Sylt-Gäste zwischen Ärger und Verständnis

| Tourismus Tourismus

Abreisende Gäste mit Rollkoffern in der Westerländer Innenstadt, Urlauber, die die letzten Stunden auf der Insel genießen wollen und andere, die ihre Autos beladen: Touristen müssen Sylt gestaffelt bis Donnerstag verlassen. Viele sind bereits am Wochenende abgereist oder fuhren am Montag zurück in ihre Heimatorte. Die Westerländer Innenstadt war am Montagvormittag schon sehr leer. Allerdings sind die meisten Urlauber bereits am letzten Oktoberwochenende zum Ende der Herbstferien in vielen Bundesländern abgereist. Dennoch war es nach Angaben von Touristikern für einen November noch recht voll auf der Insel.

Birgit Küspert und ihr Mann Max wollten eigentlich noch bis Donnerstag bleiben. Sie waren bereits vorige Woche aus Nürnberg angereist und hätten somit nach der Staffel-Regelung, die für die Abreise von den Inseln und Halligen gilt, auch so lange bleiben dürfen. Nur: Die Unterkunft in Rantum habe «spontan» bereits zum Montag alle Gäste rausgeworfen, erzählt Birgit Küspert, als sie am Bahnhof in Westerland auf ihren Zug nach Haus wartet. «Ich hätte gerne meinen Urlaub zu Ende gebracht.» Zu dem abgebrochenen Urlaub kommen zudem noch Kosten für zusätzliche Bahntickets auf das Paar zu.

Wegen des Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollten Touristen aus Schleswig-Holstein spätestens am Montag abreisen - mit Ausnahme der Urlauber auf den Nordsee-Inseln und Halligen. Für diese gilt eine drei Tage längere Frist bis zum Donnerstag wegen der Kapazitäten im Fährverkehr und in den Autozügen. Ähnliche Regelungen gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. In Mecklenburg-Vorpommern müssen Urlauber spätestens bis zum 5. November abreisen.

Zusätzliche Kosten unter anderem für Bahntickets haben auch zwei Freundinnen aus Rothenburg ob der Tauber. «Wir kaufen nun schon zum dritten Mal eine neue Rückfahrkarte», sagt Gertrud Mielke-Wildermann. Die beiden Frauen sind erst am Samstag angereist, hatten ihren Urlaub aber schon lange gebucht. Dennoch dürfen sie nicht wie geplant bis Donnerstag bleiben, sondern müssen am Dienstag abreisen.

«Für uns ist das fürchterlich ungerecht», findet Mielke-Wildermann. Sie seien ja eben keine Spontan-Urlauber, die mit der Staffelregel von einer kurzfristigen Anreise nach Sylt abgehalten werden sollten. Die verschärften Regeln finden sie grundsätzlich aber gut und richtig. Ihre Freude an Sylt wollten sich die beiden, die seit mehr als einem Jahrzehnt regelmäßig auf die Insel kommen, indes nicht verderben lassen. So unternahmen sie eine letzte Wanderung.

Der Chef der Sylt Marketing, Moritz Luft, kann nachvollziehen, dass die Staffel-Regelung auf sehr viel Grummeln bei Gästen und Beherbergungsunternehmen gestoßen ist. Auch weil sie erst sehr spät kommuniziert worden sei und Gastgeber zunächst von einer Abreise am 2. November ausgingen. Die Frage sei ja auch, wer für den Schaden aufkomme, wenn das Hotel deshalb am Montag geschlossen habe, aber Gäste bis zum 5. November hätten bleiben dürfen. (dpa)


 

Zurück

Vielleicht auch interessant

Acht Schiffe sind bei den Kreuzfahrt Guide Awards 2026 ausgezeichnet worden. Der Sonderpreis geht an die Hamburger Reederei Sea Cloud Cruises. Mehr als 100 Vertreter der Kreuzfahrtbranche kamen zur Preisverleihung in den Altonaer Kaispeicher.

Die Beherbergungsbetriebe in Deutschland haben im Juli 2026 58,4 Millionen Übernachtungen verbucht. Das waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch von Januar bis Juli lagen die Übernachtungszahlen über dem Vorjahresniveau.

In Schweden sorgt eine Hütte mit Lärm-Limit für Aufsehen. Die PR-Aktion von Touristikern will auf die Dauerbeschallung des Alltags aufmerksam machen. Ist ruhiges Reisen der Schlüssel zum Abschalten?

Weniger USA-Reisen: In Deutschland und der Schweiz gehen die Buchungen deutlich zurück. An welcher Stelle die USA bei den beliebtesten Fernreisezielen in diesem Jahr voraussichtlich stehen werden.

Zum Oktoberfest erwartet die Bahn pro Tag etwa 100.000 Fahrgäste zusätzlich in München. Doch am Hauptbahnhof herrscht wegen Bauarbeiten ohnehin Platzmangel. Wie dieses Problem gelöst werden soll.

Der deutsche Sommer fand bei Airbnb vor allem in der Natur statt: Mehr als zwei Drittel (67,9 Prozent) der Buchungen in Deutschland entfielen im Sommer 2026 auf ländliche Regionen.

München führt ein Ranking von Fit Reisen zu 177 deutschen Reisezielen an. Auffällig schneiden mehrere kleinere Orte ab: Rottach-Egern und Ofterschwang erreichen die Plätze drei und vier, Bergisch Gladbach und Deidesheim folgen auf den Rängen fünf und sechs.

Die Züge der Deutschen Bahn waren im August zwar etwas pünktlicher unterwegs als zuletzt. Doch wetterbedingte Störungen bei Anlagen führten erneut zu erheblichen Verzögerungen für Fahrgäste.

Im Strandkorb über Sorgen sprechen, beim Spaziergang neue Gedanken fassen: Wie die Tourismusseelsorge Urlauber dabei unterstützen will, die Maske des Alltags abzulegen. Eine Sommerbilanz.

Uber will weltweit rund 3.300 Arbeitsplätze streichen. Besonders Führungskräfte sollen von dem Konzernumbau betroffen sein, während Mittel unter anderem in Fahrdienste, Essenslieferungen und Robotaxis fließen sollen.