Augenblick“ eine neue Ganzjahreskampagne gestartet. Die Marketingmaßnahmen konzentrieren sich auf die UNESCO-Welterbestätten des Freistaates und umfassen neben dem deutschsprachigen Raum auch internationale Zielmärkte.

Spanien und Griechenland statt östliches Mittelmeer: Der Iran-Krieg verändert das Reiseverhalten vieler Urlauber. Beim Reisekonzern Tui wird die Sommerreise kurzfristiger gebucht.

99,99 Euro für fünf Personen – hin und zurück, egal wohin im Land. Was hinter dem neuen Familienangebot der Bahn steckt. Und wie sich generell beim Reisen auf der Schiene sparen lässt.