Reisen oder nicht reisen? Das gilt bei Stornierungen

| Tourismus Tourismus

Wer eine Urlaubsreise gebucht hat, kann vom dynamischen Pandemiegeschehen überrascht werden. Das zeigt gerade das aktuelle Beispiel Portugal. Die Einstufung als Corona-Risikogebiet oder - wie in diesem Fall - sogar als Virusvariantengebiet kann dann nachdenklich machen: Wie wird sich die Situation weiter entwickeln? Muss ich jetzt schon reagieren, wenn ich später im Jahr dorthin will?

«Die Situation ist aktuell sehr dynamisch», sagt Reiserechtsexperte Jan Philipp Stupnanek von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das Wichtigste sei, sich die Auskünfte zur Lage sowie Infos der Reiseveranstalter anzuschauen und aktiv wegen bereits bestehender Buchungen nachzufragen. Einige Anbieter haben im Falle Portugals bereits Reisen bis zum 31. Juli 2021 abgesagt und bieten gebührenfreie Stornierungen und Umbuchungen an.

Pauschalreisende, die in jedem Fall verreisen möchten, könnten die weitere Entwicklung abwarten, sagt Stupnanek. Findet dann eine Pauschalreise wegen der äußeren Umstände nicht statt, sei eine kostenfreie Stornierung grundsätzlich möglich. Findet sie aber statt und nur der Reisende will plötzlich nicht mehr oder fühlt sich unsicher, sind dies keine Gründe für eine gesetzlich vorgesehene kostenlose Stornierung. Es gelten dann die Vertragsbedingungen.

Reisewarnung als starkes Indiz

Wer jetzt schon weiß, dass er zum Beispiel keinesfalls mehr nach Portugal will, kann gemäß den Bedingungen seines Reisevertrags stornieren. Er muss dann aber - sofern eine kostenlose Stornierung nicht möglich ist - die entsprechenden Kosten tragen. Da kann frühes Stornieren im Rahmen einer Preisstaffel eventuell kostengünstiger sein. Kostenlose Stornos seien nur möglich, wenn es vertraglich so festgehalten wurde. Oder aber bei Pauschalreisen, wenn unvermeidbare außergewöhnliche Umstände die Reise erheblich beinträchtigen.

Ein starkes Indiz für das Vorliegen solcher Umstände ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, so Stupnanek. Das sei aber immer vom Einzelfall abhängig. Ob wie jetzt beim Beispiel Portugals die Ausrufung als Virusvariantengebiet bereits ebenfalls entsprechend gewertet werde, sei höchstrichterlich noch nicht entschieden, sagt der Jurist.

Unterschiede zwischen Pauschal- und Individualreise

«Auch eine Kontaktaufnahme zum entsprechenden Reiseveranstalter ist sinnvoll. Dieser hat vielleicht bereits eine Planung für spätere Zeiträume, und man kann gegebenenfalls einvernehmlich eine Lösung finden», sagt der Reiserechtsexperte.

Anders als bei Pauschalreisen haben Touristen bei Individualreisen, bei denen sie selbst die einzelnen Leistungen wie Hotel oder Flug gebucht haben, im Stornofall nur dann Anspruch auf eine kostenlose Stornierung, wenn es vertraglich vereinbart wurde. Andernfalls habe der Anbieter einen Anspruch auf die vereinbarte Vergütung abzüglich ersparter Aufwendungen - das sind bei Flügen zum Beispiel die Steuern und Gebühren sowie personenbezogenen Entgelte etwa für Übergepäck.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Venedigs neuer Bürgermeister Venturini bringt eine deutliche Erhöhung der Eintrittsgebühr für Tagesbesucher ins Spiel - auf bis zu 50 Euro. In der Lagunenstadt sorgt der Vorstoß für Wirbel.

Ob liegen gelassen oder geklaut: Wer im Urlaub plötzlich ohne Pass dasteht, sollte handeln. Denn spätestens bei der Rückreise kann es sonst bei Grenzkontrollen zu großen Problemen kommen. Was ist zu tun?

Vom Harz-Ausflug bis zum Bauhaus-Besuch: Gäste haben in Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr rund 3,6 Milliarden Euro ausgegeben. Vor allem Tagesreisende sorgen für Umsatz.

Eine bundesweite Auswertung zeigt, dass naturnahe und vereinsgetragene Freibäder in mittelgroßen Städten die höchste Zufriedenheit erzielen. Das Dresdner Zschonergrundbad verteidigt dabei zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz.

Ein Bericht des IT-Sicherheitsunternehmens Check Point zeigt einen Anstieg der Cyberangriffe in der Reisebranche um 24 Prozent im Mai 2026. Betrüger nutzen dabei zehntausende gefälschte Internetadressen, um gezielt Daten von Urlaubern abzugreifen.

Eine Studie von Helvetia Österreich belegt, dass 56 Prozent der Österreicher den Sommerurlaub mit dem eigenen Pkw planen. Während technische Checks vor allem von der älteren Generation durchgeführt werden, führen unbekannte Routen insbesondere bei jüngeren Fahrern zu Stress.

Four Seasons Yachts erweitert ihre Flotte und plant für das Jahr 2028 die Inbetriebnahme der neuen Yacht Four Seasons II. Das Schiff wird mit 79 Suiten ausgestattet sein, zu denen auch wohnraumähnliche Unterkünfte auf den oberen Decks gehören.

Airbnb und der Deutsche Tourismusverband fördern ländliche Tourismusprojekte in Deutschland mit insgesamt einer Million Euro. Bewerbungen für den Wettbewerb NaturMomente können bis zum 9. September 2026 eingereicht werden.

Eine Umfrage zeigt, dass deutsche Urlauber verstärkt geringere Nebenkostenbudgets für Verpflegung und Ausflüge an ihren Urlaubsorten einplanen. Während die Summen bis zu 500 Euro pro Person deutlich an Relevanz gewinnen, sinkt der Anteil höherer Budgets spürbar.

Die Deutsche Zentrale für Tourismus sieht den internationalen Deutschlandtourismus trotz geopolitischer Unsicherheiten auf stabilem Kurs. Aktuelle Daten und Branchenumfragen deuten laut DZT auf eine anhaltende Nachfrage in wichtigen Auslandsmärkten hin.