Reisetrend-Check 2026: Ein Ziel reicht Vielen nicht mehr

| Tourismus Tourismus

Urlaub bedeutet heute weit mehr als nur Strand und Sonnenliege. Die Reisenden von morgen suchen Flexibilität, bewusste Erlebnisse und persönliche Entfaltung. 2026 prägen Themen wie Natur, Genuss und Individualität die Art, wie Reisende aus Deutschland ihre Ferien gestalten. Das hat eine repräsentative Befragung von 2.000 Menschen des Marktforschungsinstituts Appinio im Auftrag von TUI herausgefunden und dabei fünf Reisetrends ermittelt.

„Die Reisetrends 2026 zeigen, wie individuell Urlaub heute verstanden wird: Für die einen steht die Erholung im Vordergrund, für die anderen kommt das Entdecken neuer Kulturen und das Erleben einzigartiger Momente an erster Stelle. Vor allem aber sehen wir, dass sich diese Vorstellungen keinesfalls ausschließen. Immer häufiger wird eine All-Inclusive Reise am Traumstrand mit Ausflügen und Aktivitäten vor Ort kombiniert, um die Landschaft und Kultur der Urlaubsdestination hautnah zu erleben“, sagt Benjamin Jacobi, Vorsitzender der TUI Deutschland Geschäftsführung.

Back to Nature: Natur ist für viele Reisende der Inbegriff von Erholung. 34,9 Prozent der Befragten geben an, dass Landschaft und Natur für sie das wichtigste Urlaubsmotiv sind, und fast 29 Prozent teilen Naturmotive am häufigsten in sozialen Medien. Besonders Frauen suchen im Urlaub bewusst Ruhe in der Natur. Ob Wandern im Wald oder Auszeiten am See – naturnahe Reisen versprechen nicht nur Entspannung und Entschleunigung, sondern auch positive gesundheitliche Effekte.

Multistop Holiday: Mehr erleben heißt mehr zu entdecken. Ein Drittel der Befragten reist im Urlaub bevorzugt in Städte. Multistop-Urlaube – zum Beispiel durch Andalusien mit Stationen in Málaga, Granada und Sevilla – liegen im Trend. Dabei geht es nicht mehr nur darum, einen einzigen Urlaubsort zu genießen, sondern gleich mehrere Highlights individuell und flexibel miteinander zu verbinden, egal ob idyllische Strände oder urbane Hotspots. Ergänzend dazu werden Reisen in mehrere kleinere Städte, abseits der großen Metropolen, immer populärer. Zu den TUI-Aufsteigern dieser sogenannten „Townsizing-Ziele“ in diesem Herbst gehören Palermo, Bilbao, Dresden, Leipzig und Kiel.

Full Service Holiday: All-Inclusive-Urlaub bleibt der Favorit und erlebt vor allem bei den jüngeren Befragten ein Revival. Mit rund 38 Prozent bei den 18–24-Jährigen liegt die Vorliebe für die Rundumversorgung sogar höher als im Durchschnitt aller Befragten (35,3 %). Analog dazu sind Hotels mit Abstand die beliebteste Unterkunft (51,5 %) – auch bei jungen Menschen. Immer wichtiger wird zudem ein All Inclusive Angebot, das nachhaltig gestaltet ist. Viele Hotels haben ihre Bedarfsplanung optimiert, um Lebensmittelabfälle zu minimieren. Auch werden Angebote an Showcooking ausgebaut, an denen frische Gerichte nach Wunsch des Gastes zubereitet werden. All Inclusive ermöglicht stressfreie Erholung und planbare Kosten – ein Faktor, der gerade in den aktuellen Zeiten für viele Urlauber entscheidend ist.

Taste Tourism: Reisen, um Länder kulinarisch zu entdecken? Das ist kein Nischenphänomen mehr, sondern für viele Urlauber längst der Hauptgrund einer Reise. Kulinarik ist ein Schlüssel zum Urlaubsglück: Selbst Vegetarier und Veganer brechen ihre Ernährungsgewohnheiten teilweise zugunsten lokaler Delikatessen. Besonders Italien steht hoch im Kurs, wenn es um Genussreisen geht. Mit dem Field to Fork Programm baut die TUI Care Foundation die Brücke zwischen authentischem Geschmack und nachhaltigem Genuss: Gäste probieren regionale Spezialitäten direkt vor Ort, unterstützen lokale Bauern und Produzenten und erleben so die Küche des Reiselandes auf ihre ursprüngliche Weise. So ist Kulinarik im Urlaub nicht nur Genuss, sondern leistet auch einen Beitrag zur lokalen Wertschöpfung.

Indie Travel: Individuell und unabhängig: 45 Prozent der Reisenden recherchieren gezielt, um allein zu verreisen, und 59 Prozent verzichten dabei bewusst auf Komfort, um besondere Erfahrungen zu machen. Ob Solo-Travelling oder Roadtrip im eigenen Tempo – Indie Travel steht für Freiheit und authentische Erlebnisse und ist für alle ideal, die unabhängig ihre Reise planen, gestalten und durchführen möchten – egal, ob allein oder mit Gleichgesinnten.


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Meta hat mit Muse einen persönlichen KI-Agenten gestartet, der in den USA unter anderem Reisen suchen und buchen kann. Für Flüge greift Muse über Duffel auf Angebote von mehr als 500 Fluggesellschaften zu, während Hotels bislang über den offenen Internetzugang gesucht werden.

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.