Schweizer Ferienregionen werden „fast überrannt“ / Flaute in den Städten

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Die großen Schweizer Berggebiete werden nach dem Abflauen der Corona-Krise in Europa in diesem Sommer von Urlaubern fast überrannt. Viele haben für die Sommermonate höhere Buchungen als im vergangenen Jahr, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

«Wir haben für den gesamten Sommer ein Nachfrageplus von 27 Prozent», sagte Luzi Bürkli von der Organisation Graubünden Ferien. Beim Gasthaus Krone in La Punt im Engadin glühe seit Mitte Juni das Telefon, sagte Sonja Martin, die das Drei-Sterne-Haus mit ihrem Mann Andreas führt, im Schweizer Rundfunk. «Wir hatten noch nie zu dieser Zeit so gut gebuchte Hotelzimmer wie in diesem Augenblick.»

Auch die Region Adelboden, Lenk, Kandersteg im Berner Oberland hat für Juli und August ein Plus an Buchungen im Vergleich zum Vorjahr. «Wir sind mit dem aktuellen Buchungsstand zufrieden», sagte Silvia Nüesch, Sprecherin von Adelboden-Lenk-Kandersteg Tourismus. Im Kanton Wallis ist die Lage ebenfalls vielversprechend, etwa in den Regionen Saas-Fee und Aletsch. «Im Monat Juni war die Belegung besser als im gleichen Monat in den vergangenen Jahren», sagte Mathias Fleischmann von der Vermarktungsorganisation Wallis Promotion.

Die Regionen profitieren von einem Plus an Schweizer Gästen, die wegen der Corona-Krise nicht ins Ausland fahren. «Die Destinationen, die immer schon viele Schweizer Gäste hatten, haben in diesem Jahr noch mehr», sagte Fleischmann. «Wir profitieren vom Schweizer Gäste-Bonus», sagte Bürkli. Graubünden hat ohnehin den höchsten Anteil Schweizer Gäste, fast 60 Prozent. Der Anteil der ausländischen Besucher sei nach ersten Eindrücken auf 20 bis 25 Prozent zurückgegangen. «Die meisten kommen aus Deutschland und den Benelux-Staaten», sagte er.

Weniger gut läuft es für Städte. Luzern lebt im Sommer sonst viel von Gästen des jetzt abgesagten Festivals klassischer Musik und von vielen Gruppenreisen aus Asien. Der Besitzer des Fünf-Sterne-Hotels Schweizerhof in Luzern, Patrick Hauser, hat normalerweise 80 Prozent ausländische Gäste. In diesem Jahr versucht er, Besucher mit intimen Hauskonzerten anzuziehen. Das Haus habe Reserven gebildet und könne mit Kurzarbeit bis 2022 durchhalten. Auch Interlaken zieht im Sommer neben Schweizern viele asiatische Reisegruppen an. Man werde bei den Logiernächten kaum an Rekordjahre wie 2018 oder 2019 anknüpfen, hieß es. Die Buchungen aus Deutschland seien aber gestiegen. (dpa)


 

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