Die Aktien mehrerer Reiseunternehmen sind am 22. September 2026 gefallen. Barron’s nennt Expedia, Booking Holdings, Tripadvisor und Airbnb. Die Expedia-Aktie lag dem Bericht zufolge zur Mittagszeit um 5,5 Prozent im Minus. Der deutsche Finanzdienst Stock3 beziffert den Rückgang der Booking-Aktie an diesem Dienstag auf 2,6 Prozent.
Barron’s bringt die Kursverluste mit Sorgen von Anlegern über Muse, den neuen KI-Assistenten von Meta Platforms, in Verbindung. Nach Darstellung des Mediums könne Muse Flüge und Urlaubsunterkünfte buchen. Ob Reiseplattformen dadurch bereits Buchungen verloren haben, ist in den vorliegenden Berichten nicht belegt.
Analysten berechnen mögliche Umsatzverluste für mehrere Branchen
Barron’s verweist auf eine Modellrechnung von Bloomberg Intelligence. Sollten KI-Assistenten wie Muse fünf bis zehn Prozent des Geschäfts von Reiseplattformen, Fahrdiensten und Lieferdiensten übernehmen, könnten diese Unternehmen zusammen mehr als fünf Milliarden US-Dollar Umsatz verlieren. Die Rechnung beschreibt ein mögliches Szenario für mehrere Branchen und keinen bereits eingetretenen Verlust.
Die Analysten nennen nach Angaben von Barron’s weniger direkte Besuche auf den Plattformen, zusätzliche Vertriebskosten und einen schwächeren direkten Kontakt zum Kunden als mögliche Folgen. Stock3 beschreibt die Sorge, dass Assistenten Angebote vergleichen und Buchungen erledigen könnten, für die Kunden bislang die Dienste einzelner Anbieter genutzt haben. Beide Aussagen beziehen sich auf mögliche Veränderungen des Geschäfts, nicht auf nachgewiesene Auswirkungen von Muse.
Apptopia zählt Millionen Downloads in den ersten zwölf Tagen
Meta startete Muse am 8. September 2026. Nach einem Bericht von Reuters kann der Assistent im Auftrag seiner Nutzer unter anderem E-Mails versenden, Reisen buchen und Transaktionen ausführen. Muse ist bislang in den USA und Kanada für iOS und Android verfügbar. Eine Grundversion ist kostenlos; weitere Versionen kosten 20 beziehungsweise 100 US-Dollar im Monat.
Der Datendienst Apptopia zählte laut Reuters 2,8 Millionen Downloads in den ersten zwölf Tagen nach dem Start. Im selben Zeitraum stieg die Meta-Aktie nach Berechnungen von Reuters um mehr als 20 Prozent. Die Downloadzahl gibt keinen Aufschluss darüber, wie viele Reisen über Muse gebucht wurden.
Analysten befassen sich auch mit möglichen Einnahmen für Meta. Jefferies errechnete einen hochgerechneten Jahresumsatz von 10,8 Milliarden US-Dollar für den Fall, dass Muse bis Ende 2027 eine Milliarde Nutzer erreicht und mindestens drei Prozent davon eine kostenpflichtige Version wählen. Das ist eine Rechnung unter den genannten Annahmen, keine Umsatzangabe von Meta.
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