Kommunen an der Nordsee prüfen Aufenthaltsverbot für Touristen aus Gütersloh

| Tourismus Tourismus

Mehrere Kommunen an der niedersächsischen Nordseeküste prüfen zeitlich begrenzte Aufenthaltsverbote für Urlauber aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. «Wir sind jetzt in der Konsultationsphase mit Kollegen, von Leer bis zur Wesermarsch», sagte der Landrat des Kreises Friesland, Sven Ambrosy, am Mittwoch. Man müsse kurz vor dem Beginn der Sommerferien dringend eine Lösung dafür finden, wie sich Infektionsrisiken senken ließen, wenn Menschen aus Gebieten mit lokalen Corona-Shutdowns weiterhin reisen dürften.

Er bedauere dies für die betroffenen Urlauber aus den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf, betonte Ambrosy, der auch Vorsitzender des Tourismusverbands Niedersachsen ist. «Aber die Grundsatzfrage ist: Wenn es jetzt weiter solche Shutdowns gibt - wie gehen wir als Ziellandkreise damit um?»

Im Laufe des Tages soll es Beratungen mit Rechtsexperten der Kommunen über eine für die Dauer der Beschränkungen in den Herkunftskreisen greifende touristische Aufenthaltsperre geben. «Wir neigen dazu, eine Allgemeinverfügung zu machen», erklärte Ambrosy. «Aber die müsste auch juristisch sicher sein.» Man brauche Klarheit: Entweder müssten sich die Länder wie im Fall Mecklenburg-Vorpommerns und Bayerns deutlich dazu verhalten, oder einzelne Kommunen müssten die Möglichkeit zum zeitweisen Ausschluss von Feriengästen haben. Der Landrat kritisierte das Land NRW: Es sei unverständlich, örtlich die Beschränkungen zu verschärfen, aber Bewohner weiter reisen zu lassen.

Niedersachsen will nach aktuellem Stand keine Menschen aus dem Nachbarbundesland zurückweisen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) warnte davor, Urlauber zu benachteiligen. «Die Botschaft an alle, die jetzt auf Gütersloh schauen: Es sind außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie so gut wie keine Fälle bisher bekannt», sagte er am Dienstagabend in den ARD-«Tagesthemen». (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Fast zehn Jahre lang war der Besuch der Aussichtsplattform der Elbphilharmonie, der sogenannten Plaza, kostenlos. Von Oktober an kostet er Geld. Welche Auswirkungen das haben wird.

Erneut sind Mallorquiner gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Nur zwei Wochen nach der großen Kundgebung in Palma gegen den aus Sicht vieler Insulaner überbordenden Tourismus, fand die neue Demo nun in der Stadt Sóller statt.

Die Robinson Club GmbH registriert eine Veränderung beim Luxusverständnis deutscher Reisender. Demnach definieren viele Befragte Luxus im Urlaub primär über Zeit, Erholung sowie die Entlastung von alltäglichen Pflichten.

Die weltweiten Ausgaben für Geschäftsreisen steigen im Jahr 2026 voraussichtlich auf den Rekordwert von 1,56 Billionen Euro, während die Zahl der Reisen nur leicht zunimmt.

Ob Spirituosen, Korallenschmuck oder Designer-Kopien: Wer Souvenirs aus dem Urlaub mitbringen möchte, sollte wissen, was er tut. Sonst kann es bei der Einreise Probleme geben.

Der Deutsche Alpenverein meldet auf zahlreichen Berghütten in den Alpen akute Wasserknappheit. Auf einzelnen Hütten muss Trinkwasser bereits per Hubschrauber geliefert werden, während der Verband zu umfassenden Sparmaßnahmen aufruft.

Lufthansa kämpft mit teurem Kerosin und Streiks. Chef Spohr hält nun sogar einen Gewinnrückgang im Gesamtjahr für möglich und kündigt weiterhin hohe Ticketpreise an.

Bahnreisen blieben für Fahrgäste im Juli eine Geduldsprobe: Mit 52,6 Prozent war lediglich etwas mehr als die Hälfte der Fernzüge ohne größere Verzögerungen unterwegs. Im Vergleich zum Vormonat blieb die Quote damit unverändert.

Am Mittelmeer werden für Schirme und Liegen teils horrende Preise verlangt. An einigen Stränden Italiens gehen die Behörden neuerdings dagegen vor, auch wegen der EU. Aber die alten Kräfte wehren sich.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus lädt Ende September zu einem hochrangigen Fachtreffen mit US-Entscheidern an den Bodensee ein, um Trends im amerikanischen Reisemarkt zu analysieren.