Neue Strategie soll Kulturtourismus in Hamburg ankurbeln

| Tourismus Tourismus

Tourismus und Kultur in Hamburg sollen nach den coronabedingten Einbrüchen mit einer Kulturtourismusstrategie zusammen wieder in Schwung kommen. «Erstmals machen sich Kultur und Tourismus jetzt gemeinsam auf den Weg, um Touristinnen und Touristen gezielt über die Kulturstadt Hamburg zu informieren und Interesse für das Kulturangebot vor Ort zu wecken», sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD), der die Strategie am Dienstag zusammen mit Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Hamburg-Tourismus-Chef Michael Otremba vorstellte.

Unter anderem wurde das Marketing von Hamburg Tourismus hinsichtlich der kulturtouristischen Angebote grundlegend überarbeitet. Außerdem soll ein Kulturstadtplan entwickelt werden, der Touristinnen und Touristen zu den kulturellen Highlights der Hansestadt über Elbphilharmonie und Musicals hinaus führt. Zudem ist eine bessere Verzahnung von Kultur und Tourismus geplant. Noch in diesem Monat werde es einen Workshop mit Vertretern aus beiden Bereichen geben, um die Strategie mit Leben zu füllen, sagte Brosda.

«Wir sind zuversichtlich, dass Hamburg nach dem absehbaren Ende der Pandemie wieder an seine touristische Erfolgsgeschichte anknüpfen wird», betonte Westhagemann. Er verwies auf die wirtschaftliche Bedeutung der Branche.

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Hansestadt. Bis 2019 wuchs die Zahl der Reisenden laut Statistikamt stetig an - zuletzt auf mehr als 7,6 Millionen Besucher im Jahr vor der Pandemie. In den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 kamen mit knapp 3,2 Millionen beziehungsweise gut 3,3 Millionen nicht einmal die Hälfte der Übernachtungsgäste nach Hamburg.

«Ohne Gäste leidet nicht nur die Hotellerie, sondern natürlich auch die Gastronomie, der Einzelhandel, die Veranstaltungswirtschaft, Barkassen- und Rundfahrtunternehmen, Freizeitbetriebe, der öffentliche Nahverkehr, Dienstleister aller Art auch», sagte Westhagemann.

Die große Bedeutung des Tourismus sei deshalb auch Verpflichtung, «noch besser und für unsere Gäste noch attraktiver zu werden». Das kulturtouristische Angebot einer Stadt sei einer der wichtigsten Gründe für eine Reiseentscheidung. «Hamburg ist hier schon in vielen Bereichen sehr erfolgreich, Stichworte Elbphilharmonie oder Musicals. Aber es hat noch viel mehr zu bieten, wofür der Besuch an der Elbe lohnt.»

Es gehe «nicht nur um die simple Behauptung, wir sind Kulturstadt», sondern um die Erarbeitung von konkreten Angeboten, wie Besucher die Kultur in Hamburg in ihrer ganzen Breite erleben können, sagte Brosda. Dazu wolle man Kultur und Tourismus enger zusammenbringen und einen Prozess starten, «von dem beide Seiten dauerhaft profitieren können».

Die Strategie komme «zur richtigen Zeit und wird die Anziehungskraft Hamburgs deutlich stärken», sagte Otremba. «Reisen ist Nahrung für die Seele, Reisen bildet, Reisen fördert den Diskurs in der Gesellschaft und ist damit eine Stütze der Demokratie – Gleiches gilt für die Kultur.» Es gehe aber nicht nur um Übernachtungsgäste. 100 Millionen Tagesgäste habe Hamburg in den Jahren vor Corona empfangen. Darunter seien viele Wiederkehrer, «die in die Atmosphäre der Stadt eintauchen wollen und zu temporären Einwohnern werden». Damit seien auch sie ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Schlösser, Natur, zweisprachiges Theater: Polnische Touristen haben Brandenburg als Urlaubsregion entdeckt. Welche Orte besonders gefragt sind und was sie dort anzieht.

Die deutsche Fluggesellschaft Condor ist auf der Suche nach neuen Eigentümern. Ihr Chef kann sich auch einen Verkauf an Airlines vom Golf vorstellen.

Mehr als 29.400 Beschwerden in nur sechs Monaten: Die Schlichtungsstelle Reise und Verkehr meldet einen Rekord – vor allem Flugreisende fordern Entschädigung nach Ausfällen und Verspätungen.

Trotz inflationsbedingter Belastungen plant die Mehrheit der Hamburger eine Sommerreise, achtet dabei jedoch verstärkt auf Rabatte und das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der klassische Strandurlaub bleibt dabei die beliebteste Urlaubsform.

Mittelgebirge, Städte, Freizeitparks: Sachsen hat im Sommer viel für einen abwechslungsreichen Urlaub zu bieten. Die Tourismusbranche rechnet mit weiteren Buchungen in den kommenden Wochen.

Eine aktuelle Umfrage von SAP Concur zeigt, dass deutsche Geschäftsreisende touristische Hotspots zunehmend meiden. Hohe Kosten, überfüllte Innenstädte und eingeschränkte Verfügbarkeiten beeinflussen demnach die Reiseplanung.

Klinik und Bett statt Strand: Für ein Paar endete der Traumurlaub auf Mauritius schon auf dem Hinflug - mit gebrochenen Wirbeln und Schmerzen. Im Nachgang klagen sie gegen den Reiseveranstalter.

Bayerns Tourismusministerin Michaela Kaniber hat eine neue Initiative zur strategischen Neuausrichtung des Tourismus gestartet. Grundlage der kommenden Beratungen sind die Ergebnisse einer branchenweiten Umfrage mit über 1.100 Teilnehmern.

Zum Start der Sommerferien hat ECPAT Deutschland eine Kampagne gegen Kindesmissbrauch im Tourismus gestartet. Gemeinsam mit Behörden und Reiseveranstaltern sollen Reisende für Zivilcourage sensibilisiert werden.

Eine aktuelle Auswertung von Airbnb identifiziert die beliebtesten deutschen Strandorte für den Sommer 2026. Dabei dominieren vor allem Ziele an der Ostseeküste das Ranking der Suchanfragen.