Kritik an Reisewarnung: Touristiker wollen Fernreisen ermöglichen

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Die deutsche Reisebranche fordert in der Corona-Krise klare Perspektiven für Reisen in Länder außerhalb Europas. «Es ist nicht nachvollziehbar, warum pauschal vor Reisen in 160 Länder außerhalb von Europa gewarnt wird», sagte der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, der Deutschen Presse-Agentur. Als Beispiel verwies er auf Tunesien. Das nordafrikanische Land stehe nicht auf der Liste der Risikogebiete des Robert Koch-Instituts, die Einreise aus Deutschland sei ohne Einschränkung möglich ebenso wie die Einreise für Tunesier in die EU. «Da stellt sich die Frage, warum die bestehende Reisewarnung des Auswärtigen Amtes nicht aufgehoben wird.»

Fiebig forderte individuelle Reisehinweise für einzelne Länder statt einer pauschalen Reisewarnung. «Viele mittelständische Spezial-Reiseveranstalter insbesondere im Fernreisebereich sind massiv in ihrer Existenz bedroht. Sie können seit Mitte März keinerlei Reisen anbieten und haben – solange die pauschale Reisewarnung besteht – auch keine Perspektive», sagte Fiebig. Wo es aufgrund der Corona-Pandemie weiter notwendig sei, könne die Branche sehr gut mit einer Reisewarnung leben.

Viele außereuropäische Reiseziele fallen in der Pandemie wegen Einreisebeschränkungen und Reisewarnungen weg. Das Auswärtige Amt hatte seine weltweite Reisewarnung bis Ende August verlängert. Sie gilt auch für die Türkei - ein insbesondere bei Pauschalurlaubern beliebtes Reiseziel. Für den Großteil der europäischen Länder gilt die Reisewarnung dagegen nicht mehr. Seitdem werden nach einer Auswertung von Anfang Juli Ziele am westlichen Mittelmeer wieder stärker nachgefragt. Dennoch lag die Gesamtzahl der Buchungen dem DRV zufolge noch deutlich unter denen des Rekordvorjahres. Die Eingänge stünden nur für etwa ein Viertel des Vorjahres. (dpa)


 

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